Kampf gegen Leukämie: Unterstützung aus dem Nachbarland für Stefan-Morsch-Stiftung

‚Plooschter Projet‘ aus Luxemburg spendet 15.000 Euro an die Stefan-Morsch-Stiftung.

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Yannick Lieners, Gründer des luxemburgischen ‚Plooschter Projets‘. Foto: Yannick Lieners

BIRKENFELD. Bei der weltweiten Hilfe für Blutkrebspatienten ist grenzüberschreitende Solidarität gefragt. Aber auch die Suche nach freiwilligen Stammzellspendern in Luxemburg wird durch Initiativen wie ‚Plooschter Projet‘ in die Tat umgesetzt: in Zusammenarbeit mit der Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung. Mit 15.000 Euro unterstützt das – zu Deutsch – ‚Pflaster Projekt‘ die Arbeit der gemeinnützigen Organisation, die auch die nationale Luxemburger Spenderdatei ausbaut und verwaltet.

„Um echte Hilfe für Leukämiepatienten zu leisten, ist es wichtig, das internationale Netzwerk auszubauen. Seit unserer Gründung haben wir mehr als 10.000 potenzielle Lebensretter zur Registrierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung motivieren können und freuen uns über die gute Zusammenarbeit“, erklärt Christiane Lieners, Sprecherin des Plooschter Projets. Wenn Chemotherapie oder Bestrahlung beispielsweise bei einer Leukämieerkrankung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation nötig. Das funktioniert aber nur, wenn in Dateien wie der Birkenfelder Organisation ein passender Spender gefunden wird – mit den gleichen genetischen Gewebemerkmalen wie der Patient. Plooschter Projet wirbt deshalb in Luxemburg dafür, dass sich mehr Menschen typisieren lassen. Die Stefan-Morsch-Stiftung im angrenzenden Rheinland-Pfalz führt dabei das nationale Register der luxemburgischen Knochenmark- und Stammzellspender. Das stiftungseigene HLA-Labor übernimmt zudem die aufwändige Analyse der Blut- und Speichelproben auf die genetischen Gewebemerkmale. Die Kosten dafür – rund 40 Euro pro registriertem Spender – finanziert die gemeinnützige Einrichtung mithilfe von Geldspenden. Darüber hinaus begleitet das Team der Stiftung als Ansprechpartner Betroffene durch die Erkrankung und gibt auch finanzielle Unterstützung, wenn Patienten durch Krebs in finanzielle Not geraten.

Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung, ist stolz auf die enge Zusammenarbeit über die Landesgrenze hinweg: „Die Freundschaft mit unseren benachbarten Kollegen ist für Leukämiekranke weltweit lebensrettend. Dass so viele Luxemburger zur Stammzellspende bereit sind, ist das Ergebnis großartiger Aufklärungsarbeit vor Ort.“ Neben dem Ziel, für alle Blutkrebserkrankten ihren genetischen Zwilling zu finden, verbinden auch ihre Gründungsumstände die beiden gemeinnützigen Einrichtungen. Yannik Lieners, Initiator des Plooschter Projet ist an chronischer Leukämie erkrankt: „Langfristig kann ich mit Medikamenten behandelt werden. Aber es kann sein, dass ich irgendwann auf eine Stammzellspende angewiesen bin, um weiterleben zu können. Ich habe gemerkt, viele wissen gar nichts über diese lebensrettende Hilfe. Um aufzuklären, habe ich das Plooschter Projet ins Leben gerufen.“ Auch die Stiftung, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Jubiläum begeht, entstand aus persönlicher Betroffenheit: Der 17-jährige Stefan Morsch war der erste Europäer, der mithilfe eines nicht-verwandten Spenders von der Leukämie geheilt wurde. Doch er starb unerwartet an den Folgen einer Lungenentzündung. Seine Eltern gründeten daraufhin nach seinem Wunsch die Stiftung – mit dem Ziel, die Überlebenschancen für Blutkrebskranke zu verbessern.

Aufgrund der Corona-Auflagen sind aktuell sowohl in Luxemburg als auch in Deutschland keine Typisierungsaktionen direkt vor Ort durchführbar: „2020 haben sich – im Vergleich zum Vorjahr –  15.000 weniger potenzielle Lebensretter bei uns registriert“, so Susanne Morsch weiter. „Um das auszugleichen, setzen wir verstärkt auf das Angebot der Online-Typisierung. Die ist nämlich jederzeit und ganz bequem über unsere Homepage möglich. Das dauert nur wenige Minuten.“ Um in die Spenderdatei aufgenommen zu werden, muss man lediglich ein paar Fragen beantworten und seine Kontaktdaten angeben. Danach bekommt man ein Entnahme-Set mit einer Anleitung für eine Speichelprobe – die man anschließend einfach zurückschickt. „Denn trotz Corona brauchen überall auf der Welt Patienten diese Hilfe, um weiterleben zu können. Die Typisierung als möglicher Spender ist dabei der erste Schritt, auf dem Weg zum Lebensretter“, betont Susanne Morsch.

 

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