Nach tödlichem Unglück auf Mülldeponie – Todesursache geklärt!

Bei dem schweren Unfall auf der Mülldeponie in Heßheim sind Arbeiter vermutlich mit sehr giftigen Stoffen in Berührung gekommen. Umweltministerin Höfken sieht viele Fragen offen. Wie konnte es zu dem Unglück kommen?

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Foto: dpa-Archiv

HEẞHEIM. Der tödliche Gefahrstoffunfall auf einer Mülldeponie (lokalo.de berichtete) in Heßheim (Rhein-Pfalz-Kreis) ist vermutlich von Blausäure und Schwefelwasserstoff verursacht worden. Das teilte die Polizei in Ludwigshafen am Mittwoch nach einem Schnelltest mit.

«Eine abschließende Untersuchung steht aber noch aus», sagte ein Sprecher. Bei dem Unfall war ein 43-jähriger Mann ums Leben gekommen. Die Leiche wird der Polizei zufolge an diesem Donnerstag obduziert.

Blausäure und Schwefelwasserstoff gelten als sehr giftig und werden oft als übler, nach faulen Eiern riechender Gestank wahrgenommen. Bei einer Vergiftung wird innerhalb von Sekunden das Atemzentrum gelähmt.

Bei dem Unfall war auch ein 30-jähriger Mann verletzt worden. Sollte er im Krankenhaus ansprechbar sein, erhoffen sich die Ermittler mehr Details über den Unfallhergang. Die Männer waren zunächst bewusstlos zusammengebrochen, der Ältere starb später. Auf dem Gelände war ein zunächst unbekannter Stoff ausgetreten, die Flüssigkeit wurde in einem Auffangbecken gesichert. Die Tatortarbeit wie etwa die Sicherung von Spuren sei inzwischen abgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher. Ergebnisse gebe es bislang nicht.

«Viele Fragen in Zusammenhang mit dem tragischen Unfall sind noch offen», sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). «Sobald die Unfallstelle freigegeben ist, werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd den Arbeitsschutz auf dem Gelände des Unternehmens sowie die Dokumentation überprüfen», kündigte sie an. Bereits seit Dienstag seien Experten der SGD Süd vor Ort. «Klar ist, dass der Unfall im Sonderabfallzwischenlager als Störfall eingestuft wird. Das Ministerium wird den Störfall an den Bund melden», betonte Höfken.

Die Ortsgemeinde Heßheim mit rund 3000 Einwohnern liegt wenige Kilometer westlich von Frankenthal. Bei dem Einsatz waren rund 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst vor Ort.

(dpa)

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