Zwei weitere Krankenhäuser pleite – Träger beantragt Insolvenz

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Foto: Fabian Sommer/dpa-Archiv

BAD EMS/NASSAU. Die Katholische Kliniken Lahn GmbH mit je einem Krankenhaus in Bad Ems und Nassau nahe Koblenz hat am gestrigen Dienstag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Montabaur habe die Einsetzung eines vorläufigen Sachwalters und eines Gläubigerausschusses beschlossen, teilte das Unternehmen mit.

«Die Kosten sind kontinuierlich stärker gestiegen als die Erlöse, dadurch ist das operative Betriebsergebnis deutlich geschrumpft; zusammen mit den sonstigen Aufwendungen ergaben sich damit die Verluste», erklärte die Katholische Kliniken Lahn GmbH. «Zudem wirken sich die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen nachteilig für kleinere Krankenhäuser aus.» Der Betrieb gehe regulär weiter.

Auch die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sprach von einem «weiteren Beleg für die durch Bundesvorgaben zunehmend schwieriger werdende wirtschaftliche Situation kleiner Krankenhäuser». Die Erfahrungen mit Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung zeigten aber, «dass es gelingen kann, gemeinsam gute Perspektiven für betroffene Standorte und Regionen zu entwickeln».

Bätzing-Lichtenthäler kündigte für diesen Mittwoch (13.11.) ein Gespräch mit Vertretern der Mitarbeiterversammlung und der Träger sowie mit den betroffenen Bürgermeistern und regionalen Abgeordneten von Land und Bund an.

Erst kürzlich hatten die Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel im Mittelrheintal unter Verweis auf bundesweite gesundheitspolitische Vorgaben ihre geplante Schließung mitgeteilt. Dagegen regt sich viel Widerstand. Es gibt auch Rettungsvorschläge.

2 KOMMENTARE

  1. Seltsam! Unternehmen in kirchlicher Trägerschaft machen nur Miese, während UN in Privatrecht (welche für die Personalkosten selbst aufkommen müssen) Gewinne erwirtschaften. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass hier Kosten hochgerechnet werden.

    • Wie hoch ist der Anteil Privatpatienten?
      Deutsche Beamte müssen sich selbst privat versichern, wie in den USA jedermann. Dadurch gibt es einerseits weniger vorsätzlichen Missbrauch durch Simulanten, andererseits achtet man tatsächlich mehr auf seine Gesundheit und die Leute werden weniger oft krank.
      Wenn ich natürlich im Dauerkoma liege und aufgrund meiner Patientenverfügung abgeschaltet werde, ist es egal ob Privat- oder Kassenpatient.

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