MAINZ. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) spricht sich für Vereinfachungen bei der Nutzung von Gesundheitsdaten für die Forschung aus.
Für Forschende, die ihre Ergebnisse sehr schnell ans Krankenbett bringen wollten, sei es schwierig, die in Deutschland eigentlich zur Verfügung stehenden Gesundheitsdaten nutzen zu dürfen, kritisierte sie. «In Großbritannien sind die Datenschutzbestimmungen bei der Verwendung von Gesundheitsdaten für Forschungszwecke weniger strikt als in Deutschland.
Das müssen wir im Sinne des medizinischen Fortschritts angehen», betonte die Regierungschefin. Das sei auch im Koalitionsvertrag auf Bundesebene als politisches Ziel formuliert worden.


















Frau Dreyer. Was sabbeln Sie da bloß wieder für einen Blödsinn daher. Laut EU- DSGVO zählen Gesundheitsdaten zu den besonders schützenswerte Daten und unterliegen somit dem besonderen Schutz. Eigentlich sollten Sie wissen, dass es aufgrund der strengen Datenschutzbestimmungen in Deutschland gar nicht möglich ist was Sie da fordern. Und mit einem Vergleich zu England befinden Sie sich auf hauchdünnem Eis. Es müsste ihnen als leitende Politikerin eigentlich bekannt sein, dass gerade Großbritannien extrem lockere bis hin zu gar keinen Datenschutzbestimmungen sein eigen nennt.
Meine Schlußfolgerung: Entweder wollen Sie sich mit dieser unsinnigen Forderung mal wieder profilieren oder aber Sie haben null Ahnung von der Materie. In dem Fall sollten Sie besser den Mund halten, im Sinne von „Lieber Gott, lass mich meine Klappe halten, zumindest so lange, bis ich weiß was ich rede“
@ deichbuddler. Uns sie müssten besser recherchieren . Kein EU Land und auch nicht Großbritannien legen den Datenschutz so kleinkariert wie Deutschland aus. Mit ein Grund, warum wir in Deutschland mit der Digitalisierung so weit hinten dran sind.
Jeder Bürger ist doch mündig genug, selbst zu entscheiden, ob die Daten genutzt werden dürfen oder nicht. Und nicht vom Staat per se diktieren zu lassen, das geht generell nicht.
Im übrigen, sind Gesundheitsdaten sehr vergängliche Daten und ein neuer Befund verändert die Gesamtsituation völlig. Daher muss Deutschland den Datenschutz dringend auf europäisches Niveau senken und nicht weiter wie bisher alleine da stehen
@Hugo
Sie sind also ein Befürworter des chinesischen Prinzips? Ein Wertesystem das aufgrund von Überwachung das Leben einschließlich Beruf/ Arbeit und soziales Miteinander bestimmt? Ein Punktesystem, das aufgrund von Überwachung Menschen ins Abseits drängen kann weil irgendeine Handlung dem regierenden Kader nicht passt? So etwas ist nämlich möglich, wenn gesammelte Daten gegen die Bevölkerung eingesetzt werden.
Und gerade Gesundheitsdaten werden als hochsensibel eingestuft (in der gesamten EU). Es hat schon seinen Grund, weshalb es ärztliche Schweigepflicht gibt, weshalb auf einer AUB an den Arbeitgeber der ICD 10 nicht mit angegeben wird. Es gibt nämlich auch eine Menge Krankheitsbilder, die nicht vergänglich sind oder die aufgrund von Vorurteilen zur Diskriminierung der Betroffenen führen. Außerdem, die DSGVO ist europäisches Recht und somit für alle EU- Staaten bindend (nicht nur für Deutschland).
Ich gebe ihnen Recht, jeder Bürger kann selbst bestimmen, was er an Daten veröffentlichen möchte. Aber mal ernsthaft, glauben Sie wirklich dass alle wissen, wann sie Daten freigeben bzw. was damit passiert? Aus Kundenkarten werden Käuferprofile erstellt, bei Gewinnspielen müssen erst persönliche Daten angegeben werden bevor man erfährt, ob man etwas gewonnen hat (diese werden dann verkauft), Onlinehändler die den Kunden schon Angebote unterbreiten bevor die Suchfunktion aktiviert wird weil alle Bestellungen gespeichert werden… Ich könnte endlos weitere Beispiele bringen. Wie also soll ein Bürger, wenn er überhaupt nicht weiß, wer wann und wo die Daten sammelt und was damit gemacht wird, eine Entscheidung treffen?
Zu ihrem Vorwurf der schlechten Recherche möchte ich nur sagen, ich habe gar nicht recherchiert. Ich war vor meinem Ruhestand Ewigkeiten im Bereich Datenschutz und IT- Sicherheit tätig.