SCHWEICH. Die Polizeiinspektion Schweich hat heute ihre Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2024 veröffentlicht. Wieviele Unfälle haben sich im Dienstgebiet ereignet? Was waren die Ursachen? Wieviele Verletzte gab es?
Laut der Unfall-Bilanz ereigneten sich im Jahr 2024 1642 Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeiinspektion Schweich
Unfallzahlen sind fast gleichgeblieben
Im Jahr 2024 wurden bei der Polizeiinspektion Schweich insgesamt 1642 Verkehrsunfälle aufgenommen. Neben der rein statistischen Erfassung lösten diese Ereignisse aber auch zahlreiche strafprozessuale Maßnahmen aus.
Damit ist im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der Verkehrsunfälle um 14 gesunken, dies entspricht ca. 1%.
1261 Unfälle ereigneten sich in der Stadt und der Verbandsgemeinde (VG) Schweich, sowie in Teilen der VG’en Trier-Land und Ruwer; die restlichen 381 im Bereich des Stadtgebietes Trier – Stadtteile Ehrang, Quint, Pfalzel, Biewer und Ruwer mit Eitelsbach.
Keine Verkehrstoten in 2024
Bei 170 Verkehrsunfällen blieb es nicht nur bei materiellen Schäden; hier kamen insgesamt 229 Menschen zu Schaden. Im Einzelnen waren – neben 187 Leichtverletzten und 42 Schwerverletzten – in 2024 keine Verkehrstoten zu beklagen.
Damit stieg die Zahl der Leichtverletzten im Vergleich zum Vorjahr um drei und die der Schwerverletzten um vier.
Hauptunfallursache Geschwindigkeit und Abstand
Zu den Hauptunfallursachen zählt immer noch die überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit. Bei 101 Unfällen waren die zu hohe Geschwindigkeit mit- oder alleinursächlich. 74 dieser Geschwindigkeitsunfälle ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften.
Weitere häufige Unfallursachen waren Vorrangs- oder Vorfahrtsfehler (90) und Nichteinhalten des vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes (495); dazu zählt in vielen Fällen auch der Seitenabstand zum Fahrbahnrand. Etliche dieser Abstandsunfälle ereigneten sich auf Parkplätzen der Region, wo beim Ein- und Ausparken nicht genügend Abstand zum Parknachbar eingehalten wurde. Hinzu kommen viele Unfälle durch Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren (269).
Darüber hinaus stellten aber auch der Alkohol- und Drogenkonsum ein erheblich erhöhtes Unfallrisiko dar. Unter der Einwirkung berauschender Mittel ereigneten sich 25 Unfälle, die für die Beteiligten entsprechende Konsequenzen (Blutprobenentnahme, Sicherstellung von Fahrzeug und Führerschein, usw.) nach sich zogen.
Ohne einen vorangegangenen Verkehrsunfall wurden außerdem bei 46 Verkehrsteilnehmenden Maßnahmen wegen Alkohol- oder Drogenkonsum angeordnet.
In weiteren 39 Fällen genügten präventive Maßnahmen. Hier war es noch nicht zu straf- oder bußgeldbewehrten Fahrten gekommen. Daher durften die Betroffenen am nächsten Tag ihr Fahrzeug und ihren Führerschein wieder in Empfang nehmen und blieben vor weiteren Konsequenzen verschont.
Zahl der Verkehrsunfälle mit Unfallflucht leicht gestiegen
In 345 Fällen ergriffen die Unfallverursachenden zunächst unerkannt die Flucht. Dies sind 21% aller Unfälle und im Vergleich zum Vorjahr 27 Unfallfluchten mehr.
Während es einerseits bedauerlich ist, dass sich Jahr für Jahr zahlreiche Verkehrsteilnehmende ihrer Verantwortung zu entziehen versuchen, erfreut andererseits das Ergebnis polizeilicher Ermittlungen. Dank der Aufmerksamkeit von Zeugen und durch akribische Ermittlungstätigkeit der Unfallfluchtsachbearbeitenden lag die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich bei 42 %. Damit konnten 145 Straftäter/-innen ausfindig gemacht und den Geschädigten eine Schadenregulierung ermöglicht werden.
Daher ist auch diesmal wieder der Dank an die aufmerksame Bürgerschaft zu richten, verbunden mit der Bitte an alle, ihre Beobachtungen möglichst unverzüglich der Polizei mitzuteilen.
Zahl der Kinderunfälle gesunken
2024 wurden 16 Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung registriert. Damit verringerte sich die Zahl der Unfälle mit Kindern im Vergleich zum Vorjahr um vier.
Zwei Kinder wurden als Fußgänger leichtverletzt. Zwei Kinder wurden als Radfahrer schwer- und eines leichtverletzt. Drei Kinder wurden als Mitfahrer leichtverletzt und drei Kinder schwerverletzt.
Es wurden zwei Schulwegunfälle im vergangen Jahr erfasst.
Unfallbeteiligung von jungen Fahrerenden gestiegen
Die Unfallzahlen der als besonders gefährdet geltenden Risikogruppe „Junge Fahrerende“ (18 bis 24 Jahre) zeigen im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 42 Unfälle.
Mit 324 Unfällen – fast 20% vom Gesamtunfallgeschehen – ist dieses Ergebnis aber im Vergleich zu dem Bevölkerungsanteil der jungen Menschen unstrittig nach wie vor viel zu hoch.
223 dieser Unfälle wurden durch junge Fahrende verursacht. Neben der Hauptunfallursache Geschwindigkeit (30x) war in acht Fällen die Missachtung der Vorfahrt mit ursächlich. In vier Fällen war es Alkoholeinfluss.
In 16 Fällen versuchten die jungen Fahrenden, sich durch Flucht zu entziehen. Dies sind sieben mehr als im Vorjahr.
Seit Jahren führt die Polizei Präventionsveranstaltungen zu dem Thema Alkohol- und Drogenkonsum an Schulen und anderen Jugendeinrichtungen durch, um den jungen Menschen in Vorträgen und persönlichen Gesprächen die Gefahren und auch die möglichen persönlichen und rechtlichen Konsequenzen in diesem Zusammenhang aufzuzeigen.
Unfallbeteiligung von Senioren > 65 gestiegen
Die Betrachtung der Unfallbeteiligung von Senioren (>= 65 Jahre) zeigt, dass bei den 355 registrierten Unfällen 55 Unfälle mit Personenschaden einhergingen. 114 Unfälle wurden durch die älteren Verkehrsteilnehmenden verursacht.
Während bei den jungen Fahrenden aufgrund mangelnder Fahrpraxis, Selbstüberschätzung und höherer Risikobereitschaft immer wieder nicht angepasste Geschwindigkeit sowie der nicht ausreichende Abstand zum Tragen kommen, zeigen sich bei den Senioren eher Defizite beim Ein-/Ausparken/Rückwärtsfahren, bei der Einhaltung des Rechtsfahrgebotes sowie der Beachtung der Vorfahrt.
In 22 Fällen versuchten auch Senioren, sich durch Flucht der Verantwortung zu entziehen.
Unfallbeteiligung von Senioren > 75 leicht gestiegen
Bei 149 Verkehrsunfällen (Vorjahr: 131) waren Senioren über 75 Jahre beteiligt. Hierbei wurden 24 Unfälle mit Personenschaden registriert, viermal mit schwerem und 20-mal mit leichtem Personenschaden.
Bei 94 Unfällen waren die Senioren Hauptverursacher. 25-mal versuchten sie sich durch Flucht zu entziehen.
Somit wurde bei jedem vierten Unfall die Schädigung entweder nicht bemerkt oder der Schaden als Bagatelle abgetan.
Unfallzahlen motorisierter Zweiradfahrer konstant
Die Gesamtzahl der Zweiradunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 38 Unfällen geblieben.
Alle Unfälle gingen mit Personenschaden einher, davon 29 leicht und neun schwer.
Zahl der Radfahrunfälle weiter gesunken
Die Auswertung der Radfahrunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr (40x) gefallen und zwar auf 36 Unfälle, davon acht mit Schwerverletzten und 28 mit Leichtverletzten. In 30 Fällen wurden die Radfahrer als Hauptverursacher geführt.
Zahl der Wildunfälle leicht gesunken
Nach der Abnahme der Wildunfälle im Vorjahr, ist in 2024 erneut eine Abnahme zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Zahl um ca. zehn %.
Insgesamt kam es 423-mal zu Wildberührung oder zu Ausweichmanövern und Kollisionen infolge von Wild auf der Fahrbahn. Glücklicherweise blieb es hier im Großen und Ganzen bei Sachschäden.
Wenn sich auch ein Wildunfall in den meisten Fällen kaum vermeiden lässt, so kann man doch das Unfallrisiko und auch die Unfallfolgen erheblich verringern, indem man angepasst fährt und bei Überlandfahrten oder in Waldgebieten jederzeit – vor allem bei Dämmerung oder Dunkelheit – mit Wildwechsel rechnet.
Ergebnis der Verkehrsunfallbekämpfungsmaßnahmen
Im Hinblick auf die Hauptunfallursachen und die Risikogruppen wurden auch im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Verkehrsüberwachungsmaßnahmen durchgeführt.
Daraus resultierend wurden im Bereich Verkehr insgesamt
– 192 Strafanzeigen und
– 368 Ordnungswidrigkeitenanzeigen
bearbeitet. Daneben wurden
– 2063 gebührenpflichtige Verwarnungen
erhoben, wobei hier die Hauptursache „Verstöße gegen die Gurtpflicht“ waren.
Außerdem wurden 266 Berichte wegen technischer Mängeln am Fahrzeug, bzw. Kontrollaufforderungen wegen nicht mitgeführter Dokumente ausgestellt.
Ziele
Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden resultieren zu einem hohen Anteil von 90 Prozent aus der Nichtbeachtung von Verkehrsvorschriften. Ziel der polizeilichen Überwachung der Regelbefolgung und der Sanktionierung bei Verstößen ist es deshalb, Verkehrsunfälle und schwere Unfallfolgen zu verhindern und somit die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten.
Eine Verringerung der durchschnittlichen Geschwindigkeit von fünf Prozent hat eine Verringerung der Unfälle mit Schwerverletzten um etwa zehn Prozent und eine Verringerung der Unfälle mit Getöteten um ungefähr 20 Prozent zur Folge.
Im Interesse einer weiteren Verbesserung der Verkehrssicherheit werden wir dort, wo mangelnde Einsicht und Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer immer wieder Verkehrsunfälle mit zum Teil schwerwiegenden Folgen verursachen, wie in den vergangenen Jahren weiterhin intensive Unfallbekämpfungsmaßnahmen durchführen.
Neben der spezialisierten Verkehrsüberwachung durch die Zentralen Verkehrsdienste, wird die Polizeiinspektion Schweich Schwerpunkte bei Geschwindigkeitskontrollen, Vorfahrtsüberwachung, Nutzung der Rückhaltesysteme – insbesondere Kindersicherung, dem Verhalten gegenüber Fußgängern und der verbotenen Handynutzung setzen.
Darüber hinaus sind weiterhin gezielte Kontrollen von Alkohol- und Drogendelikten im Straßenverkehr sowie im Hinblick auf illegale Veränderungen an Fahrzeugen (Tuning) geplant.















