Weltweites Renommee: Hochschule Trier feiert 100 Jahre Modedesign

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Foto: Michelle Geist

TRIER. Für ein Wochenende verwandelte sich der historische Gebäudekomplex rund um den Irminenfreihof, der „Heimat“ der Trier Modedesignerinnen und -designer, in ein Festivalgelände. Zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen beschäftigten sich zum 100-jährigen Jubiläum mit den Themen Mode, Vielfalt und Nachhaltigkeit, wie die Hochschule Trier mitteilt. Auf Einladung der Fachrichtung waren Alumni, Freunde und Förderer sowie bekannte Namen aus der Modebranche zu Gast in der Fachrichtung Modedesign. Die Veranstaltung fand unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer statt.

Mode im Zentrum des Lebens

Zum offiziellen Festakt am Samstag war auch der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe sowie die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt vor Ort. „Die Fachrichtung Modedesign in Trier gilt zurecht als eine der anerkanntesten in Deutschland, sie ist ein Leuchtturm des Landes. Mode kann Tradition und Moderne verbinden sowie wirtschaftliche Nachhaltigkeit mit ressourcenschonender Design- und Produktionsweise in Einklang bringen. Designer*innen sind immer auch Protagonisten aktueller ökonomischer, sozialer und ökologischer Entwicklungen“, betonte Schmitt. 

Die Präsidentin der Hochschule, Prof. Dr. Dorit Schumann, der Dekan des Campus Gestaltung, Prof. Dr. Matthias Sieveke und der Leiter der Fachrichtung Modedesign, Prof. Dirk Wolfes als Initiator und Organisator des Festivals, begrüßten die zahlreichen Gäste, die aus ganz Deutschland, aber auch aus aller Welt zum Festival gekommen waren. „Es freut mich, dass wir dieses Jubiläum so ausgelassen in großer, internationaler Runde feiern. Schön, dass unsere Absolvent*innen auch nach dem Studium mit der Fachrichtung verbunden bleiben und unserer Einladung gefolgt sind. Großer Dank gilt allen Studierenden und dem gesamten Kollegium, die mit viel Herzblut und außergewöhnlichem Engagement weit über den regulären Stundenplan hinaus an der Umsetzung des Festivals gearbeitet haben,“ so Wolfes.

Foto: Julius Pfeuffer

Große Namen der internationalen Modebranche zu Gast am Campus Gestaltung

Strahlkraft und Reichweite über die Region hinaus: Die Fachrichtung Modedesign in Trier hat weltweit ein hohes Renommee, viele Alumni arbeiten nach ihrem Studium als Designerinnen und Designer für internationale Modefirmen wie MARC O’POLO, Calvin Klein, Marc Cain oder Saint Laurent. Und trotzdem sind sie immer noch eng mit der Fachrichtung verbunden, die guten Kontakte – von denen auch die derzeitigen Studierenden profitieren – bleiben oft auch nach dem Studium bestehen.

Symposium und internationale Partnerhochschulen

Neben den Ausstellungen, die teilweise im Rahmen des Kulturprogramms zur Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ stattfanden, wurde auch ein Symposium zur den Herausforderungen und Möglichkeiten der Nachhaltigkeit in der Modebranche veranstaltet. Ebenso waren am Festivalwochenende Studierende und Lehrende der Design-Partnerschulen ESAD Porto, BCU Birmingham und ZUYD Maastricht zu Besuch. Der internationale Austausch wurde gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ausverkaufte Modenschauen in der Europahalle Trier

Absolute Höhepunkte des Festivals waren sicherlich die beiden Modenschauen am Abend in der Europahalle. Die Modenschauen der Fachrichtung Modedesign sind überregional seit vielen Jahren bekannt und beliebt. Und so war es auch kein Wunder, dass die Shows bereits Wochen zuvor ausverkauft waren. Um allen die Möglichkeit zu bieten, wurde die Show im Livestream auf OK54.de übertragen. Die Models auf dem Laufsteg waren zuvor im Rahmen eines „Diversity Castings“ ausgewählt worden. Losgelöst von typischen Modelmaßen und Stereoptypen waren hier Persönlichkeit und Ausstrahlung gefragt, Konfektionsgröße und Alter spielten keine Rolle.

Drei dotierte Preise an Nachwuchstalente verliehen

Die große „Anniversary Show“ am Samstag wurde von der ältesten ehemaligen Dozentin Ursula Weissroth sowie dem jüngsten Studenten eröffnet. Gemeinsam drückten sie den Buzzer zur Eröffnung der Show. Nach der Show wurde der Modepreis der Stadt Trier durch Oberbürgermeister Wolfram Leibe verliehen. Aus über 40 eingereichten studentischen Kollektionen wählte die hochkarätig besetzte Jury die Arbeit „Is it cold in the water?“ von Master-Absolvent Joshua Sengespeick. Die Kollektion strahlt Orginalität und Frische aus, sie verbindet mit Witz und Ironie Sportswear-Elemente mit Haute Couture“, so das Statement der Jury. Der von der Sparkasse Trier gestiftete Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wurde erstmals auch in Form einer Skulptur verliehen. Diese ging aus einem Designwettbewerb der Stadt hervor, der Gewinnerentwurf der Studierenden Patrick Johnson und Tabea Sand (Fachrichtung Modedesign) zeigt einen dreidimensionalen Grundriss des Irminenfreihofes aus transparentem Plexiglas.

Joshua Sengespeick erhielt den Modepreis der Stadt Trier. Foto: Evelyn Klett

Ganz überraschend und spontan hatte sich die Jury auch dazu entschieden, einen weiteren Jurypreis in Höhe von 1000 Euro für ihre innovative und zukunftsweisende Kollektion an Master-Absolventin Paola Olaguivel zu verleihen. „Emotionen im Metaversum“ ist die erste komplett virtuell im 3D-Design entstandene Kollektion in Trier, eine absolute Premiere. Und so waren auch keine Modells auf dem Laufsteg, sondern Avatare präsentierten per Video die Kleidung.

Jurypreis für Paola Olaguivel. Foto: Julius Pfeuffer

Jurymitglieder Modepreis der Stadt Trier

– Antje Selzer – Calvin Klein
– Richard Gihr – Marc Cain
– Miranda Konstantinidou – Konplott
– Reinhard Brodel – C&A
– Dr. Elisabeth Dühr – Stadtmuseum Simeonstift Trier

In diesem Jahr wurde erstmalig auch ein Zuschauerpreis vergeben, gestiftet von Miranda Konstantinidou/KONPLOTT Schmuck. Hier entschied das Publikum per Stimmzettel. Der diesjährige Gewinner ist Master-Absolvent Hani Akkil mit seiner Kollektion „Ninfa Fiorentina“. Seine Haute Couture-Kollektion zeigte eine ins Surrealistische gesteigerte Interpretation des Motives der eingefrorenen Bewegung.

Hani Akkil erhielt den Zuschauerpreis. Foto: Michelle Geist

Miranda Konstantinidou, die selbst Anfang der 90er Jahre Modedesign in Trier studiert hat, verlieht den mit 2.500 Euro dotierten Preis im Anschluss an die „Anniversary Show“.

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