Welterbe aus Lego: Stadtmuseum Trier zeigt Familienausstellung „Achtung, Baustelle!“

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v.l.n.r.: Helen und Winfried Ballmann (Lego-Modellbauer, Duisburg), Dr. Viola Skiba (Direktorin Stadtmuseum Simeonstift), Wolfgang Möller (Lego-Modellbauer, Trier-Euren), Alexandra Orth (Kuratorin der Ausstellung), Jens-Georg Feierabend (Lego-Modellbauer, Hamburg) und Markus Nöhl (Kulturdezernent der Stadt Trier) vor einem von Wolfgang Möller geschaffenen Lego-Panorama des Hauptmarktes. Foto: Alexander Scheidweiler

TRIER. Das Stadtmuseum Simeonstift zeigt ab Sonntag die Familienausstellung „Achtung, Baustelle!“. Beeindruckende Lego-Modelle erwecken das Trierer Welterbe von der Porta Nigra über den Dom bis zur Römerbrücke zum Leben. Mitmachstationen laden zum Experimentieren ein und beleuchten das Thema Bauen in all seinen Facetten, immer in spielerischer, kindgerechter und familienfreundlicher Weise.

Von Alexander Scheidweiler

Das beste Stichwort für die neue Ausstellung sei Leidenschaft, so der Trierer Kulturdezernent Markus Nöhl am heutigen Freitag vor Pressevertretern im Stadtmuseum Simeonstift. Ein wenig merkte man ihm die Leidenschaft auch selbst an, wenn er davon sprach, es handele sich um „eine Ausstellung, die vielen das Herz höher schlagen lassen wird, und zwar sowohl Groß als auch Klein.“

Denn die Familien- und Mitmachausstellung „Achtung, Baustelle!“ anlässlich des Jubiläums „40 Jahre UNESCO-Welterbe in Trier“ macht erlebbar, wie Bauwerke entstehen und bietet einen Rundgang von monumentalen Römerbauten über barocke Paläste bis hin zu historischen Wohnhäusern. Der Clou: Alles wird veranschaulicht mit inspirierenden Lego-Modellen renommierter Modellbauer aus Trier und ganz Deutschland sowie Luxemburg. Die Römerbrücke, die Porta Nigra, die Konstantinbasilika, die Bauten des antiken Rom und mehr erwachen zum Leben, in Gestalt von Nachbauten aus den beliebten Klemmbausteinen.

Kindheitserinnerungen werden wach

Auch bei ihm selbst würden Kindheitserinnerungen wach, erklärte Nöhl: Lego sei mit der Erinnerung verbunden, „am Heiligabend am Weihnachtsbaum zu sitzen, die Packung aufzureißen und das Spielzeug aufzubauen. Es gab nichts Schöneres!“ Eine Erinnerung, die zweifellos viele Menschen teilen. Gerade diese Verbindung der Leidenschaft für das beliebte Spielzeug mit dem Trierer Welterbejubiläum sei etwas ganz Besonderes, sagte der Kulturdezernent. So sei eine „Familienausstellung mit stadthistorischen Bezügen“ entstanden, in der man viel lernen könne. So gehe es darum, das Bauen zu erklären und darzustellen, wie ein Gebäude entsteht, von Materialien über Werkzeuge bis zum fertigen Bauwerk, „auf eine charmante, spielerische Art und Weise“.

Die Direktorin des Stadtmuseums, Dr. Viola Skiba, fügte hinzu, dass das Museum bereits in der Ausstellung „Konturen der Stadt. Die Geschichte der Trierer Stadtmauer“ Lego-Modelle gezeigt habe, was bei den Besucherinnen und Besuchern sehr gut angekommen sei: „Da hieß es dann: ‚Bitte mehr Lego!‘“ Der Fokus der Modelle liege ganz klar auf Trier, doch es seien Bauwerke aus ganz Europa vertreten, so die Museumsdirektorin. Da Städtebau zudem immer ein Thema sei, sei es der Wunsch des Museums gewesen, die Materie familienfreundlich und auch Kinder gerichtet zu vermitteln.

Offener Spielbereich mit Moseltal-Teppich

Alexandra Orth, Kuratorin der Ausstellung, nahm ebenfalls auf die Stadtmauer-Ausstellung Bezug, bei der sich gezeigt habe, dass die Lego-Modelle Kinder und Erwachsene begeistert hätten, z.T. Väter und Großväter sogar noch mehr als die Kinder selbst. In „Achtung, Baustelle!“ habe man nun darauf geachtet, die Kinder noch stärker einzubinden. So sind die Exponate nicht nur mit niedrigschwelligen Texten versehen, sondern es gibt auch einen offenen Spielbereich mit einem eigens designten Moseltal-Teppich, auf dem die Kinder nach eigenen Wünschen und Vorstellungen ihre Version der Stadt Trier in Lego bauen können.

Hinzu kommen weitere Stationen, die unterschiedliche Aspekte des Themas Bauen anschaulich darstellen. So werden etwa die richtige Wahl der Materialien, die Statik, Maße und Vermessen spielerisch aufgegriffen, mit Hands-on-Stationen, an denen man experimentieren kann. Zudem spiele Teamwork eine große Rolle: Beim Bauen — gleich ob mit Lego oder im Großen mit echten Baumaterialien — muss stets zusammengearbeitet werden, besonders im Bereich des Städtebaus. Rücksichtnahme auf alle Beteiligten ist erforderlich, auch diese Facette des Bauens wolle die Ausstellung hervorheben.

Die Mitmach-Ausstellung „Achtung, Baustelle!“ wird vom 25. Januar bis zum 12. April gezeigt. Sie ist geeignet ab dem Kindergartenalter. Darüber hinaus gibt es ein vielfältiges Begleitprogramm. Weitere Informationen zur Ausstellung finden sich hier.

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