Deutlich weniger unbegleitete minderjährige Geflüchtete: Jugendamt Trier registriert starken Rückgang

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Symbolbild; dpa

TRIER. Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in Rheinland-Pfalz ist 2025 deutlich gesunken. Das teilte Jugendamtsleiter Carsten Lang im Jugendhilfeausschuss mit. Trotz der Entspannung warnt das Jugendamt: Die bestehenden Versorgungsstrukturen müssen stabil bleiben.

274 Neuzugänge – deutlich weniger als in den Vorjahren

Vom 1. Januar bis 31. Oktober 2025 wurden im landesweiten Sonderdienst des Trierer Jugendamts 274 unbegleitete minderjährige Geflüchtete registriert. Damit setzt sich ein klarer Rückgang fort – angesichts vorher deutlich höherer Zugangszahlen aus Krisenregionen.

Von den 274 Jugendlichen wurden 210 Personen in das rheinland-pfälzische Clearingverfahren übergeleitet. 27 junge Geflüchtete wurden schließlich der Stadt Trier zugewiesen und werden hier durch die Jugendhilfe betreut.

Die Mehrheit der Neuankömmlinge ist 16 oder 17 Jahre alt.

Ukraine weiterhin Spitzenreiter – Somalia und Syrien folgen

Die Verteilung nach Herkunftsländern zeigt eine deutliche Verschiebung:

  • Ukraine: 57 Fälle

  • Somalia: 43 Fälle

  • Syrien: 26 Fälle

Damit stellt die Ukraine 2025 die größte Gruppe unbegleiteter Minderjähriger, gefolgt von Geflüchteten aus afrikanischen und arabischen Krisengebieten.

Ursachen: Strengere EU-Asylpolitik und erschwerte Einreise

Das Jugendamt nennt mehrere Gründe für die sinkenden Fallzahlen:

  • Verschärfte EU-Asylpolitik

  • Schärfere Kontrollen an den deutschen Grenzen

  • Aussetzen der Familienzusammenführung für junge Geflüchtete aus Syrien

Die Summe dieser Maßnahmen erschwert die Einreise – was sich unmittelbar in der Statistik widerspiegelt.

Jugendamt warnt: Versorgungsstrukturen nicht abbauen

Trotz rückläufiger Zahlen mahnt Jugendamtsleiter Carsten Lang zur Vorsicht:

„Die größte Herausforderung besteht darin, die vorhandenen Versorgungsstrukturen bei den freien Trägern aufrecht zu erhalten, damit wir bei wieder wachsenden Zugangszahlen krisensicher handeln können.“

Da die Entwicklung der Zugangszahlen stark von weltpolitischen Ereignissen abhängt, bleibt die Lage dynamisch und schwer planbar.

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