Ahrtal: Freiwillige Helfer müssen zurück zu ihrer Arbeit

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Foto: dpa/Symbolbild

BAD NEUENAHR-ARHWEILER. Rund vier Wochen nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal rechnen Hilfskräfte damit, dass etliche private Helfer bald abrücken und an ihre Arbeitsplätze zurückkehren müssen. Mit Blick auf Schlamm beseitigende Bauern mit Traktoren, die die Ernte nach Hause ruft, sagte der Landwirt Markus Wipperfürth der Deutschen Presse-Agentur: «Ich könnte mir vorstellen, dass 80 Prozent vielleicht abrücken werden.»

Auch helfende Bauunternehmer müssten wieder Geld verdienen und Aufträge annehmen. Es gebe allerdings auch Bauern, die bei der Abreise an der Ahr einen Traktor mit einem Fahrer zurückließen, ergänzte Wipperfürth. Der Ahr-Fluthelfer und Landwirt aus der Nähe von Köln hatte kürzlich mit der Versteigerung seiner Baseball-Kappe 80.350 Euro für die Opfer der Katastrophe eingenommen.

Als Problem beschrieb er, dass der Abtransport aus den im Flutgebiet in den Ortschaften eingerichteten Abfalldeponien nicht ausreichend sei. «Es kommt immer mehr nach, was abgekippt wird.» Es müssten noch mehr Lastwagen fahren. «Der Müll müsste noch mehr in ganz Deutschland verteilt werden», sagte der Bauer.

Hinzu komme, dass es im Ahrtal immer noch stehendes Wasser gebe. Angesichts der sommerlichen Temperaturen könne dies zu einer Vermehrung von Krankheitserregern führen. «Es gibt Drohnenaufnahmen, die nachts gemacht wurden, und da kann man deutlich erkennen, dass die Rattenpopulation extrem zugenommen hat», erklärte Wipperfürth.

Extremer Starkregen hatte am 14. und 15. Juli an der Ahr eine Flutwelle ausgelöst und weite Teile des engen Tals zerstört. Rund 42.000 Menschen sind von den Folgen betroffen. 141 starben. Nach Polizeiangaben könnten einige wenige Menschen bereits unmittelbar vor der Flut aus anderen Gründen verstorben sein, etwa in Krankenhäusern. (dpa)

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