Theatersanierung: MIT Trier fordert Transparenz – Kritik am Vorgehen des OB

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Blick auf den geplanten neuen Haupteingang des Theater Trier im Entwurf des Wettbewerbssiegers Studio PFP. Das Portal wird an der Gerty-Spies-Straße liegen und sich zur Stadt hin öffnen. Abbildung: Prof. Jörg Friedrich | Studio PFP GmbH, Hamburg

TRIER. In der Diskussion um die Sanierung des Theaters Trier meldet sich die Trierer Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), die Wirtschaftsvereinigung in der CDU, zu Wort. In einer Pressemitteilung erklärt die MIT, der Theatersanierung grundsätzlich positiv gegenüberzustehen, formuliert allerdings angesichts der Kosten drei zentrale Forderungen.

In Anbetracht des Zustandes des Gebäudes sei „eine Sanierung unumgänglich und auch notwendig“, so Christoph Selbach-Schneider, Vorsitzender der MIT Trier. Dennoch sollten die Kosten „so gering wie möglich gehalten werden“. Trier brauche keinen „Protzbau“.

Ferner müsse das Land „neben der finanziellen Förderung des Projektes sich im gleichen prozentualen Umfang auch an möglichen und definitiv zu erwartenden Kostensteigerungen“ beteiligen.

Drittens gibt es laut Selbach-Schneider „weitere Dinge, über die gesprochen werden muss.“ Zu diskutieren seien „die Form des Betriebs des Theaters in der Zukunft, wie Anzahl der Sparten, die Trägerschaft, Eintrittspreise, aber auch eine viel multifunktionalere Nutzung des Gebäudes wie die Vermietung an Externe.“ Auch müsse über eine Umwandlung in ein Staatstheater geredet werden.

Man fordere „vollkommene Transparenz über die Finanzen im Rahmen des Theaterprojektes“. Mit Blick auf einen Bericht des Volksfreunds über den Bau des zwölf Millionen Euro teuren Probezentrums im Energie- und Technikpark kritisiert Selbach-Schneider: „Wenn die Theatersanierung die Stadt 90,5 Millionen Euro kosten soll und das Probezentrum wohl bei 12 Millionen Euro liegen wird, kostet das Theater de facto schon über 100 Millionen Euro – zwar nicht direkt durch die Stadt getragen, aber künftig die städtischen Finanzen entsprechend belastend.“

In dem Bericht hieß es, Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) habe sich im Jahr 2020 mit dem damaligen Stadtvorstand ohne Einbeziehung des Stadtrates darauf verständigt, dass die Stadt den SWT für die Probebühnen über eine halbe Million Euro Miete pro Jahr zahlt, und zwar bei einer zweiprozentigen Mietsteigerung pro Jahr. Aus Sicht der MIT sei daher zu prüfen, ob es zu Rechtsverstößen in Bezug auf die Kommunalfinanzen gekommen ist.

„Wir stehen für wirtschaftliche Vernunft, Transparenz, saubere Bilanzierung und vor allem eine verursachungsgerechte Verrechnung von Kosten für die Bürger. Die Stadtwerke dürfen nicht zu einem zweiten Haushalt oder gar einem Schattenhaushalt werden“, heißt es von der CDU-Wirtschaftsvereinigung. Die „undurchsichtige Finanzierungslage“ schade „dem Theaterprojekt in Gänze.“ (Quellen: Mittelstands- und Wirtschaftsunion Trier, Trierischer Volksfreund)

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