„Dieser Ort ist wahrhaftig etwas Besonderes“ – 750 Jahre Stiftskirche in Kyllburg

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Die Zelebranten feiern mit den Gläubigen in der vollbesetzten Stiftskirche das Jubiläum. Foto: Stefan Endres

Ein Ort voller Glaubensgeschichte, Musik und besonderer Symbolik: Die Pfarrei Kyllburger Waldeifel St. Anna hat das 750-jährige Jubiläum der Stiftskirche in Kyllburg gefeiert. Im Mittelpunkt standen ein feierliches Pontifikalamt mit Bischof Dr. Stephan Ackermann, eigens komponierte geistliche Musik und ein historischer Hirtenstab aus dem 13. Jahrhundert.

Festlicher Gottesdienst zum Jubiläum in Kyllburg

KYLLBURG. Vor 750 Jahren wurde mit dem Bau des Gotteshauses für das ehemalige Kollegiatstift St. Maria begonnen. Dieses besondere Jubiläum hat die Pfarrei Kyllburger Waldeifel St. Anna am 10. Mai mit einem festlichen Gottesdienst und einem Rahmenprogramm auf dem Stiftsberg gefeiert.

Das Pontifikalamt mit Bischof Dr. Stephan Ackermann stand im Zeichen eigens komponierter geistlicher Musik und eines besonderen historischen Symbols: eines Hirtenstabs aus dem 13. Jahrhundert.

Bischof Ackermann: „Dieser Ort ist wahrhaftig etwas Besonderes“

„Ich habe mich wirklich auf diese Jubiläumsfeier hier in der Stiftskirche gefreut, denn dieser Ort ist ja wahrhaftig etwas Besonderes“, sagte Bischof Ackermann zu Beginn seiner Predigt.

Er verwies auf die besondere Lage der Stiftskirche auf einer Anhöhe über dem Kylltal und auf die einmalige Verbindung von Architektur und Landschaft. Beides präge den Ort mit seiner langen geistlichen Tradition.

Zur Freude über die reiche Vergangenheit komme jedoch schnell auch ein banger Blick auf die Zukunft der Kirche mit vielen offenen Fragen, sagte Ackermann. Dabei gerate die Gegenwart, das „Hier und Heute“, leicht aus dem Blick.

Historischer Hirtenstab als starkes Symbol

Mit Blick auf das Johannes-Evangelium am sechsten Sonntag der Osterzeit erinnerte Ackermann daran, dass schon die erste Generation der Kirche den Blick auf eine intensive Vergangenheit und zugleich einen fragenden Blick nach vorne kannte.

In den Abschiedsreden lenke Jesus den Blick der Jünger auf den Heiligen Geist – auf die Gabe, die im jeweiligen Heute der Kirche bleibe und nicht veralte.

Als Symbol für die Kirche als wanderndes Volk Gottes verwies der Bischof auf den mitgebrachten Bischofsstab eines seiner Vorgänger, Heinrich II. von Finstingen. Dieser hatte im Jahr 1276 die Gründung der Stiftskirche veranlasst.

„Der Hirtenstab erinnert daran, dass der Gute Hirte Jesus Christus in der Kraft seines Geistes mit uns geht – im Hier und Heute“, sagte Ackermann. Zugleich dankte er allen, die sich für den Erhalt dieses Ortes und die Lebendigkeit des Stiftsberges einsetzen.

„Missa Fidelis“ eigens für den Jubiläumstag komponiert

Ein besonderer musikalischer Höhepunkt war die Uraufführung der „Missa Fidelis“. Der Musiker Klaus Künne hatte das Messordinarium eigens für den Jubiläumstag komponiert – für vierstimmigen Chor, Streicher und Orgel.

Aufgeführt wurde das Werk vom Kirchenchor Cäcilia Kyllburg unter der Leitung von Tobias Meyer sowie vom Streichensemble der luxemburgischen Philharmonie. An den Orgeln spielten Wolfgang Valerius und Joachim Oehm.

Rahmenprogramm mit Führungen, Ausstellung und Jubiläumsbier

Für die Verbandsgemeinde Bitburger Land sprach Bürgermeisterin Janine Fischer ein Grußwort. Anschließend stellte Pfarrer i. R. Klaus Bender das Rahmenprogramm vor.

Dazu gehörten am Nachmittag Kirchenführungen unter dem Titel „Wort und Musik“, kulinarische Angebote sowie eine Ausstellung zur Geschichte des Stiftsbergs im Kreuzgang.

Auch ein besonderes Jubiläumsbier der belgischen Klosterbrauerei Val Dieu gehörte zum Programm.

Gotische Hallenkirche mit langer Geschichte

Die Stiftskirche auf dem Stiftsberg wurde ab Ende des 13. Jahrhunderts in mehreren Abschnitten errichtet. Die gotische Hallenkirche mit Kreuzgang, reicher Ausstattung und Renaissance-Chorfenstern geht auf eine Stiftung zurück.

Das ehemalige Kanonikerstift St. Marien bestand aus einer Gemeinschaft von meist zwölf weltlichen Priestern, die einzeln in umliegenden Stiftshäusern lebten.

In einem der erhaltenen Gebäude befindet sich heute das Bildungs- und Freizeithaus „Stiftsberg“.

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