Trier: Massive Zufahrtsbeschränkungen für die Fußgängerzone geplant

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Die Liebfrauenstraße öffnet sich zum Domfreihof: An dieser Engstelle soll den Planungen zufolge eine der ersten neuen Zufahrtssperren mit versenkbaren Pollern entstehen. Foto: Presseamt Stadt Trier

TRIER. Nach der furchtbaren Amokfahrt in der Trierer Innenstadt, plant die Stadt Trier für die Trierer Fußgängerzone ein urbanes Sicherheitskonzept zur Verkehrslenkung und Gefahrenabwehr. Das teilte die Stadt Trier heute mit.

Der 1. Dezember 2020 war ein traumatischer Tag für Trier: Bei der Amokfahrt konnte der Täter mit seinem Geländewagen ungehindert durch die Fußgängerzone rasen und dabei fünf Menschen töten und viele weitere verletzen. Klar ist: Selbst ein Poller, wie er aktuell in der Glockenstraße in Betrieb ist, hätte die Einfahrt eines entschlossenen Täters von der Konstantin- in die Brotstraße wohl nicht verhindern können. Das Amt StadtRaum Trier hat deshalb das schon fast fertig ausgearbeitete Pollerkonzept, das vor allem der Verkehrslenkung dienen sollte, noch einmal komplett überarbeitet. Fachliche Unterstützung kam vom Planungsbüro VZM aus Bonn.

Im neuen urbanen Sicherheitskonzept wird die Fußgängerzone in zehn Unterzonen aufgeteilt, die durch verschiedene Barrieren voneinander abgetrennt werden: Simeonstaße, Hauptmarkt, Dom, Museum (Bischof-Stein-Platz), Fußgängerzone Mitte, Kornmarkt, Fußgängerzone Süd, Neustraße, Viehmarkt und Fußgängerzone West. Im Unterschied zu den bisher geplanten Pollern sollen die neuen Einfahrthindernisse auch Fahrzeugen mit höheren Geschwindigkeiten standhalten. Die Kosten belaufen sich nach derzeitigen Schätzungen auf rund sechs Millionen Euro, wobei die Stadt von einer bis zu 90-prozentigen Förderung durch die Landesregierung profitieren könnte.

Baudezernent Andreas Ludwig stellte die Weiterentwicklung des Konzepts bei einer digitalen Pressekonferenz vor und erklärte: „Es gibt keine totale Sicherheit vor Gewalt und Terror, dennoch waren nach der Amokfahrt neue Überlegungen und Lösungsansätze gefragt. Wir wollen dafür sorgen, dass sich die Besucherinnen und Besucher der Trierer Fußgängerzone möglichst wohl fühlen und entspannt flanieren können.“

Keine langen Geraden

Das Grundprinzip: In den zehn Zonen soll es für den zugelassenen Verkehr, also vor allem Anwohner und Lieferanten, jeweils nur eine Einfahrt und eine Ausfahrt geben. Eine „Überfahrt“ in benachbarte Zonen soll durch Barrieren verhindert werden. Damit wird unter anderem verhindert, dass Fahrzeuge auf langen geraden Strecken eine hohe Geschwindigkeit aufnehmen können. Zugleich soll der Lieferverkehr, der momentan von 19 Uhr abends durchgehend bis 11 Uhr vormittags erlaubt ist, auf die Zeit von 6 bis 10 Uhr konzentriert werden.

Zur Optik der insgesamt geplanten 38 Barrieren sagte Ludwig: „Wir wollen keine Polleritis“. Soll heißen: Um die Durchfahrt an bestimmten Stellen zu ermöglichen, sind natürlich versenkbare Poller nötig. Aber auch massiv verankerte Bänke, Hochbeete, Sitzsteine oder Fahrradbügel sollen als Gestaltungs- und Sicherungselemente verwendet werden.

Eine wichtige Änderung im Vergleich zum bisherigen Konzept betrifft die Neustraße, die zusammen mit der Pfützenstraße und der Germanstraße komplett als Fußgängerzone ausgewiesen werden soll. Die Zufahrtsbarriere soll nicht erst an der Einmündung Pfützenstraße, sondern bereits an Kaiserstraße errichtet werden. Für den zugangsberechtigten Verkehr soll die bisherige Fahrtrichtung umgedreht werden: Die Einfahrt erfolgt über die Rahnenstraße und die Ausfahrt zur Kaiserstraße. Damit wird auch verhindert, dass sich in der Kaiserstraße bei der Einfahrt in die Neustraße ein Rückstau bildet. Auch rund um den Kornmarkt soll den Planungen zufolge die Fußgängerzone ausgedehnt werden und sich künftig auch in die Gangolf- und in die untere Konstantinstraße erstrecken.

Ludwig kündigte an, dieses Konzept in den kommenden Wochen mit allen Gremien, darunter der Ortsbeirat und die City-Initiative, abzustimmen. Der Stadtrat soll es möglichst schon in seiner nächsten Sitzung am 28. April beschließen. Dann beginnen die komplexen Detailplanungen für die einzelnen Standorte. Nach jetzigem Stand solle der Startschuss, so Ludwig, möglichst noch dieses Jahr auf dem Domfreihof erfolgen.

2 KOMMENTARE

  1. Das ist leider nur politischer Aktionismus. Solche schlimmen Taten, wie die Amokfahrt in Trier, lassen sich mit baulichen Maßnahmen nicht verhindern. Kommt solch ein Wahnsinniger nicht in die Fußgängerzone, sucht er sich ein anderes Ziel. Die schrecklichen Folgen sind die selben.

  2. Ich finde es vollkommen richtig und wichtig ein gutes Konzept zu entwickeln, damit sich die Bürger und auch die Touristen in unserer schönen Stadt wieder wohlfühlen. Auch die vielen uneinsichtigen Autofahrer, die immer wieder durch die Fußgängerzone fahren und auch noch dort Parken (auch mit Luxemburger Kennzeichen), dürfen keine Möglichkeit bekommen dort hinein zu fahren.

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