Stadtrat beschließt sechs Windkraftgebiete – Widerstand formiert sich, 4.160 Unterschriften für Bürgerentscheid nötig
TRIER. Der Trierer Stadtrat hat im Dezember 2025 den Weg für Windenergie auf sechs Flächen im Stadtgebiet freigemacht – doch der politische Beschluss hat eine neue Protestbewegung ausgelöst. Mit dem Bürgerbegehren „Keine Windräder im Trierer Stadtwald“ wollen Initiatoren die Entscheidung kippen und eine Abstimmung aller Triererinnen und Trierer erzwingen.
Der Konflikt um die Windkraft entwickelt sich damit zu einem der umstrittensten kommunalpolitischen Themen der vergangenen Jahre.
Der Beschluss: Mehrheit für Windkraft
Bereits am 25. Juni 2025 stimmte der Stadtrat dem Entwurf zur Ausweisung von Windkraftflächen zu. Die finale Entscheidung fiel am 11. Dezember 2025 mit deutlicher Mehrheit: 46 Ratsmitglieder votierten dafür, 10 dagegen.
Mit dem Beschluss wurde der Flächennutzungsplan geändert – damit ist das Planungsrecht geschaffen. Ein automatisches Baurecht entsteht jedoch nicht. Für jede einzelne Anlage ist ein gesondertes Genehmigungsverfahren inklusive Umweltprüfung erforderlich.
Zugestimmt haben unter anderem CDU, SPD, Grüne und Linke. Ablehnung kam von Demokraten, Freien Wählern und einzelnen weiteren Ratsmitgliedern.
Diese Flächen sind betroffen
Insgesamt rund 110 Hektar im Außenbereich wurden als potenzielle Windkraftstandorte ausgewiesen:
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Wetterborn (Euren/West-Pallien) – 54,1 ha
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Herresthal Südwest (Zewen) – 10,5 ha
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Schellberg (Tarforst) – 15,6 ha
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Stahlem (Euren/Zewen) – 12,8 ha
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Balmet (Ehrang/Quint) – 9,9 ha
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Steigenberg (Ehrang/Quint) – 6,4 ha
Im Gebiet Wetterborn sollen konkret drei Anlagen des Typs Nordex N163/6.X entstehen – mit einer Nabenhöhe von 164 Metern und einer Gesamthöhe von rund 246 Metern.
Widerstand wächst: „Keine Windräder im Trierer Stadtwald“
Besonders im Stadtteil Herresthal sowie in angrenzenden Ortsbezirken hat sich deutlicher Widerstand formiert. Mehrere Ortsvorsteher, Anwohner und Unterstützer aus verschiedenen Stadtteilen haben das Bürgerbegehren initiiert.
Ziel: Ein Bürgerentscheid, bei dem die Trierer Bevölkerung direkt über die geplanten Windkraftflächen abstimmt.
Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren müssen 4.160 gültige Unterschriften gesammelt werden – rund 10 Prozent der Wahlberechtigten.
Die Initiatoren argumentieren unter anderem:
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Der Stadtwald sei ein wertvolles Naherholungsgebiet
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Die Windräder würden das Landschaftsbild dauerhaft verändern
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Es drohten Eingriffe in sensible Wald- und Artenschutzbereiche
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Der ökologische Nutzen stehe in keinem angemessenen Verhältnis zur Flächeninanspruchnahme
In öffentlichen Stellungnahmen ist von einem „irreversiblen Eingriff“ in den Stadtwald die Rede.
Politische Fronten verhärtet
Während die Ratsmehrheit die Windkraft als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieunabhängigkeit darstellt, sehen Kritiker vor allem Nachteile für Natur, Landschaft und Erholungswert.
Der Stadtrat hatte einen unmittelbaren Bürgerentscheid bislang nicht beschlossen. Nun prüft die Stadtverwaltung formal, ob das Bürgerbegehren zulässig ist. Erst danach könnte es tatsächlich zu einer Abstimmung kommen.
Die endgültige Umsetzung hängt daher von zwei Faktoren ab:
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Den späteren Genehmigungsverfahren für jede Anlage
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Dem möglichen Ausgang eines Bürgerentscheids
Stadtwald als Symbolkonflikt
Der Konflikt ist längst mehr als eine technische Debatte über Energieerzeugung. Für viele Gegner steht der Trierer Stadtwald symbolisch für Natur- und Erholungsraum, für Befürworter dagegen für die Verantwortung zur Energiewende.
Fest steht: Die planerische Grundlage ist beschlossen. Politisch und gesellschaftlich ist das Thema jedoch alles andere als abgeschlossen.

















Wo darf ich unterschreiben?
Beim Millionengrab Stadttheater hätte man besser auch mal abgestimmt Zu Gunsten von Sporthallen und Schulklos.
Wald erzeugt und schützt: ein reichhaltiges Bodenleben (Fauna, Flora, Pilzgeflechte), ein filigranes Bewässerungs- und Entwässerungssystem, Sickerfähigkeit des Bodens, Wasserrückhalt in Regen-, Speicher in Trockenperioden, Schutz vor Überschwemmungen, Festigung des Erdreichs, Schutz vor Erdrutschen. Im Wald herrschen bis 8, evtl. 10° kühlere Temperaturen als in bodenversiegelten Gebieten (Stadtbebauung, Straßen, asphaltierte Radwege, Windräder mit ihren riesenhaften Betonfundamenten). Windparks zerstören dagegen die ausgleichende, in Hitzeperioden kühlende Wirkung des Waldes und tragen zu einer weiteren Erwärmung des regionalen Klimas bei.
Als anfänglicher, aber früh bekehrter Euphoriker der „erneuerbaren Energien“ fasse ich mir heute an den Kopf und frage, wie ich die Folgen nicht überschauen konnte und annahm, Wind- und Solarenergie trügen zur Verbesserung der Temperaturverhältnisse bei. Das Gegenteil ist der Fall! Und wer nur ein bißchen Biologie gelernt hat, kommt von selber darauf. Die geplanten Windräderparks sind ein Desaster. Wer andere Städte mit Trier vergleicht, weiß den Stadtwald links der Mosel als das kostbarste Juwel, das Trier zu bieten hat, zu ehren. Es zu zerstören, schädigt die Lebensqualität (und nebenbei die Schönheit) des Trierer Stadtbereichs auf Jahrhunderte!
Wenn die Windräder auf den Trierer Höhenlagen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieunabhängigkeit darstellen sollen, dann haben die Trierer Verantwortlichen die letzten Jahre gründlich verschlafen. Drei Klimakonferenzen, an denen kein einziges Land der Welt den deutschen Weg beschreiten wollte. Mit dieser „Energiewende“ – was für ein schrecklicher Begriff – wird unsere Versorgung immer instabiler und unser Strom der teuerste in Europa und vermutlich auch darüber hinaus. Und Abermilliarden werden für die Subventionierung dieses Irrwegs verbrannt.
Nicht zu vergessen den Status der ältesten Stadt Deutschlands. Keine vergleichbare Stadt macht solchen Unsinn mit. Wir sollten uns nur noch schämen!