IHKs in Rheinland-Pfalz: Corona brachte Digitalisierungsschub

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Foto: Uwe Zucchi/dpa

MAINZ. Die Digitalisierung der rheinland-pfälzischen Wirtschaft hat durch die Corona-Pandemie nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern (IHK) einen erheblichen Schub bekommen. Umgekehrt habe die Pandemie aber auch die Schwächen bei digitalen Verwaltungsanwendungen der öffentlichen Hand offengelegt, sagte der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Arne Rössel, der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist für die nächsten Wochen und Monate eine der Hauptaufgaben für das Land und auch für die Kommunen.»

Die Digitalisierung treibe immer mehr Betriebe im Land um, berichtete der IHK-Hauptgeschäftsführer Rheinhessen, Günter Jertz. Die Unternehmen schätzten laut Mitgliederbefragungen inzwischen die Chancen aus der Digitalisierung höher ein als die Risiken. 2018 sei dies noch umgekehrt gewesen. Themen wie Blockchain, IT-Sicherheit und Homepage-Gestaltung spielten daher auch bei Veranstaltungen und Informationsangeboten der IHKs eine immer größere Rolle und lockten auch Interessenten an, die früher nicht den Weg zu den Kammern gesucht hätten.

Für das neue Förderprogramm «DigiBoost», mit dem die Landesregierung kleine und mittlere Unternehmen in Rheinland-Pfalz bei der Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse unterstützt, haben die IHKs laut Jertz bereits 3000 Unternehmen in Online-Seminaren beraten. «Das Interesse ist durch die Decke gegangen», sagte er.

Für die Wirtschaft seien aber die «viel zu vielen weißen Flecken» bei der Versorgung mit Mobilfunk immer noch ein großes Ärgernis, kritisierte er. Auch die Breitbandversorgung, die beispielsweise für die Ansiedlung von Start-ups eine zentrale Rolle spielte, müsse dringend verbessert werden.

Um mit dem Digitalisierungsschub Schritt zu halten, haben die vier IHKs in Rheinland-Pfalz nach eigenen Angaben ihr Angebot aus- und umgebaut und benutzerfreundlicher gestaltet. Das umfasse alle drei Hauptaufgaben der Kammern: Außenwirtschaftsförderung, Beratung für Existenzgründer und die duale Berufsausbildung, erklärte Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier. So könnten beispielsweise sogenannte Ursprungszeugnisse und andere Bescheinigungen von Außenwirtschaftsdokumenten inzwischen komplett online beantragt werden. Von den jährlich gut 150.000 Nachweisen über den Ursprung von Waren seien 2019 noch 20 Prozent digital beantragt worden, 2020 sei die Zahl auf 70 Prozent gestiegen.

Die rheinland-pfälzischen IHKs bündelten daher ihre 300 digitalen Angebote jetzt auf ihrer Plattform www.ihk-rlp.de, die sich nicht nur an Gründer und Unternehmer, sondern auch an Auszubildende und Eltern richte, sagte Glockauer. So kommen Interessierte beispielsweise beim Weiterklicken auf den «Ausbildungsatlas», der nach Regionen aufgeschlüsselt einen Überblick über die rund 30.000 Ausbildungsbetriebe in Rheinland-Pfalz bietet. Mit diesem Instrument haben die IHKs in Trier und Koblenz nach eigenen Angaben auch die von der Flut betroffenen Ausbildungsbetriebe recherchiert, um den Firmen und den Azubis rasch helfen zu können. (dpa)

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