Steine erzählen von Triers antiker Vergangenheit

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Bildquelle: Uni Trier

TRIER. Steine sind stumme Zeugen? Für die „Talking Stones“ gilt das nicht! Studierende der Universität Trier und ihr Dozent Dr. Pascal Warnking haben zusammen mit dem bekannten Schriftsteller Stefan Gemmel diesen außergewöhnlichen Steinen das Sprechen beigebracht.

Bei einem Stadtrundgang durch Trier erzählen sie an 22 Stationen die Geschichte und Geschichten zu sechs antiken Stätten. Dazu braucht es nur ein Handy und eine App – und schon wird auch für Kinder ein öder Spaziergang zu einem echten Abenteuer. Mit der Entwicklung der App haben die Studierenden damit Familien, Touristen und nicht zuletzt der Stadt Trier einen großen Dienst erwiesen und das reiche historische Erbe aufgewertet.

Letztlich ist es eine Beacon-Technologie, die Steine der Porta Nigra, des Amphitheaters oder des Doms zum Sprechen bringt. Wie eine Fernbedienung starten die an den Sehenswürdigkeiten angebrachten Beacons automatisch die App, sobald man in ihre Nähe kommt. Für Erwachsene sind die dann zu hörenden Informationen in einen spannenden Krimi über die „Verschwörung des Prätorianers“ verpackt. Kinder hören mit „Zeitenschnüffler“ eine Geschichte aus Sicht des Sklavenjungen Servius und seines Hundes Thymos, die historische Fakten altersgerecht vermittelt. Ein drittes Audiopaket erzählt über die bedeutende Schlacht bei Riol.

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„Das Smartphone soll nicht von den Sehenswürdigkeiten ablenken. Daher haben wir es mittels modernster Technik in die Hosentasche verbannt. Man braucht nur noch Kopfhörer, um aufmerksam zuhören und genau hinsehen zu können, statt ständig auf einen kleinen Bildschirm zu starren“, beschreibt Pascal Warnking einen der Hauptvorteile des Konzeptes.

„Wir haben die Informationen in spannende Geschichten verpackt, damit sie für Erwachsene und für Kinder interessant sind“, erklärt Désirée Joerg. Die Studentin der Geschichte und Archäologie hat mit ihren Kommilitonen Wissen zu den antiken Bauwerken recherchiert. Eine Kommunikationsagentur, Programmierspezialisten, professionelle Tontechniker und Fotografen haben die Projektgruppe dabei unterstützt, die Informationen zielgruppengerecht aufzubereiten. Die Texte stammen aus der Feder des Kinderbuch-Autoren Stefan Gemmel, Schauspieler Thomas Krämer lieh den sprechenden Steinen seine Stimme. Dieses Know-how kombiniert mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung  durch die Studierenden macht den gut zweistündigen Rundgang zu den „Talking Stones“ für Trier-Besucher kurzweilig und unterhaltsam, aber auch informativ und lehrreich.

Als ein neues Geschäftsmodell versteht die Projektgruppe die App-Entwicklung übrigens nicht. „Sollte nach Deckung der Kosten etwas übrig bleiben, investieren wir es in das nächste Projekt“, verspricht Pascal Warnking. An stummen Zeugen, die viel über sich zu erzählen hätten, ist gerade die Region Trier steinreich.

Zum Projekt gehört natürlich auch eine responsiv aufgebaute, informative Website, die u.a. auch Hörproben und Links zum AppStore und Google play liefert: www.talking-stones.de

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