Geschlossener Geburtsraum: Trier arbeitet an Lösung — Bürgermeisterin „sehr traurig“

Wegen mutmaßlicher Lärmbelästigung darf ein zentraler Raum im Geburtshaus Trier nicht mehr für Geburten genutzt werden. Wie geht es nun weiter?

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Foto: dpa/Symbolbild

TRIER. Nach der Schließung eines Geburtsraums wegen einer Nachbarschaftsklage wegen zu viel Lärm arbeitet die Stadt Trier mit an einer Lösung für das Geburtshaus Trier. «Wir unterstützen, wo wir können», sagte die Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Britta Weizenegger (CDU).

«Wir sind in dauerhaften Gesprächen mit dem Eigentümer und den Betreiberinnen.» Nächste Woche werde es einen Termin mit den Eigentümern geben, in dem darüber gesprochen werde, welche baulichen Möglichkeiten es in dem Haus gebe. Denkbar sei, dass ein anderer Raum als Geburtsraum genutzt werden könnte. «Das entscheiden aber letztlich die Betreiberinnen», sagte Weizenegger.

Raum wird nun zur Vorsorge genutzt

Der Geburtsraum darf seit Anfang März nicht mehr für Geburten genutzt werden. Ein Nachbar hatte sich wegen mutmaßlicher Schreie von Gebärenden belästigt gefühlt: Er klagte vor dem Verwaltungsgericht Trier gegen eine von der Stadt erteilte Baugenehmigung zur Umnutzung von Studentenwohnungen in das Geburtshaus. Das Geburtshaus hatte im Sommer 2025 eröffnet.

Vor Gericht kam es vor einem Urteil zur Einigung: Das Gericht wies darauf hin, dass bei der Erteilung der Baugenehmigung möglicherweise die Nachbarrechte nicht genügend berücksichtigt worden seien. Daraufhin erklärte sich der Bauträger des Geburtshauses bereit, den Raum nicht mehr als Geburtsraum, sondern nur noch als Vorsorge- und Untersuchungsraum zu nutzen.

Geburtshaus ruft zu Spenden auf

Damit habe man verhindern wollen, dass der Standort möglicherweise geschlossen werde, sagte die Bürgermeisterin.

Das Geburtshaus fürchtet nun um seine Existenz. In der von Hebammen geleiteten Einrichtung gibt es zwar noch einen zweiten Geburtsraum, der aber kleiner sei und keine feste Badewanne habe. Nach der Entscheidung könne das Haus nun deutlich weniger Frauen versorgen, hieß es. Die Einrichtung ruft zu Spenden auf, um den Fortbestand zu sichern und «notwendige Anpassungen umzusetzen».

Bürgermeisterin Weizenegger sagte, man wolle den Standort gerne erhalten. «Das Geburtshaus ist in Trier eine ganz wichtige kommunale Ergänzung», sagte sie. Deswegen habe man damals auch 6.000 Euro für die Ausstattung gegeben. Über die jetzige Situation sei man «auch sehr traurig». «Aber ich bin überzeugt, dass wir da eine gute Lösung im Gespräch mit allen finden», sagte sie.

In dem Geburtshaus werden die Gebärenden von Hebammen betreut; ein Arzt ist nicht dabei. Das Angebot nutzen Frauen nicht nur aus Trier, sondern auch aus der Eifel, dem Saarland und Luxemburg. (Quelle: dpa)

11 Kommentare

  1. Ja dann kann sich ja die Bürgermeisterin Weizenegger mal zur Untermiete ein paar Tage nebenan einquartieren, wenn beim Frühstück mit Schinken und Spiegelei dann schon die Schreie der Gebärenden losgehen wird sie dann weiter ihr Frühstück mampfen oder sich auch gestört fühlen? Vermutlich letzteres.

  2. Keine 6.000 Euro für das Geburtshaus, aber über 100.000 Euro konnte die Stadt Trier abzweigen für einen Radlader und andere Dinge, die man der Ukraine spendete. Wo hat man denn dieses Geld hergenommen und es den Trierer Bürgern vorenthalten? Die sollen nun einspringen, weil man das Geld an anderer STelle großzügig verteilt. Reicht es nicht schon, dass wegen der Sanktionen gegen Russland viele Bürger nicht mehr wissen, wie sie ihre Wohnungen warm bekommen? Die Preise im Land steigen, weil man ja lieber auf russisches Öl und Gas verzichtet. Selbst jetzt wo die Amis wieder Krieg im Nahen Osten führen und der Energiemarkt zusammmen zu brechen droht, will man die eigenen Bürger nicht entlasten, indem man wieder russisches Gas und Öl kauft. Den Russen tun die Sanktionen weniger weh als uns, die haben Öl und Gas im Überfluss. Aber hier steigen die Preise und Arbeitsplätze gehen verloren, weil die Energie zu teuer ist. Nun sollen auch noch die Bürger für ein Geburtshaus spenden? Sollen wir in ZUkunft vllt auch noch für den Wohungsbau spenden oder für die Armen an den Tafeln, weil es unseren Politikern wichtiger ist, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen, als für das Wohlergehen der eigenen Bürger zu sorgen?

  3. Ich find es schon erbärmlich wie hier den gebärenden Müttern Steine in den Weg gelegt werden um ihr Kind zu entbinden .
    Kein Wunder das die Deutschen aussterben , nur weiter so, immer nur ich ich ich !

    • Gebärende Personen ist der korerekte Terminus. Davon abgesehen. Die Personen können doch im Krankenhaus gebären. Wo ist das Problem?

      Für den Kläger habe ich volles Verständnis.

      • WEr bist DU denn, dass DU dir herausnimmst, anderen Vorschriften zu machen? Willst den Leute sagen, wie sie sich auszudrücken und wo sie zu entbinden haben. Anstatt dich als Experte für Ausdrucksweisen auszugeben, solltest du mal auf Deine Rechtschreibung achten: Es heißt nämlich „der korrekte“ Terminus und nicht wie oben „der korerekte“ Terminus. Und gib nicht so an mit einer scheinwissenschaftlichen Ausdrucksweise. „TErminus“ bedeutet einfach „Begriff“, das gibt es auch auf Deutsch. Die Verwendung von Fremdwörtern ist kein Nachweis von Kompetenz. Zudem: gibt es noch andere „gebärende Personen“ außer gebärenden Müttern? Und wo steht geschrieben, dass der korrekte Ausdruck: gebärende Personen ist? Im Lexikon der Besserwisser, Naseweise und gendernden Moralapostel?

  4. Sie Sache ist ganz einfach. Die Wohnungen waren vor dem neuen Geburtsraum da. Da würde ich mich auch bedanken, insbesondere wenn es andere Lösungen gibt. Die Schlagzeilen um den Sachverhalt sind irreführend.

    • ganz recht. Vermutlich sind die meisten von denen, die sich hier darüber aufregen, dass Gebärende unter Schmerzen schreien, auch diejenigen, die an anderer Stelle sich darüber aufregen, dass es nicht mehr genügend Deutsche gibt, dass deutsche Frauen nicht mehr genügend deutsche Kinder gebären. Sicherlich regen sie sich immer wieder auch gerne darüber auf, dass nicht mehr genug junge Leute da sind, die für die Rentensysteme einzahlen. Aber dann einem Hausbesitzer die Stange halten, der sich über Frauen aufregt, die unter SChmerzen jene Kinder zur Welt bringen, die die Renten finanzieren sollen. Man kann nicht alles haben, und die ewig Meckernden sollten sich mal überlegen, was sie eigentlich wollen.

      • Nochmal: wer hindert die gebärenden Personen diese künftigen Deutschen in einer Entbindungsstation zur Welt zu bringen???

        Eventuell kannst du ja weiterhelfen und Dein Wohnzimmer für diese gebärenden Personen zur Verfügung zu stellen? Dann hätten die ja eine akzeptierte Alternative, Du hilfst doch sicher gerne weiter damit die Rente gesichert wird.

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