Schlussphase beim Abriss des AKW-Kühlturms Mülheim-Kärlich

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Die Luftaufnahme zeigt den Kühlturm des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich während des Abrisses. Foto: Thomas Frey/apa-Archivbild

KOBLENZ. Der Abriss des AKW-Kühlturms in Mülheim-Kärlich nahe Koblenz neigt sich dem Ende zu: Der 80 Meter hohe Restturm soll kontrolliert in sich zusammenfallen. Dafür «werden zur notwendigen Vorschwächung des Bauwerks an vorab festgelegten und markierten Stellen Schlitze in die Kühlturmschale gesägt», teilte der Energiekonzern RWE am Donnerstag mit.

Diese Vorbereitungen liefen in den kommenden Wochen. Der eigentliche Abbruchtag mit der Entfernung besonderer Turmstützen durch einen ferngesteuerten Bagger stehe noch nicht fest. Eine Wand von Containern werde den Lärm und Staub auf ein Minimum verringern. Die Anwohner sind laut RWE zeitnah zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Schon seit 2004 läuft der Rückbau des gesamten AKW Mülheim-Kärlich – und er wird sich laut Planung noch etwa zehn Jahre hinziehen. Der ursprünglich 162 Meter hohe Kühlturm war zunächst von einem Abrissroboter auf 80 Meter Höhe verkürzt worden. Der umgebaute ferngesteuerte Bagger mit Seitenstreben hatte sich seit 2018 in einem weltweit wohl einmaligen Verfahren oben immer im Kreis auf der dünnen Betonwand des Kühlturms bewegt und diese mit einer zackenbewehrten Zange abgeknabbert. Wegen der schräg geneigten Bauweise der unteren Turmhälfte konnte er schließlich nicht mehr gut weiterfahren.

Umgerechnet 3,5 Milliarden Euro hat der AKW-Bau einst gekostet. Im Betrieb war der Reaktor nur 13 Monate. Bereits 1988 ging er nach einer Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom Netz. Bei den Planungen war die Erdbebengefahr nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die Abrisskosten veranschlagt RWE auf rund eine Milliarde Euro. Der Energieriese zahlt – indirekt aber auch die Stromkunden.

2 KOMMENTARE

  1. Das AKW war genau 100 Tage im Regelbetrieb bis es abgeschaltet wurde !
    Nicht schlecht für 4.5 Milliarden Bau und Abrisskosten welche die Stromkunden letztendlich zahlen dürfen.

  2. hier in unserem ( noch ) Staat läuft ja einiges schief …gestern gelesen das ein Radweg !!! 10 Millionen € pro KM kostet ,gehts noch ? Warum nimmt nicht dieses Geld als CO2 Steuer die uns demnächst hart treffen werden. Was hat diese Regierung vor ? DAss wir schön zu HAuse bleiben ? Kein Geld für nen Urlaub haben ? Überwachbar sind ? Politiker jetten um die Welt , egal was es kostet , denn wir bezahlen ja. Und jetzt lässt die Merkel sich noch von einer 16 jährigen ins Gewissen reden. Warten wir mal ab wenn alle Gretas ausstudiert haben und der Realität ins Auge schauen müssen.

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