Stead­fast Noon: NATO-Atomwaffenmanöver in der Eifel

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Symbolbild

Bildquelle: pixabay

BÜCHEL. Seit Beginn dieser Woche findet am Fliegerhorst Büchel in der Eifel das Atomwaffenmanöver „Steadfast Noon“ des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses (NATO) statt. Das jährlich von der NATO durchgeführte Manöver soll noch bis zum 16. Oktober den Umgang mit Atomwaffen, insbesondere von Flugzeugen die im Falle eines atomaren Einsatzes mit entsprechendem Material ausgestattet werden können, erproben. Hierbei werden entsprechende Übungsbomben verwendet, bei denen kein atomarer Sprengkopf eingesetzt ist.

In den Bunkern des Standortes Büchel sollen im Zuge einer Modernisierung etwa 20 US-Atomwaffen des Typs B61 Mod. 12 gelagert werden. Der Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe ist seit 2007 der einzige Standort in Deutschland an dem sich Atomwaffen befinden.

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Insgesamt neun Länder der an der nuklearen Teilhabe beteiligten NATO-Mitgliedsstaaten sind am diesjährigen Manöver beteiligt. Neben den USA, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien nehmen auch die Länder Griechenland, Polen, Tschechien und die Türkei an den Übungen teil. Dies bestätigte das Verteidigungsministerium auf Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Tobias Lindner.

Die nukleare Teilhabe ist ein Konzept innerhalb der Abschreckungspolitik des Bündnisses. Dabei werden auch Mitgliedsstaaten ohne eigene Nuklearwaffen in die Planung des Einsatzes von Kernwaffen durch die NATO einbezogen.

Einer Mitteilung der griechischen Luftwaffe ist es zu verdanken, dass der Standort der Atomwaffenübung öffentlich wurde. Normalerweise unterliegt dieser der Geheimhaltung. Vergangenen Freitag verkündeten die Griechen in einer Mitteilung auf ihrer Webseite, sich mit drei Flugzeugen und Soldaten an der in Büchel stattfindenden NATO-Übung zu beteiligen.

Lediglich eine zweiteilige Übung namens „Cold Igloo“, deren erster Teil bereits im September stattfand und deren zweiter Teil zurzeit in der Eifel stattfindet, wurde durch die deutsche Flugsicherung und die militärischen Luftfahrtbehörden bekanntgegeben. Ein Zusammenhang mit „Steadfast Noon“ wurde bereits länger vermutet, da die NATO in einem älteren Dokument ihre jährliche Atomübung auf genau diesen Zeitraum datierte. Auf Anfrage des Grünen-Politikers Tobias Lindner, der nach nach dem Zweck der Übung „Cold Igloo“ gefragt hatte, antwortete das zuständige Ministerium knapp, dass es sich bei der Übung um eine Kernaufgabe des Verteidigungsbündnisses handelt.

„Dieses Manöver ist nichts weiter als eine Machtdemonstration in Richtung Osteuropa und eine zusätzliche Bekräftigung der nuklearen Teilhabe Deutschlands. In guter alter NATO-Manier werden dabei die Belange der Zivilbevölkerung ausgeblendet. Damit muss Schluss sein. Hiermit spreche ich mich entschieden gegen dieses Manöver aus und fordere den sofortigen Abzug aller Atomwaffen aus Büchel“, kommentierte die Trierer Bundestagsabgeordnete Katrin Werner die Ereignisse.

Nicht nur von politischer Seite gibt es kritische Stimmen zu dem Manöver, auch aus der Zivilbevölkerung häuft sich der Protest. So rechnet etwa die „Bürgerinitiative gegen Fluglärm, Bodenlärm und Umweltverschmutzung“ mit massiver Lärmbelästigung durch tieffliegende Jets.

Die Gruppe „Büchel-Atomwaffenfrei“ bezeichnete die geplante Modernisierung des Atomwaffenarsenals auf dem Fliegerhorst Büchel bereits im September als eine getarnte Aufrüstung und ruft auch im Zuge der aktuellen Übungen, welche laut der Gruppe das größte NATO-Manöver seit zehn Jahren darstellen, zu Protestaktionen auf.

Unterstüzung erhält die Gruppe dabei von der Arbeitsgemeinschaft Frieden in Trier, die die Proteste unterstützen möchte.

4 KOMMENTARE

  1. Ami, go home! Leider ist die Bundesregierung mit Angela Merkel an der Spitze zu feige, die Amerikaner unseres Landes zu verweisen. Die USA haben in den letzten 15 Jahren nur Unfrieden in der Welt gestiftet (Irak, Afghanistan, Ukraine, aktuell: Syrien, wo die Amerikaner Berichten zufolge Dschihadisten gegen die Russen unterstützen). Demgegenüber hat sich Rußland nur dort eingemischt, wo wirklich auch vitale eigene Interessen berührt waren. Daß derzeit so viele „Flüchtlinge“ nach Deutschland kommen, haben wir auch den Amerikanern zu verdanken. Warum werden diese „Flüchtlinge“ eigentlich nicht in den Kasernen und Stützpunkten der USA (z. B. Spangdahlem) untergebracht?

    • Was hinter Ihrem Beitrag steckt, erkennt man alleine schon daran, dass Sie Flüchtlinge in Anführungszeichen setzen! Allerdings frage ich mich ernsthaft, was den die „vitalen eigenen Interessen“ der Russen in Syrien sind….

      • Warum schreibe ich „Flüchtlinge“ in Anführungszeichen? Ganz einfach: Ein Großteil (!) der Menschen kommt aus Balkanstaaten, wo es keinen Krieg und keine politische Verfolgung gibt. Die Menschen, die tatsächlich vor Krieg fliehen (aus Syrien und Afghanistan), durchreisen mehrere sichere Drittstaaten und sind somit, wenn sie Deutschland erreichen, auch keine Flüchtlinge mehr. Daß Europa Menschen, die vor Krieg fliehen, Schutz gewährt, ist gut. Aber dazu gehört nicht, daß man sich als Flüchtling sein Land aussuchen darf.

        Thema Syrien/Rußland: Googeln Sie „geopolitische Interessen von Rußland in Syrien“.

  2. Für das Elend in den sogenannten Balkanstaaten (Zerschlagung der Republik Jugoslawien) ist nicht zuletzt auch Deutschland verantwortlich. Mich würde interessieren, was Sie machen würden, wenn Sie keine Lebensgrundrlage hätten. Sie aber haben ebenso wie ich von der Unterstützung der USA nach dem Krieg profitiert. Das bedeutet nicht, dass ich einverstanden bin mit der Politik der USA. Dennoch kann ich auch die Bombardierungen durch Russland nicht gutheißen. Ich finde man muss erst aufrichtig in den Spiegel schauen, bevor man andere angreift. Deutschland ist immer noch 3.größter Waffenexporteur, unterstützt die Sanktionen gegen Syrien und betreibt eine Politik, die nicht nur hierzulande die Unterschiede zwischen arm und reich immer größer werden läßt, Abgesehen davon gibt es auch etliche US Amerikaner, die mit der Politik der Regierenden ganz und gar nicht einverstanden sind, nur erfährt man hierüber hierzulande so gut wie nichts.

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