Vegetarier bekommen Recht: Gericht verbietet Jagd bei ethischen Bedenken der Landbesitzer

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Foto: dpa-Archiv

KOBLENZ. Das Verwaltungsgericht Koblenz hat der Klage von zwei Vegetariern stattgegeben, die auf ihren Grundstücken die Ausübung der Jagd aus ethischen Gründen verbieten möchten.

Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, gehört den Eheleuten eine Vielzahl teilweise nicht zusammenhängender Areale innerhalb eines Jagdbezirks im Norden von Rheinland-Pfalz.

Das Paar hatte bei der zuständigen Kreisverwaltung die jagdrechtliche Befriedung ihres Grundeigentums beantragt. Unter anderem hätten die Eheleute argumentiert, sie ernährten sich seit 1986 vegetarisch und könnten es aus Gewissensgründen nicht ertragen, wenn auf den Grundstücken Tiere von Treibern und Hunden gehetzt und von Jägern getötet würden.

Nachdem der Landkreis den Antrag zunächst abgelehnt hatte, gab das Verwaltungsgericht Koblenz den Eigentümern nun recht. So hätten die Eheleute Anspruch darauf, dass ihre Grundstücke für jagdrechtlich befriedet erklärt werden.

Zwar mache Wild nicht an Grundstücksgrenzen Halt, weshalb das Bundesjagdgesetz die flächendeckende Bejagung aller zu einem Jagdbezirk gehörenden Grundflächen vorsieht. Gleichwohl könne Grundeigentum für jagdrechtlich befriedet erklärt werden, wenn die Jagdausübung glaubhaft aus ethischen Gründen abgelehnt werde, argumentieren die Richter.

«Die Kläger hätten im Rahmen ihrer Befragung vor Gericht nachvollziehbar ihre innere Haltung betreffend die Jagdausübung dargetan und das Gericht davon überzeugt, dass bei ihnen die Ablehnung der Jagd auf einer Gewissensentscheidung beruhe», heißt es vom Verwaltungsgericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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