Pflegekräfte-Initiative enttäuscht über Antwort der Kirchen

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Foto: dpa-Archiv

Rund einen Monat nach dem Start einer Petition für eine bessere Entlohnung von Pflegekräften bei Diakonie und Caritas zeigt sich diese Initiative enttäuscht über die bisherige Antwort der Kirchen. «Klatschen auf dem Balkon, Kerzen im Fenster und Glockenläuten reichen nicht aus, um die Arbeit der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu honorieren», heißt es in dem Brief an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing. Zu den ersten von mehr als 600 Unterzeichnern gehören der Mainzer Herzmediziner Thomas Münzel, der ehemalige ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender und der Kabarettist Matthias Deutschmann.

Das Büro des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, habe zwar zum Ausdruck gebracht, dass dieser sich infolge der Corona-Pandemie mehr Anerkennung und eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte erhoffe, sagte Initiator Uli Röhm aus Jugenheim in Rheinhessen. «In seinem eigenen Bereich setzt er dies aber nicht durch.» Die Behauptung, dass die Diakonie eigenständig arbeite, empfinde er als Heuchelei, da Kirchenvertreter in den Entscheidungsgremien der Diakonie auf eine bessere Bezahlung hinwirken könnten.

«Auf der katholischen Seite ist die Enttäuschung noch größer, weil bisher überhaupt keine Antwort kam», sagte Röhm. Die Europaabgeordnete Sarah Wiener erklärte: «Die Bischöfe müssen nicht einmal Wasser in Wein verwandeln. Ein Wunder würde bereits geschehen, wenn sie ihre Rolle als Arbeitgeber endlich in sozialer Verantwortung wahrnehmen, ihre in Europa einzigartige rechtliche Sonderstellung in Deutschland zu Ungunsten von Beschäftigten aufgeben, sich europäischem Recht fügen und und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Tarifverträge zugestehen.»

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