TRIER – Mit stehenden Ovationen und unzähligen Lachsalven feierte , Samstag 28. Februar, das kleine Volkstheater Trier im Gut Avelsbach die Premiere seines neuen Mundartstücks „Pensiun Kolwefresser“. Und eines steht fest: Dieses Stück hat Lachmuskelgarantie.
Birgit und Helmut Leiendecker haben ihrem Ensemble erneut ein Werk auf den Leib geschrieben – voller Wortwitz, Tempo und Trierer Herzblut. Gespielt wird in feinster Trierer Mundart, doch auch Nicht-Trierer finden dank der ausdrucksstarken Darstellung mühelos Zugang zur Handlung. Die Pointen sitzen, die Dialoge sprühen vor Einfallsreichtum, und immer wieder brandet Zwischenapplaus mit jede Menge Lachern im Publikum auf.
Im Mittelpunkt der turbulenten Geschichte stehen drei Schwestern, die gemeinsam eine Pension führen. Doch in der „Pensiun Kolwefresser“ geht es alles andere als beschaulich zu: Ihr Bruder, Präsident der Rockergruppe „Treverer Strämbelcher“, nutzt die Räume regelmäßig für seine Sitzungen. Allein das sorgt schon für reichlich Situationskomik. Hinzu kommen illustre Pensionsgäste, die das Geschehen gehörig durcheinanderwirbeln.
Da wäre etwa eine junge Mutter mit Baby – und plötzlich springt Rockerpräsident Mäcky Chicken genannt „Ganze Goggel“, mitsamt seinen Jungs als etwas unbeholfene aber liebevolle Babysitter ein. Das daraus entstehende, hitverdächtige Wiegenlied gehört zweifellos zu einem der vielen musikalischen Höhepunkte des Abends. Immer wieder wird auch das Publikum kurz zum Mitsingen eingeladen.
Ganz klar gehört da auch ein eigenes Fanlied für den SVE, der Eintracht Trier, dazu.
Überhaupt wird an diesem Abend viel gesungen und gerockt – eine mitreißende Mischung aus Volkstheater, starken Sprüchen im Dialekt, Musikstücken und überschäumender Spielfreude.
Für zusätzliche Verwicklungen sorgt ein herzerfrischender Heiratsschwindler mit markantem Ost-Dialekt, der sich in der Pension einquartiert und den drei Schwestern charmant den Kopf verdreht. Wortwitz und überraschende Wendungen treiben die Handlung mit hohem Tempo voran.
Das Ensemble zeigt Spielfreude pur. Jeder gibt sichtbar „Vollgas“, alle agieren textsicher und mit bemerkenswertem Improvisationstalent. Besonders Helmut Leiendecker überzeugt in seiner Rolle mit pointiertem Timing und großer Bühnenpräsenz. Doch das Stück lässt jeder Figur genügend Raum zur Entfaltung – auch den neuen Ensemblemitgliedern, die sich nahtlos in das spielfreudige Team einfügen. Darunter auch ein überzeugender Bühnenneuling, Jürgen Drees, als „Bliemchie (Hippie)“.
Das ansprechende Bühnenbild in der ehemaligen Kelterhalle des Guts Avelsbach bietet dafür den stimmungsvollen Rahmen. Dazu haben auch Licht, Ton und Einspieler auf professionellem Niveau beigetragen.
Hier fügen sich Mundart, Musik, Tempo und Wortwitz zu einem rundum gelungenen Theaterabend zusammen. Übrigens lohnt es sich für Fans der Harley-Davidson Motorräder etwas früher zu kommen, direkt am Eingang sind drei echte Klassiker ausgestellt.
Kein Wunder also, dass sämtliche weiteren neun Vorstellungen bereits ausverkauft sind. Wer eine Karte ergattert hat, darf sich auf einen Abend voller Herz, Humor und Trierer Lebensgefühl freuen.
















