Grüner Strom für Industriekunden: Bündnis aus der Region kauft Windpark Bescheid

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Regionale Akteure für die Energiewende: die Stadtwerke Trier (SWT), die Regionalwerke Trier Saarburg (RTS), die Sparkasse Trier, die Volksbank Trier sowie der Tabakhersteller JTI. Foto: SWT

TRIER/BESCHEID. Unter Federführung der Stadtwerke Trier (SWT) haben vier Partner den Windpark Bescheid Süd im Hunsrück gekauft. Mit dem Strom versorgen sie große, regionale Industriekunden.

Rund 48 Millionen Kilowattstunden grüne Energie wird ab Ende 2023 ein weiterer Windpark im Hunsrück liefern. Aktuell laufen in der Gemeinde Bescheid, rund 20 Kilometer von Trier, die Bauarbeiten für insgesamt vier neue Türme mit einer Gesamtleistung von 16,8 MW. Während Entwicklung und Bau des Projekts noch in den Händen der Firma JUWI (Wörrstadt) liegen, gehört der Park mit Inbetriebnahme einer neu gegründeten Betreibergesellschaft: der Windpark Bescheid Süd GmbH & Co. KG. Das ist entscheidend, weil der erzeugte Strom so in der Region bleibt und künftig Unternehmen vor Ort zur Verfügung steht. Für die Betreibergesellschaft haben sich fünf regionale Akteure in einer Konstellation zusammengeschlossen, die es so bisher noch nicht gab: die Stadtwerke Trier (SWT), die Regionalwerke Trier Saarburg (RTS), die Sparkasse Trier, die Volksbank Trier sowie der Tabakhersteller JTI.

„Als regionaler Energie- und Infrastrukturdienstleister ist es uns enorm wichtig, dass wir mit unserem selbst erzeugten Grünstrom auch unsere Kunden hier vor Ort versorgen. Während wir den Bedarf unserer Privat- und Gewerbekunden schon auf diese Weise decken, gehen wir mit dem Windpark Bescheid nun den nächsten Schritt und versorgen erstmals große Industriebetriebe direkt mit eigenem Strom“, erklärt SWT-Vorstand Arndt Müller. Wolfram Leibe, Oberbürgermeister der Stadt Trier und Vorsitzender des SWT-Verwaltungsrats hebt die strategische Bedeutung hervor: „Das ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Stadtwerke. Auf dem Weg zur Klimaneutralität wollen sie bis 2030 alle Stromkunden, also Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden, zu 100 Prozent mit Energie aus der Region versorgen.“

Eine Grundlage dafür bilde auch die Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg: „Am Windpark Bescheid wird deutlich, wie wichtig es ist, dass die regionalen Akteure an dem gleichen Ziel arbeiten. Nur so können wir die Energiewende schaffen und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile für die Region generieren“, betont Stefan Metzdorf, Landrat des Kreis Trier-Saarburg. Der Kreis ist über die Regionalwerke Trier-Saarburg an dem Projekt beteiligt.

Der Vorteil für die ansässigen Unternehmen macht auch für die anderen Partner den besonderen Charme des Projekts aus: „Wenn wir den Industriebetrieben langfristig nachhaltige Energie zu stabilen und planbaren Preisen anbieten können, schaffen wir einen wichtigen Standortvorteil und stärken so die gesamte Wirtschaftskraft unserer Region“, so Johannes Kemmer, Geschäftsführer der Volksbank Trier Beteiligungsgesellschaft mbH. Dr. Peter Späth, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Trier: „Die Investition in erneuerbare Energien ist für uns nicht nur ein interessanter Business Case, sondern vor allem eine wichtige Investition in die Zukunft für die Menschen in unserer Region. Wir werden systematisch weiter in erneuerbare Energien investieren.“

So sichert sich beispielsweise JTI als Mitgesellschafter gleichzeitig einen Teil der Strommengen. „JTI freut sich, einer der Investitionspartner des Windparks zu sein. Unser Stromverbrauch stammt schon zur Hälfte aus erneuerbaren Energien. In den kommenden Jahren wollen wir den Anteil erneuerbarer Energien steigern. Der Windpark ist ein großer Meilenstein und wichtiger Beitrag zur Reduzierung von umweltschädlichen CO2-Emissionen aus der eigenen Stromproduktion“, erklärt JTIs Werksleiter in Trier, Peter Kilburg. Bis 2030 will JTI in Bezug auf die eigenen Aktivitäten klimaneutral sein. „Gleichzeitig gibt uns der Windpark langfristig Planungssicherheit bei der Energieversorgung. Durch die Partnerschaft sind wir in der Lage, Nachhaltigkeitsprojekte in unserer Region mit großen Schritten voranzutreiben.“

Als Energie-Experte übernehmen die SWT eine besondere Rolle, weil sie auch das sogenannte Bilanzkreismanagement übernehmen. Das heißt vereinfacht ausgedrückt, die SWT überwachen Stromerzeugung und –bedarf und gleichen diese in Echtzeit aus.

Darüber hinaus bieten die SWT ihren privaten Stromkunden die Möglichkeit über eine Onlineplattform in den Windpark Bescheid zu investieren. Dabei handelt es sich um ein qualifiziertes Nachrangdarlehen. Interessenten können Anteile mit einem Volumen zwischen 500 und 20.000 Euro zeichnen. Die Verzinsung beträgt drei Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Weitere Informationen dazu unter https://beteiligung.swt.de/. (Quelle: SWT)

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3 Kommentare

  1. A propos Ökostrom und CO2 bla.
    Hier in Trier sieht man jeden Samstag was das für Makulatur ist.
    An jeder Ecke mähen die ganzen Spiesser ihren Rasen damit nur ja keine Blume blüht und mal eine Biene oder ein Schmetterling sich verirrt. So manch einer ackert dabei mehr als während der Woche.
    Und im Sommer gibts dann wieder, unter Federführung vom Leibe, diesen Spiesserwettbewerb Schönster Garten oder wie der heisst, will meinen der spiessigste Garten mit dem kürzesten Rasen und den meisten unökologischen Spiessergewächsen, vermutlich von einer typischen Angehörigen der Trierer Spiesserschicht angelegt, wird den ersten Preis gewinnen.
    Eigentlich könnte der Leibe ja auch mitmachen, in seinem Garten auf dem Petrisberg blüht auch keine Blume da der Einheitsrasen permanent auf 2 cm gekürzt wird. Traurig traurig.
    Den Unterschied zwischen Spiesserdeutschland und anderen Ländern sieht man gut am Fahrradweg Apach Perl, direkt an der Grenze ist Schluss mit alles abmähen und am Feldrain dürfen auch Wildkräuter und co wachsen.

  2. „typischen Angehörigen der Trierer Spiesserschicht“
    Man könnte jetzt noch fragen wie eine typische Angehörige der Trierer Spiesserschicht aussieht.
    Ungefähr so wie die Ahnen, Dreyer und die anderen weiblichen Funktionsträgerinnen der RLP Regierung.

  3. Teils richtig Peter, wobei ich auch feststelle das sich hier „der Wind dreht“. Gestern in Wittlich vor dem Amtsgericht …. Schönste Blühwiese!

    Die Steingärten und auch bald der SpiesserWimbledonRasen haben ausgedient. Peter Lustig wird Recht behalten und die …. GrünInnen werden sich bald, meinem tiefsten Wunsch entsprechend, ausschließlich für ihr Ursprungshauptthema stark machen. Das könnt ihr , sonst nixxxx! Allez. 👍😎

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