Freibäder vor dem Aus? Jedes vierte Freibad fürchtet dauerhafte Schließung

6
Ein Mann springt im Freibad von einem Zehn-Meter-Turm.

Bildquelle: Foto: Sebastian Gollnow – dpa

Jeder vierte Badbetreiber in Rheinland-Pfalz sieht sich als Folge der Corona-Pandemie von einer Schließung bedroht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter kommunalen Badbetreibern in Rheinland-Pfalz, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Befragt wurden 23 Betreiber durch die Landesgruppe Rheinland-Pfalz des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) im Juli und August.

Demnach hätten 85 Prozent der Betreiber zwar ihre Freibäder geöffnet, meist von Mitte Juni an. Doch die neuen Hygiene- und Abstandsregeln erforderten mehr Personal und verursachten mehr Aufwand bei weniger möglichen Besuchern. Je nach Situation vor Ort waren maximal zwischen 10 bis 30 Prozent der üblichen Gästezahl zulässig. Dazu kommt: Fast drei Viertel der Badbetreiber (74 Prozent) gaben an, dass die Nachfrage geringer als das Angebot war. Entsprechend rechnen 95 Prozent der Badbetreiber laut VKU damit, dass ihre Einrichtung dieses Jahr ein höheres Defizit als üblich machen wird.

So erwartetet mehr als die Hälfte der Betreiber (55 Prozent) ein zusätzliches Defizit, das größer als 200 000 Euro ist. Hochgerechnet auf gut 90 Freibäder im Land geht die VKU-Landesgruppe auf Basis dieser Umfrage von einem zusätzlichen Defizit von mindestens 20 Millionen Euro aus. Der VKU appellierte daher an die Landesregierung, die Badbetreiber finanziell zu unterstützen.(dpa)

6 KOMMENTARE

  1. Jetzt fährt man die Masche, schließen wir nach und nach einiges, da fällt es nicht so auf, wenn es in Etappen geht. Die Mission Corona handelt rein nur von Politik und Geldgeschäften, und das bekommen gewisse Leute auch nicht auf die Reihe.

  2. Jetzt hat fast jeder 3te ein Pool. Also wird es die nächsten 3-4 Jahre so weiter gehen.
    Politisches versagen. Mit den heutigen wissen, hätten wir diese Massnahmen nicht machen müssen sagt die Gesundheitsministerin .
    Pech gehabt ihr habt versagt.

  3. Unsere Regierung nebst überflüssigen gut bezahlten Instituten machen alles platt, siehe Hr.Scheuer, der redet von Schließungen von Flugplätzen. Aber in Berlin muss ein Neuer her, damit unsere Politiker direkt ins Flugzeug fahren können. Und Hr. Spahn, Ahnung gleich null, denkt über Fieberambulanzen nach. Hat man bis jetzt alles zuhause gemacht, wenn gebrannt hat! Habe selbst im mediz. Bereich gearbeitet, da war es schon eine Katastrophe, aber jedes verkehrte Wort war zuviel.

  4. @ Fabio Festa

    Freibäder waren und sind schon immer ein Zuschussgeschäft gewesen. Die Kosten für Personal und Betrieb können nie über die Eintrittsgelder reingeholt werden. Der Zugang zum Schwimmen war also ein „Bonbon“ und eine lobenswertes Gesundheitsgebot für die Bürger. Schwimmbäder sind und waren aber auch immer ein Politikum, denken wir zurück an die Renovierung des Trierer Südbads.

    Seinerzeit hat der damalige Sportdezernent Bernarding beim Südbad eine schon damals erkennbar kostenintensive Belastung für die Stadt Trier durchgesetzt. Die Technik und Sauberkeit des Bades wird von einer externen Firma für teures Geld vorgenommen, der eigentliche Badbetrieb wird vom städtischen Personal geleitet. Obwohl die Bademeister eine komplette Ausbildung zur Führung des Bades haben und dies sowohl von der Kompetenz als auch vom Personlabestand locker bewältigen könnten, bezahlt die Stadt Trier seit 10 Jahren viel Geld an eine externe Firma.

    Beispielsweise sollte das Bad am 15.09. geschlossen werden, der Betrieb wurde aber löblicherweise wegen des schönen Wetters um einige Tage verlängert. Das Personal erzählte, dass die Stadt Trier für jeden Tag darüber hinaus 1.000.-EURO an diese externe Firma zahlen musste. Die sind niemals durch die Eintrittsgelder reingekommen, zumal wegen Corona Besucherbeschränkungen existierten.

    Da hierzulande wirtschaftlich alles kaputt gemacht wird, können sich die Schwimmliebhaber schon darauf einrichten, dass das Angebot zukünftig deutlich schlechter wird.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.