Designpreis Rheinland-Pfalz: Vier Auszeichungen für Studierende der Hochschule Trier

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Die Preisverleihung auf der Festung Ehrenbreitstein. Foto: Stefan Veres

TRIER. Erneut wurden Studierende des Campus Gestaltung für herausragendes Produktdesign ausgezeichnet – in diesem Jahr gingen insgesamt vier Preise an Nachwuchstalente aus Trier, wie die Hochschule Trier mitteilt. Jana Hoffmann aus der Fachrichtung Kommunikationsdesign erhielt den Designpreis in der Kategorie „Talents“ , drei weitere Studierende wurden mit Auszeichnungen geehrt. Die Preisverleihung fand am 3. November 2021 auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz durch Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt statt.

„Beim Design wird Innovation sichtbar und im wahren Wortsinn fassbar“, sagte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt. „Die kreativen Köpfe designen nicht nur Produkte… sie gestalten dabei auch die ökonomischen Transformationsprozesse unserer Zeit.“ 

Jährlich verleiht das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Kooperation mit der Handwerkskammer Koblenz und dem Designforum Rheinland-Pfalz (descom) den renommierten Designpreis, in diesem Jahr in der Kategorie Produktdesign. Eine Expertenjury prämierte aus insgesamt 62 Einrichtungen sieben Designpreise und acht Auszeichnungen für hervorragende Designleistungen. Neben etablierten Unternehmen werden auch immer wieder innovative und kreative studentische Konzepte in der Kategorie „Talents“ ausgezeichnet.

ALTE SORTEN – NEU ENTDECKT
Designpreis „Talents“, Kategorie Konzept
Designerin: Jana Marie Hoffmann
Betreuung: Prof. Andreas Hogan (Fachrichtung Kommunikationsdesign) Prof. Ingo Krapf (Fachrichtung Innenarchitektur)

Das modulare Verkaufs- und Informationssystem „Alte Sorten – Neu entdeckt“. Foto: Jana Marie Hoffmann

Das modulare Verkaufs- und Informationssystem macht fast verschwundene Gemüsesorten wieder erlebbar: Booklets, Saatgutpakete und Beetstecker klären über lang vergessene Nutzpflanzen wie Knollenziest, Cardy oder Melde auf – Sorten, die im Zuge der Industrialisierung zum größten Teil durch Hybridsaatgut ersetzt wurden. Im Gegensatz zum heutigen Supermarktgemüse sind die alten Sorten samenfest und einfach vermehrbar. Das Projekt motiviert auf ansprechende Weise dazu, alte Sorten im eigenen Garten anzubauen und trägt so zum Erhalt der der Nutzpflanzenvielfalt bei, die so wichtig für ein funktionierendes Ökosystem ist.

Jurystatement Prof. Dr. Andreas Schmauder: „Durch die interessante Gestaltung ohne erhobenen Zeigefinger gelingt es Jana Hoffmann auf sympathische und überzeugende Weise, den Verbraucher mit den „Alten Sorten“ vertraut zu machen und ihn einzuladen, vergessenes Gemüse zu kosten und Interesse für die Vielfalt der Gemüsesorten zu wecken. Damit leistet ihre Arbeit einen Beitrag zur Erhaltung der Vielfalt von Nutzpflanzen in einem nachhaltigen Ökosystem.“

MADE IN PAIN
Auszeichnung „Talents“, Kategorie Konzept
Designerin: Anne Marzi
Betreuung Prof. Dirk Wolfes, Fachrichtung Modedesign

Die Kollektion „Made in Pain“ von Anne Marzi. Foto: Stefan Veres

Die Bachelorthesis behandelt und visualisiert den Prozess der Traumaverarbeitung und zeigt, wie unser Körper schmerzliche Emotionen verarbeiten und uns transformierend zu neuer Energie bringen und heilen kann. Die Designerin hat sich mit ihrem persönlichen Trauma auseinandergesetzt, die Arbeit lebt von losgelösten Momenten und intuitivem Handeln während des Heilungsprozesses, es geht um Loslassen und intuitives Arbeiten, das entscheidend und wichtig beim Heilungsprozess ist. 


Jurystatement Andreas Mägerlein: “Anne Marzi hat sich mit ihrer Arbeit selbst therapiert und gleichzeitig eine Ausdrucksform für ein großes Gebiet der Psychotherapie gefunden, das so vermutlich noch nie bearbeitet wurde. Diese Einzigartigkeit bietet die Chance, anders über Traumatherapie nachzudenken und auf völlig neue, interdisziplinäre Art eine neue Form der Therapie zu finden.“

KANTUM – MÖBELSERIE
Auszeichnung „Talents“, Kategorie Produkt

Designer: Marius Schwald
Betreuung: Prof. Ingo Krapf, Fachrichtung Innenarchitektur

Die Möbelserie „Kantum“ von Marius Schwald. Foto: Marius Schwald

Der Designer untersuchte die Thematik Nachhaltigkeit im Möbeldesign und entwickelte eine eigene minimalistische Möbelserie, bestehend aus vier Sitzmöbeln. Sowohl das Material – Aluminiumblech, ein Standardprodukt der Industrie – als auch der Herstellungs- und Recyclingprozess der Möbel ist bewusst einfach und unkompliziert gehalten. Besonders interessant ist die Materialität in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit: Recyceltes Aluminium kann in einem Rohstoffkreislauf so zirkuliert werden, dass eine Energieeinspaarung von bis zu 95 Prozent erreicht werden kann.

Jurystatement Andreas Mägerlein: “Die Sitzmöbelfamilie mutet wie Origami an, wenn die Komponenten ihre räumliche Gestalt annehmen und sich zu einem Stuhl, einer Bank oder einem Hocker materialisieren. Der Gedanke, alles aus einem Rohstoff herzustellen, Komponenten möglich einfach mit Schrauben zu verbinden und den Komfort lediglich mit einer Sitzauflage aus Wollfilz herzustellen, zeigt, wie sehr sich Marius Schwald nicht nur mit der Herstellung, sondern auch mit dem Lebensende der Produkte auseinandergesetzt hat. Die Jury lobt die Produktserie, die sowohl in ihrer Gestaltung als auch im Umgang mit Rohstoffen eine besondere Tiefe widerspiegelt und so zu einem überraschendem Ergebnis führt.“

ZWEIERLEI – TEEGENUSS MAL ZWEI

Auszeichnung „Talents“, Kategorie Produkt
Designerin: Lea Schönmüller
Betreuung: Prof. Harald Wilhelm Steber, Fachrichtung Kommunikationsdesign

„Zweierlei – Teegenuss mal zwei“ von Lea Schönmüller. Foto: Lea Schönmüller

Das Produkt setzt auf Regionalität und Nachhaltigkeit. Die besondere Verbindung von Zwillingen, wie auch die unterschiedlichen Persönlichkeiten jedes Einzelnen, spiegeln sich im Produkt wider und gleichzeitig weist es einen regionalen Bezug zur Eifel, der Heimat der Designerin, auf. Die 9 Kombinationsmöglichkeiten von Teekraut und Teearoma stehen im Mittelpunkt. Der Clou an den Etiketten der Teebeutel ist der Spielfaktor, wenn Teekraut und Teearoma kombiniert werden und Lea Schönmüller und ihre Zwillingsschwester durch das Zusammenschieben der Etiketten als Gesamtbild erscheinen.


Jurystatement Karin Bille: „Vielleicht haben Zwillinge einen besonderen Sinn für Dinge, die sich gut ergänzen.“

Die fünfzehn ausgezeichneten Produkte könnten unterschiedlicher nicht sein – und sind doch alle „unter demselben rheinlandpfälzischen Himmel entstanden“. Die Ausstellung ist eine Einladung, in vielseitige Produktwelten einzutauchen, von filigranen Designobjekten bis hin zu großformatigen Möbelentwürfen. Das Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz präsentiert die Ausstellung ein ganzes Jahr lang, bis November 2022.

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