Straßen-Umbenennung in Trier: Neue Schilder der „Gerty-Spies-Straße“ sind montiert

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Die Beigeordneten Markus Nöhl (Mitte) und Andreas Ludwig (2. v. l) und der stellvertretende Ortsvorsteher Norbert Freischmidt (3. v. l.) demonstrieren mit Vertreterinnen und Vertretern des Stadtrats und des Ortsbeirats Trier-Mitte/Gartenfeld vor den neuen Straßenschildern ihre Unterstützung für die Umbenennung der Hindenburg- in Gerty-Spies-Straße. Foto: Presseamt Trier

TRIER. Die bisherige Trierer Hindenburgstraße, die den Alleenring mit dem Viehmarktplatz, dem Rathaus und dem Theater verbindet, heißt jetzt „Gerty-Spies-Straße“.

Mit der Montage der neuen Straßenschilder am 1. Februar wurden Beschlüsse des Stadtrats und des Ortsbeirats Trier-Mitte/Gartenfeld umgesetzt, denen eine mehrjährige kommunalpolitische Debatte vorausgegangen war. Zugleich wurden Schilder angebracht, auf denen die Gründe für die Umbenennung erläutert werden.

Kulturdezernent Markus Nöhl betont: „Die weit überwiegende Mehrheit des Stadtrats ist sich einig, dass Hindenburg wegen seiner aktiven Rolle bei der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 in Trier nicht mehr geehrt werden soll. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil ein Straßenname immer auch ein Stück Identität ist und für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner bürokratischen Aufwand nach sich zieht. Umso wichtiger war es, dass der Ortsbeirat für die Auswahl des neuen Namens eine Bürgerbeteiligung initiiert hat, bei der 170 Vorschläge eingereicht wurden.“

Im Rahmen eines mehrstufigen Wahlverfahrens im Ortsbeirat, an dessen Ende nach Stimmengleichheit mit dem Vorschlag „Am römischen Forum“ das Los entscheiden musste, wurde Gerty Spies (1897-1997) zur neuen Namenspatin erkoren. Die in Trier geborene jüdische Schriftstellerin und Holocaust-Überlebende ist im Stadtbild bereits mit ihrem Gedicht „Des Unschuldigen Schuld“ präsent, das am Mahnmal auf dem Rindertanzplatz verewigt ist. Hier war der Sammelplatz für Trierer Jüdinnen und Juden vor ihrer Deportation in die Vernichtungslager der SS. Das Gesamtwerk von Gerty Spies ist geprägt von dem Wunsch nach Verständigung und Ausgleich.

Die alten Straßenschilder mit dem nunmehr durchgestrichenen Schriftzug „Hindenburgstraße“ bleiben noch für ein Jahr hängen. Einerseits soll dadurch die Genese der Umbenennung veranschaulicht werden. Die Beibehaltung des alten Namens für eine Übergangszeit dient aber auch der besseren Orientierung für Besucherinnen und Besucher der Stadt, denn die Hindenburgstraße ist derzeit noch auf vielen Stadtplänen, die im Umlauf sind, verzeichnet.

12 Kommentare

  1. Für mich, und für viele Trierer, bleibt das immer die Hindenburgstraße! Als nächstes Opfer empfehle ich das Cafe Mohr und das Cafe Mohrenkopf, auf dem Berg Mohrenkopf. Man kann an Eurem Verstand zweifeln!

    • Wer schreibt denn nun wiederholt in meinem Namen?
      Ich finde das nicht lustig, die Redaktion sollte das umgehend klären.

  2. Ist mir Scheisseins, dass es jetzt nicht mehr die Hindenburgstraße ist. Ich werde den neuen Namen nutzen! Deutsch-Südwestafrika heißt jetzt übrigens Kamerun und Togo, Preussen gibt es übrigens auch nicht mehr und der Porta Nigra Platz heißt auch gottseidank nicht mehr Adolf-Hitler-Platz!

  3. Müssen die Bewohner einer umbenannten Straße nicht Gebühren bezahlen für die Adressänderungen aufm Perso, Fahrzeugschein etc.? Das ist doch wie ein Wohnungs-Umzug. Straßenumbenennungen für eine klingelnde Stadtkasse. Jemand betroffen hier?

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