Stadt Trier neuer Träger der Porta-Nigra-Schule

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TRIER. Nach 54 Jahren Zugehörigkeit zur Lebenshilfe Trier e.V. wird die Trägerschaft der Porta-Nigra-Schule in Trier auf die Stadt Trier übergehen. Für Lehrer und Schüler wird sich wenig ändern.

„Die Aufgabe der Trägerschaft ist uns nicht leichtgefallen“, sagt Stephan Morbach, Aufsichtsratsvorsitzender der Lebenshilfe Trier e. V. und Vater eines ehemaligen Schülers. „In vielen Sitzungen haben wir uns im Aufsichtsrat mit der Zukunft der Schule befasst und diese intensiv diskutiert. Die Porta-Nigra-Schule ist ein Teil der Seele unseres Vereins. Viele Aufsichtsräte sind auch Eltern von Schülerinnen und Schülern und wir wissen, wie wichtig die engagierte Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer für die Entwicklung unserer Kinder, aber auch für die Stabilität ganzer Familien ist. Im Sinne des gesamten Lebenshilfe Trier e.V. und der Qualität unseres umfassenden lebensbegleitenden Angebots für Menschen mit einer geistigen Behinderung blieb uns am Ende aber keine andere Wahl, als die Trägerschaft zum 31. Juli 2020 aufzugeben.“

Der Lebenshilfe Trier e. V. hatte die Aufgabe der Trägerschaft nach jahrelangen Gesprächen über die Sicherung der Finanzierung gegenüber der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) im März erklärt. Seitdem haben Vertreter der ADD, der Stadt Trier, dem Landkreis Trier-Saarburg und der Lebenshilfe Trier zusammen an einem Model für die Zukunft der Schule gearbeitet. Klar war von Anfang an: Das Wohl der Schülerinnen und Schüler hat oberste Priorität. „Wir haben uns sofort dazu bereit erklärt, jetzt Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler zu übernehmen. Für uns war es nie eine Frage, ob wir die Schule als Träger übernehmen werden. Als Stadt Trier haben wir schon immer, zusammen mit unseren Partnern des Landkreis Trier-Saarburg, wesentlich zur Finanzierung der Schule beigetragen“, erklärt Bürgermeisterin Elvira Garbes. In Absprache mit der ADD wird die Stadt Trier die Trägerschaft der Schule zum 1. August 2020 übernehmen.

„Das Rückgrat einer Schule sind immer engagierte Lehrerinnen und Lehrer. Von Anfang an war deshalb unser Ziel, alle pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übernehmen, um die hohe Qualität der Porta-Nigra-Schule zu sichern“, sagt Thomas Linnertz, Präsident der ADD. Das Land Rheinland-Pfalz wird deshalb allen pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Übernahmeangebot machen und damit auch in Zukunft die pädagogische Qualität des Unterrichts sichern. Aber auch für die nicht pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie Hausmeister und Sekretariat ist eine Lösung zwischen der Stadt Trier und der Lebenshilfe Trier abgestimmt worden. Alle Arbeitsplätze sind gesichert.

„Dass die Möglichkeit eines Trägerwechsels bestand, wussten wir im Kollegium alle. Jetzt ist es so gekommen. Als Team der Schule werden wir uns weiterhin für die Schülerinnen und Schüler einsetzen. Unseren pädagogischen Alltag wird der Trägerwechsel nicht beeinflussen“, sagt Stefan Halm, der kommissarische Schulleiter der Porta-Nigra-Schule. Am Dienstag, den 7. April, wurde das Kollegium der Schule gemeinsam von Vertretern der ADD, der Stadt und der Lebenshilfe informiert.

In den kommenden Wochen bis zur offiziellen Übergabe der Trägerschaft werden sich die ADD, die Stadt Trier und der Lebenshilfe Trier e. V. eng abstimmen, um alle offenen Aspekte des Übergangs zu regeln. Alle sind sich einig, dass das Wohl der Kinder und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung zentral für alle Entscheidungen sein wird.

Die Porta-Nigra-Schule ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung. Rund 80 Schülerinnen und Schüler werden von über 30 pädagogischen Fachkräften und Förderschullehrern beschult. Eine Sekretärin, ein Hausmeister und eine Schulköchin sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Schule.

Zwei Jahre nach der Gründung der Lebenshilfe Trier wurden 1965 in der Villa Henn in der Paulinstraße die ersten Schulgruppen für Kinder mit einer geistigen Behinderung gegründet. Schnell wuchs die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der inzwischen auch staatlich anerkannten Schule auf 90 und ein größeres Schulgebäude wurde benötigt.

1987 zog die Schule dann in ein auf dem angrenzenden Grundstück errichteten Neubau um. Das aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangene Gebäude in der Engelstraße ist bis heute das Zuhause der Schule und zurzeit die einzige Förderschule mit dem Schwerpunkt ganzheitliche Entwicklung in Trier.

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