Fünf Jahre nach der Amokfahrt: So gedenkt Trier der Opfer am 1. Dezember

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Menschen Gedenken der Opfer der Trierer Amokfahrt an der Porta Nigra; Foto: lokalo.de (se)

TRIER. Fünf Jahre nach der schrecklichen Amokfahrt in der Trierer Fußgängerzone gedenkt die Stadt am 1. Dezember der sieben getöteten Menschen und der zahlreichen Verletzten und Traumatisierten. An der Gedenkstätte nahe der Porta Nigra findet um 13:46 Uhr eine offizielle Zeremonie statt – genau zu jener Uhrzeit, in der der Täter seinen Anschlag begann.

Ein Ereignis, das Trier bis heute prägt

Amokfahrt 2020: Sieben Tote, viele Verletzte – tiefe Wunden in der Stadt

Die Amokfahrt vom 1. Dezember 2020 gehört zu den schwersten Gewalttaten in der Geschichte Triers. Ein Trierer fuhr mit einem SUV gezielt durch die Fußgängerzone – fünf Menschen starben unmittelbar, zwei weitere später. Dazu kamen dutzende Verletzte und traumatisierte Personen.

Foto: dpa-Archiv

Bis heute leiden Betroffene, Hinterbliebene und viele Bürgerinnen und Bürger unter den Nachwirkungen des Anschlags. An diesem Tag wurde Trier tief erschüttert – und nachhaltig verändert.

Gedenkveranstaltung um 13:46 Uhr – Stadt, Politik und Blaulichtfamilie vereint

Helena-Glocke des Doms läutet zum stillen Erinnern

Wie in den Vorjahren lädt die Stadt Trier am 1. Dezember zu einer offiziellen Gedenkzeremonie an die Gedenkstätte Christophstraße / Porta-Nigra-Platz ein.
Der Beginn ist bewusst gewählt: 13:46 Uhr, der Zeitpunkt des Anschlags.

Vor Ort werden erwartet:

  • Mitglieder des Stadtvorstands,

  • Vertreter aller Stadtratsfraktionen,

  • Angehörige der Blaulichtfamilie,

  • sowie der Nachsorge-Kreis der Hinterbliebenen und Betroffenen.

Der Ablauf wurde eng mit den Betroffenen abgestimmt.
Zur gleichen Zeit wird die Helena-Glocke des Trierer Doms erklingen – ein starkes, stilles Zeichen des Erinnerns.

Gottesdienst für Hinterbliebene im Josefstift

Geschützter Raum für Betroffene – gemeinsamer Weg zur Gedenkstätte

Foto: dpa

Im Vorfeld findet ein ökumenischer Gottesdienst in der Kapelle des Josefstifts statt – exklusiv für den engeren Kreis der Hinterbliebenen und Betroffenen.
Gemeinsam geht es anschließend zur Gedenkstätte, wo sie in die öffentliche Zeremonie eingebunden werden.

Die Gedenkstätte: 2,80 Meter hohe Bronze-Stelen als Raum der Gemeinschaft

Ein Ort, der Schmerz, Erinnerung und Zusammenhalt symbolisiert

Die heutige Gedenkstätte wurde 2024 vom Künstler Prof. Clas Steinmann gestaltet.
Sie befindet sich nahe des Ortes, an dem der Täter gestoppt und festgenommen wurde – bewusst mitten in der Stadt, sichtbar, im Alltag verankert.

Foto: lokalo.de (se)

Die Anlage besteht aus 2,80 Meter hohen Bronzestelen, die wie eine offene Gruppe wirken. Trauernde können in die Stelen hineintreten und so symbolisch Teil einer schützenden Gemeinschaft werden.

Auf Wunsch der Hinterbliebenen wurde dieser Ort geschaffen, um das Ereignis dauerhaft im Gedächtnis der Stadt zu verankern und Betroffenen eine würdige Form des Gedenkens zu geben.

In der Fußgängerzone erinnern zusätzlich dezentrale Gedenkpunkte an die Stellen, an denen Menschen getötet wurden.

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