BONN/BERLIN. Wie der SWR berichtet, befinden sich auf den Konten der Hilfsorganisationen für die Opfer der Jahrhundertflut in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen noch immer 185 Millionen Euro an Spendengeldern.
Von den 282,2 Millionen Euro, die die Aktion Deutschland hilft aus Maltesern, Johanniter, ASB und AWO gesammelt hat, sind, Stand Ende 2022, 118,2 Millionen noch nicht ausgezahlt. Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe, zu dem Caritas international, DRK und Diakonie Katastrophenhilfe gehören, hat 69,33 Millionen Euro von insgesamt 163,63 Millionen noch nicht ausgezahlt. Insgesamt liegen also noch 187,53 Millionen Euro an Spenden auf den Konten der Hilfsorganisationen, die eigentlich den Flutopfern in den beiden Bundesländern zugute kommen sollten.
Zur Begründung führen die Organisationen u.a. an, dass viele Betroffene noch keinen Antrag auf Wiederaufbau gestellt hätten. Dies könne an fehlenden Gutachtern, Handwerkern oder Materialien liegen, aber auch an psychischen Traumata. Das Aktionsbündinis unterstütze Betroffene derzeit bei der Stellung von Anträgen, z.B. bei Behörden oder Versicherungen.
Der Vorsitzende des Deutschen Fundraising Verbands (DFRV), Martin Georgi, kritisiert mangelnde Kommunikation zwischen Hilfsorganisationen, staatlichen Stellen und Versicherungen. Die Probleme seien seit langem bekannt. Georgi rief zu Zusammenarbeit und Bürokratieabbau auf.
Bis wann die verbleibenden Spendengelder ausgezahlt werden, bleibt unklar. Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe geht davon aus, dass der Wiederaufbau noch drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen wird. Die Aktion Deutschland Hilft will solange helfen, wie es nötig ist. (Quelle: SWR)



















