TRIER. „Kinky Party“ – für viele klingt das nach Tabu, nach verruchter Nacht, nach Dingen,über die man besser nicht spricht. Doch wer glaubt, es handele sich um eine reine Sex-Party, liegt falsch. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine besondere Form der Clubkultur, die in Städten wie Berlin längst etabliert ist. „Kinky“ – das bedeutet wörtlich übersetzt „ungewöhnlich, extravagant“ – und steht für eine Szene, die Räume schafft:sicher, respektvoll und offen. Nun zieht dieser Trend auch nach Trier: Am 13. September2025 lädt Forum Concert zur „Kinktropolis – The Beginning“ im Metropolis ein –eine Nacht, die bewusst mit Klischees aufräumen will.
Lokalo.de hat mit Veranstalter Saman „Sammy“ Lashgari gesprochen.
„Es ist kein Sex-Event – sondern ein sicherer Spielplatz für Erwachsene“
Lokalo.de: Herr Lashgari, viele denken bei einer „Kinky Party“ sofort an eine Sex-Party.Stimmt das?
Sammy: Nein, das ist ein Missverständnis. Wer hier nur Sex sucht, ist definitiv fehl am Platz. Natürlich spielt Sinnlichkeit eine Rolle – schon durch Outfits, Atmosphäre und Offenheit. Aber es geht nicht darum, dass jeder Sex sucht.
Eine Kinky Party ist ein Raum für Hedonismus: Musik, Tanz, Freiheit, Selbstausdruck.Jeder darf sein, wie er möchte – ohne bewertet zu werden. Man könnte sagen: einsicherer Spielplatz für Erwachsene, wo Respekt und Konsens an erster Stelle stehen.
Im Vordergrund stehen die Musik, das Tanzen und die Atmosphäre. Die erotische Note ist Teil des Gesamterlebnisses, aber sie ist nicht das Hauptthema.
Szene, DJs und Einflüsse
Lokalo.de: Woher kommt dieses Konzept?
Sammy: Kinky-Partys gibt es weltweit – von Amsterdam bis New York. In Deutschland istvor allem Berlin prägend – insbesondere der KitKat-Club, der die Szene bekannt gemachthat. Für Trier präsentieren wir ein Line-up, das Kinky-Vibes und echte Szene-Erfahrung vereint: „Der Würfler, schon in den 90ern im KitKat dabei, und The Shredder, der allein durch seine Erscheinung heraussticht.“
Dazu kommen starke regionale Acts wie Bruno (Veranstalter und selbst Resident der Techno-Party „LUST“), MAD (Besitzer und Resident DJ des Different Clubs) sowie KAT, die mit ihrem Format „Cadmium“ im Saarbrücker Mauerpfeiffer Erfolge feiert und als Veranstalterin der Kinky Partyreihe „Kink-Seduction-Rave“ direkte Szene-Erfahrung mitbringt.
Für wen ist die Party gedacht?
Lokalo.de: Wer kommt zu solchen Events?
Sammy: Viele Festival- und Clubgänger – besonders Frauen – entscheiden sich für auffällige, teils von Kink inspirierte Outfits wie Latex, Leder, Glitzer oder Festival-Looks, die sie im Alltag nicht tragen würden. Jeder wählt dabei, worin er oder sie sich selbstbewusst und wohlfühlt – längst ein fester Teil der Szene. Auch unser Service-Team trägt passende Kinky-Outfits wie Korsagen, Netzstrümpfe oder Lederaccessoires und fügt sich so nahtlos ins Gesamtbild ein. Erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass Gäste, Musik und Personal in einem stimmigen Flow verschmelzen. Auf Kinky-Partys treffen so selbstbewusste Menschen aufeinander, die bewusst feiern, mit sich im Reinen sind und eine respektvolle Atmosphäre schätzen – offen für Szene-Kenner ebenso wie für Neugierige.
Sicherheit und Regeln
Lokalo.de: Wie stellen Sie sicher, dass sich alle wohlfühlen?
Sammy: Respekt ist das oberste Prinzip. Niemand wird ungefragt berührt. Wir haben einspezielles Awareness- und Security-Team, das klare Regeln durchsetzt. Wer sich nicht daran hält, fliegt raus. Außerdem gilt: Filmen und Fotografieren ist streng verboten.Handys müssen an der Garderobe abgegeben werden – so bleibt die Privatsphäregewahrt.
Vielfalt, Inklusion und Barrierefreiheit
Lokalo.de: Ist eine Kinky-Party nur etwas für bestimmte Szenen oder „Eingeweihte“?
Sammy: Ganz im Gegenteil. Wir wollen ausdrücklich Vielfalt: Menschen jeden Alters (ab18), jeder Herkunft, jeder Identität. Auch Menschen mit Einschränkungen sollen teilhabenkönnen. Es ist uns wichtig, dass Kinktropolis Trier inklusiv ist – kein elitärer Zirkel, sondernein Raum für alle, die Respekt leben.
Atmosphäre in wenigen Worten
Lokalo.de:Wie würden Sie die Stimmung beschreiben?
Sammy: Befreiend, respektvoll, sinnlich, intensiv. Eine Mischung aus Musik, Ästhetik und Gemeinschaft, die sich von jeder klassischen Clubnacht unterscheidet.
Inspiration & Motivation
Lokalo.de: Warum haben Sie sich entschieden, gerade in Trier ein solches Event zu starten?
Sammy: Trier hat eine lebendige Clubszene, aber bislang fehlte ein Format, das so konsequent auf Offenheit, Respekt und besondere Atmosphäre setzt. Ich möchte zeigen, dass auch hier Platz ist für progressive Konzepte, die nicht nur in Berlin funktionieren. Es geht darum, Trier auf die Karte einer Szene zu setzen, die Vielfalt lebt.
Zukunft und Perspektive
Lokalo.de: Soll „Kinktropolis“ ein einmaliges Experiment bleiben – oder gibt es schon Pläne für mehr?
Sammy: Unser Ziel ist es, eine Reihe daraus zu machen. Natürlich hängt vieles davon ab, wie die Premiere angenommen wird. Aber wir denken langfristig: „Kinktropolis“ soll eine Plattform werden, die regelmäßig besondere Nächte schafft – und damit die Kulturszenein Trier bereichert.
Fazit: Ein neues Kapitel für Trier
Mit der Kinktropolis zieht eine neue Form der Clubkultur in Trier ein. Keine geheime Schattenwelt, sondern ein Abend, der Klischees entzaubert und ein klares Signal setzt:
Kinky heißt nicht automatisch Sex – sondern Freiheit, Vielfalt und Respekt.
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