Nach illegalem Autorennen: Polizei nimmt Fahrer Wagen weg

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KAISERSLAUTERN. Nach einem illegalen Rennen in Kaiserslautern hat die Polizei einem der Fahrer das Auto abgenommen. Ein Abschleppwagen habe den Wagen abgeholt, teilte die Polizei am Montag mit.

Nach den bisherigen Ermittlungen war der 22 Jahre alte Eigentümer in der Nacht zum Samstag mit dem Wagen ein Rennen gegen einen 26-Jährigen gefahren.

Ein Zeuge filmte die Szene und stellte das Video ins Internet. Dort sah es ein Polizist und nahm die Ermittlungen auf. Einen Tag später rückte der Abschleppdienst an.

Nach der aktuellen Gesetzesänderung müssen Veranstalter und Teilnehmer unerlaubter Autorennen künftig damit rechnen, dass ihr Führerschein und das Auto eingezogen werden können.

Die Beamten des Polizeipräsidiums Westpfalz überwachen seit mehreren Jahren die Tuningszene, so dass illegale Autorennen im Zuständigkeitsbereich der westpfälzischen Ordnungshüter eher weniger vorkommen. Seit Anfang des Jahres gibt es bei der Polizei in der Westpfalz ein „Expertenteam Tuning“, eine bislang landesweit einmalige Einheit von speziell geschulten Beamtinnen und Beamten, das in enger Abstimmung mit den Fahrerlaubnis- und Zulassungsbehörden von Stadt und Landkreis Kaiserslautern und der zentralen Bußgeldstelle in Speyer, entsprechende Kontrollmaßnahmen durchführt.

Die Fachleute verfügen neben umfassenden technischen Kenntnissen aus dem Tuningbereich auch über sehr gute Szenekenntnisse. „Selbstverständlich sind nicht alle Tuner per se auch Raser“, weiß Polizeioberkommissar René Schärer. Schärer koordiniert das Expertenteam. „Den meisten geht es lediglich darum, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und sich über die facettenreichen Individualisierungsmöglichkeiten des eigenen aber auch anderer Fahrzeuge auszutauschen.“, so der szenenkundige Fachmann. „Wir wissen allerdings auch“, so Schärer, „dass es einen geringen Prozentsatz in der Szene gibt, die insbesondere die leistungsgesteigerten Umbauten auch auf der Straße austesten möchte.“

Während der diesjährigen Saison, die in der Regel von März bis Oktober geht, wurden durch das Expertenteam bereits mehrere hundert illegal veränderte Fahrzeuge beanstandet. Davon durften viele die Kontrollörtlichkeit aufgrund ihres verkehrsunsicheren Zustandes nicht mehr auf den eigenen vier Rädern verlassen beziehungsweise mussten abgeschleppt werden. Technik- und tuningbegeisterte Fans sollten sich deshalb vor einem Um- oder Anbau unbedingt informieren, ob die geplanten Modifikationen ihres Fahrzeugs zulässig sind. Prüfstellen für das Kraftfahrzeugwesen helfen und sollten bereits vor einem „Facelift“, „Aufmotzen“ oder „Pimpen“ zu Rate gezogen werden.

Durch einen speziell für die Szene entworfenen Infoflyer möchte das Polizeipräsidium Westpfalz die Tuner oder solche die es noch werden möchten, gezielt über unzulässige Umbauten und verbotene Verhaltensweise informieren. Fahrer, die das erste Mal auffallen erhalten eine sogenannte „Ampelkarte“ vom Expertenteam. Die Ampel auf der Karte zeigt Gelb. Sie soll dem Fahrer verdeutlichen, dass er es selbst in der Hand hat, durch sein künftiges Verhalten das Umspringen der Ampel nach Rot oder Grün zu beeinflussen.

Um auch in Zukunft illegale Autorennen beweissicher verfolgen und Initiatoren beziehungsweise Teilnehmer ermitteln zu können, ist die Polizei auf Hinweise von Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Dazu benötigen die Beamten Informationen wo bereits Rennen beobachtet wurden und im Falle einer aktuellen Rennsituation, welche Fahrzeuge (möglichst mit amtlichem Kennzeichen und Beschreibung der individuellen Umbauten) beteiligt waren. Wichtig ist auch die Beschreibung des Fahrers. Idealerweise lässt sich mit einem Smartphone die jeweilige Situation filmen und fotografieren.

Allen Liebhabern schöner Autos wünscht das Polizeipräsidium Westpfalz eine „knitterfreie“ Winterzeit und einen guten und vor allem rechtskonformen Start in die kommende Saison 2018.

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