DILLINGEN/VÖLKLINGEN. Für eine rasche Zusage von Fördergeldern für den klimafreundlichen Umbau der saarländischen Stahlindustrie sind am Donnerstag Tausende Beschäftigte auf die Straße gegangen. «Seit Monaten warten wir auf diese Förderzusage aus Berlin und haben bis heute noch keinen positiven Bescheid in den Händen», sagte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Lars Desgranges, in Dillingen.
Wenn der Förderbescheid nicht bis Jahresende vorliege, sei die Transformation im Saarland «hochgradig gefährdet», sagte er. «Es ist fünf vor zwölf.»
Um ein «klares Signal» an die Politik zu senden, riefen IG Metall und die Stahlindustrie am Donnerstag zu einem «Stahl-Aktionstag» an den Unternehmensstandorten Dillingen und Völklingen auf. Zu der Kundgebung in Dillingen am Vormittag kamen laut Gewerkschaft rund 6000 Teilnehmer. Sternmärsche und eine Kundgebung in Völklingen waren am späten Nachmittag und gegen Abend geplant.
Bei der Transformation geht es um die geplante Umstellung der Stahlindustrie auf die Produktion von «grünem Stahl». Ein Förderantrag liege dem Bundeswirtschaftsministerium seit neun Monaten vor, sagte ein Sprecher der IG Metall. In der Saar-Stahlindustrie arbeiten rund 14.000 Menschen.
«Die Stahlindustrie und das Saarland sind bereit: Wir verlangen jetzt grünes Licht aus Brüssel und Berlin! Die Stahlindustrie braucht schnellstmöglich Klarheit, damit Investitionen getätigt werden können», sagte auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) zur Versammlung in Dillingen.
Im Dezember hatte die Stahlindustrie einen 3,5 Milliarden Euro schweren Plan vorgelegt, um auf eine Stahlproduktion mit Wasserstoff statt Kohle und Koks umzusteigen. Ab 2027 sollen demnach im Saarland jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO2-armer Stahl produziert und 4,9 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden – vorbehaltlich der Förderzusagen aus Brüssel und Berlin in Höhe von rund 60 Prozent der Investitionskosten. (Quelle: dpa)



















