Cannabis-Modellprojekt: Bekommt Trier einen Coffee-Shop?

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Bildquelle: pixabay.de

Bezugnehmend auf die Forderung des Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamten (BDK) Schulz, dass Cannabis-Verbot in Deutschland aufzuheben, äußern sich Samiel Wiggers und Felizitas Boie, Sprecher/innen der Grünen Jugend Trier:

„Wir fordern die Stadt Trier auf, beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung für ein Coffeeshop-Modellprojekt zu stellen. Ein Schlag gegen Trierer Drogenhändler im September 2017, bei dem 90 kg Cannabis sichergestellt wurden, zeigt, dass es neben einem florierenden illegalen Drogenhandel in Trier auch eine große Nachfrage gibt. Konsumenten von leichten Drogen wie Cannabis werden zu Unrecht kriminalisiert und brauchen stattdessen eine kontrollierte Freigabe mit gleichzeitiger, kompetenter Beratung bezüglich Jugend- und Verbraucherschutz.

Das Verbot von Cannabis ist schädlich, denn es ermöglicht organisierte Kriminalität, gefährdet Nutzer*innen durch fehlende Kontrolle der Substanzen und belastet Strafverfolgungsbehörden ohne den Erfolg das Verbot auch durchsetzen zu können.

Das Coffeeshop-Modellprojekt soll vorsehen, dass zum Kauf von Cannabis jeder berechtig ist, der oder die das 18. Lebensjahr vollendet, seinen oder ihren Wohnsitz in der Stadt Trier und sich vorher bei der Stadt für den Modellversuch registriert hat. Durch die Registrierung dürfen den Konsumenten keine Nachteile erwachsen wie gezielte Polizeikontrollen. Teilnehmer, die Cannabis an Dritte weitergeben, sollen umgehend vom Modellversuch ausgeschlossen werden. Speziell geschulte Angestellte sollen die Konsumenten über Suchtrisiken und riskante Konsumformen informieren.

Ein Antrag für einen Coffeeshop-Modellversuch wurde bereits von den Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg gestellt und viele andere Kommunen wie Düsseldorf und Münster planen ebenfalls einen Antrag einzureichen.

Wir wissen, dass der Antrag der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg vom BfArM abgelehnt wurde, wollen uns aber nicht damit zufriedengeben. Je mehr Kommunen solche Anträge stellen, umso mehr Druck wird aufgebaut und umso eher wird das BfArM den gut begründeten Argumenten zur kontrollierten Freigabe folgen.“

5 KOMMENTARE

  1. Wenn man sich letzten Studien anschaut ist ein Verbot nur noch lächerlich.

    Wir verkaufen seit letzten Jahr THC freie Hanfblüten und die Nachfrage zeigt das die Leute das wollen.

    Da wir in der Nähe von Trier sitzen wäre eine Legalisierung in und um Trier als Modellversuch perfekt um den deutschen Politikern mal zu zeigen was für Steuergelder da flöten gehen durch ein Verbot.

    Wir wären aufjedenfall dabei!

    • Was hat der Verkauf von Drogen-FREIEM Hanf mit der Frage zu tun, ob in Trier Drogen aus Hanf legal verkauft werden sollen? Ersteres deckt jedenfalls nicht die Nachfrage nach Letzterem. Ich wäre ja mehr für rauchfreie Kneipen, aber das ist wohl zu viel verlangt.

  2. sobald der Staat Steuergelder riecht ist alles erlaubt.
    Vor 35 Jahren hatte ich als ich das Thema anschnitt bei meiner , damals noch EG , für Europa ähnliches Thema in einer Klausur angesprochen. Mit dem Ergebnis “ Thema verfehlt, du bist sicher ein Dealer „.
    Abgesehen davon hatte mien Lehrer keinen blassen Schimmer , denn wenn ich einer gewesen wäre hätte ich wohl kaum für eine kontrollierte Abgabe plädiert.Aber so ist der Staat , AHuptsache die Kohle kommt rein, alle sollen kiffen und der Staat wird dann sowas von gefeiert.
    Nebenwirkung: alle kiffen, denken nicht mehr nach und das dicke Ende kommt.
    übrigens …ach egal ……

  3. Dass ein Verbot von Cannabis nicht mehr zeitgemäß ist, müsste mittlerweile jedem einleuchten.
    Unsummen an Steuergeldern werden für Strafverfolgung und Unterbringung der „Kriminellen“ regelrecht aus dem Fenster geschmissen. Im Gegenteil, bei einer kontrollierten Abgabe meinetwegen ab 21 Jahren kämen sicherlich Steuereinnahmen in nicht geringer Höhe dem Bundeshaushalt zu Gute. Unsere Polizei hätte dann auch wieder Zeit, sich mit anderen „echten“ Problemen auseinanderzusetzen. Ein ganzer Schwarzmarkt würde zusammenbrechen und der Konsument wüsste zudem, dass es sich um eine saubere Qualität handelt. Über einen Vergleich zwischen Alkohol und Cannabis denke ich wurde auch schon alles gesagt. Todesfälle durch Cannabiskonsum sind zumindest mir nicht bekannt, die Zahl der Todesopfer durch Alkohol muss hier nicht weiter erläutert werden. Meiner Meinung nach gibt es keinen logischen Grund, Alkohol als Kultur- und Traditionsgut zu tolerieren und Cannabis als gefährliche Einstiegsdroge zu verteufeln. Im Gegenteil, mir sind weit mehr Fälle bekannt, in denen der Alkohol die Haupteinstiegsdroge war bzw. ist.
    Aber ok, mit der altertümlichen und teilweise peinlichen Denkweise unserer Bundesdrogenbeauftragten Frau Mortler, die selber noch nebenbei eine Brauerei führt wird die Umsetzung einer Cannabis-Freigabe nicht einfacher. Sicherlich würden die Umsätze der Brauerei u- Alkoholindustrie bei einer Cannabisfreigabe nicht steigen.

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