Rheinland-Pfalz richtet 2800 Betten für Notfälle von Covid-19 ein

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt deutlich. Das Land vereinbart mit den Kliniken eine kurzfristige Steigerung der Versorgungskapazitäten. Auch zusätzliche Pflegekräfte für die Intensivmedizin werden kurzfristig engagiert.

Die Landesregierung hat mit den Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz vereinbart, die Kapazitäten für die medizinische Intensivversorgung von Covid-19-Patienten zu verdoppeln. Die Zahl der Intensivbetten werde in den kommenden Monaten von der im Landeskrankenhausplan vorgesehenen Kapazität von 1400 auf 2800 verdoppelt, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Dienstag in Mainz. Darunter sollen dann 1500 Versorgungsplätze mit der Möglichkeit zur künstlichen Beatmung sein, was eine Steigerung um 50 Prozent bedeutet. Die Aufstockung der Kapazitäten soll zum Teil durch die Verschiebung planbarer Operationen ermöglicht werden.

Auch beim Pflegepersonal für die Intensivversorgung sei eine Verstärkung erforderlich, sagte die Ministerin. Durch eine Nachqualifizierung sollen kurzfristig, spätestens ab übernächster Woche, bis zu 2000 zusätzliche Pflegekräfte gewonnen werden. Dies habe an der Universitätsmedizin Mainz bereits begonnen. Auch das Westpfalzklinikum in Kaiserslautern und das Marienkrankenhaus mit den Standorten Wittlich und Neuwied würden kurzfristig in dieses Programm mit einsteigen.

Die sogenannten Maximalversorger und weitere geeignete Kliniken werden in den nächsten zwei Wochen zu Krankenhäusern für die Schwerpunktversorgung von Covid-19-Patienten eingerichtet. Auch am ehemaligen St. Elisabeth Krankenhaus in Trier wird ein zentraler Behandlungsstandort für die stationäre Versorgung von Menschen eingerichtet, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Die mit der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz vereinbarten Maßnahmen müssten durch Schritte auf Bundesebene ergänzt werden, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Die Kliniken im Land müssten die Gewissheit haben, durch die jetzt zu ergreifenden Maßnahmen nicht ins Defizit zu geraten.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Rheinland-Pfalz stieg binnen 24 Stunden bis Dienstag 11.00 Uhr von 297 auf 435. Von diesen werden aktuell 41 in Kliniken behandelt. Bätzing-Lichtenthäler sprach von einer deutlichen Steigerung in den vergangenen Tagen. Der Großteil der Erkrankten zeige bislang einen milden Verlauf. Bei vier Prozent werde mit einer schweren Erkrankung gerechnet, bei denen eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich sein werde. Die meisten Infizierten gibt es zurzeit im Landkreis Mayen-Koblenz mit 62 Fällen. Danach folgen der Kreis Neuwied mit 30 und die Stadt Mainz mit 28 Fällen.

«Die Testkapazitäten reichen in Rheinland-Pfalz nach wie vor aus», versicherte die Gesundheitsministerin. Die Zahl der für Tests eingerichteten Fieberambulanzen steige täglich. Aktuell seien im Land 750 000 Mund-Nasen-Schutzmasken, 260 000 Schutzmasken mit dem erhöhten Standard FFP2 und 125 000 Schutzanzüge beschafft oder bestellt worden. Hinzu kommen zentral über den Bund bestellte Schutzmasken – 30 Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken, die dann auf die Bundesländer verteilt werden sollen.

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