Willkommenspaten sollen Flüchtlingen bei der Integration helfen

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Ein Werbeplakat der Caritas für Willkommenspaten.

Bildquelle: Caritas

TRIER. Das Leben als Asylsuchender ist nicht leicht. Die Menschen kommen in ein Land mit einer fremden Kultur und einer fremden Sprache. Sie kennen die Gebräuche in dem fremden Land nicht und im Dschungel der Bürokratie können sich selbst die Einheimischen schnell verlaufen. Mit so genannten „Willkommenspaten“ wollen die Caritas-Verbände des Bistums Trier den Menschen jetzt zur Seite stehen.


Rund 150 ehrenamtliche „Willkommenspaten“ in den Caritasverbänden im Bistum Trier helfen neu angekommenen Flüchtlingen. Die Willkommenspaten, die es unter anderem im Kreis TrierSaarburg, im Rhein-Hunsrück-Kreis oder im Kreis Mayen-Koblenz gibt, bieten Flüchtlingen in der neuen Umgebung und der fremden Kultur und Sprache Begleitung an: Sie unterstützen Flüchtlingsfamilien und Einzelpersonen dabei, Kontakte zu Behörden aufzubauen und helfen ihnen dabei, amtliche Schreiben zu verstehen. Sie begleiten sie zum Deutschkurs oder zum Arzt, die Kinder zur Schule oder in die Kita. Eine weitere Aufgabe ist es, Kontakte zu Sport- oder Musikvereinen zu knüpfen und damit den Flüchtlingen schrittweise soziale Integration zu ermöglichen.

Um die Initiative der Willkommenspatenaktion zu unterstützen, stehen beim DiözesanCaritasverband Trier für drei Jahre 391 500 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen noch Mittel der örtlichen Caritasverbände, die sogenannte Ehrenamts-Koordinatoren eingestellt haben. Diese bereiten die Paten für ihre Aufgabe vor. „Es ist sehr wichtig, dass die ehrenamtliche Hilfe gut vorbereitet und hauptamtlich begleitet wird“, so Projektkoordinatorin Birgitta Bauer vom Diözesan-Caritasverband Trier. Die Helfer müssen mit ihren Fragen und Erfahrungen, die auch negativ oder belastend sein können, verlässliche Ansprechpartner haben. Dies vor allem deshalb, weil sich in der Flüchtlingsbetreuung oft existenzielle Fragen auftun, vor allem im Zusammenhang mit den Asylverfahren und damit drohender Abschiebungen.

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15 KOMMENTARE

  1. Das Willkommensplakat ist abartig! Eine einzige rettende Hand die eine Frau ausstreckt. Der Mann im Vordergrund droht mit dem Zeigefinger, so typisch deutsch; „Achtung!“ Und links hindendran ein Mann der beide Hände hoch hält und zwei Fäuste zeigt. Die Frau im Rollstuhl schaut so, als wollte sie sagen „Was wollt ihr hier, ich habe doch selber nix!“
    Also ein sehr schlecht gemachtes Plakat. Schade um das Geld!

  2. Schranke unten, Polizei vor dem deutschen Volk postiert, auch in gruen statt dunkelblau, das „Stop“ gut sichtbar, rechts, in der traurigen Schattenwelt, der typische Gitarrenspieler und potenzielle Fussgaengerzonenkuenstler und wieder links der urspruengliche „Landsmann“ der eine gute Heimreise wuenscht weil er so gut integriert ist, das er such schon fremdenfeindlich ist. Der jubelnde Herr mit Krawatte…unfassbar das ganze.

    • Wir brauchen keine Quote, wir brauchen rigorose Umsetzung des GG Art. 16. Dann wäre die Schlange vor der Schranke direkt mal um 70% kleiner…

      Und übrigens, zu dem Vorredner der die Frau im Rollstuhl ansprach: Sie haben völlig Recht! Gerade die Rentner haben gar nichts mehr! Stellen Sie sich mal in die Innenstadt und zählen die Rentner, die ihr Einkommen in Form von Pfandflaschen sammeln müssen.

  3. Die Realität sieht eh anders aus. Es sind doch meistens Männer die nach Europa flüchten.
    Frauen, Kinder und alte Menschen bleiben zurück; ist den Männern anscheinend egal was mit denen passiert.
    Wer es nicht glauben will kann der Dasbachstraße oder der ex GVS-Kaserne einen Besuch abstatten.

    • So siehts aus. Und ich sehe darin auch die Ursache und das tatsächliche Problem. Was wir brauchen ist eine Frauen- und Kinderquote für Flüchtlinge und auch für Zuwanderer. Es könnte so einfach sein!

  4. Die Mehrzahl der Asylbewerber sollen lt. Angaben der Presse aus Polen kommen. Wenn dies stimmen sollte, wäre es gegenüber den Menschen aus den Kriegsgebieten nicht fair, denn die brauchen im Moment dringender Hilfe.

    • Das kann gar nicht stimmen, da Polen EU-Mitglied ist. Die Polen brauchen hier also gar kein Asyl zu beantragen. Die können einfach kommen, sich ne Arbeit suchen und fertig.
      Was jedoch in der Presse zu lesen war ist, das die Polen die größte Gruppe stellen, die im vergangenen Jahr nach Deutschland gezogen ist.

  5. Mir liegen folgende Zahlen für das Jahr 2014 vor (Stand, September 2014)

    1. Syrien – 23 575 Asylanträge
    2. Serbien – 11 175 Asylanträge
    3. Eritrea – 9598 Asylanträge
    4. Afghanistan – 6574 Asylanträge
    5. Albanien – 5526 Asylanträge
    6. Somalia – 4325 Asylanträge
    7. Bosnien-Herzegowina – 4076 Asylanträge
    8. Mazedonien – 3996 Asylanträge
    9. Russische Föderation – 3439 Asylanträge
    10. Irak – 3386 Asylanträge

    Wie überall gilt auch hier: Die große Unbekannte, die Dunkelziffer, ist nicht erfasst.

    Daten: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

    • Über die Punkte 1, 4, 6 + 10 brauch , glaube ich, gar nicht geredet werden. Dort ist Krieg, da wollte ich auch nicht sein. Die Leute haben ein recht, das wir ihnen Helfen. Bei 2 + 10 müssen wohl die genaue Lage beobachtet werden. Aber der Rest: Da sehe ich jetzt keinen Grund.

  6. Danke für die aktuellen Infos, das erscheint mir real zu sein! Hier sind etliche Länder aufgeführt, die aktuell gar keinen Grund haben können, hier Asyl zu beantragen. Ich hoffe, es geht gerecht zu.
    Dann muss man mal die Presse fragen, woher sie ihre Infos nimmt, die Meldung über die polnischen Asylbewerber kam gestern erst im Fernsehen.

  7. Moselindianer, wo haben Sie den angesprochenen Beitrag gesehen?

    Wenn Sie wissen möchten, in welcher Quote den Menschen in Deutschland geholfen wird, habe ich auch hier Zahlen für Sie. Man spricht hier von einer Gesamtschutzquote und die beinhaltet u.a. die Zahl der Anerkennungen von Asyl im Oberbegriff. Darunter fallen Asylberechtigte und Flüchtlinge und Personen denen man subsidiären Schutz gewährt, also z.B. bei drohender Folter u.ä.

    1. Syrien – 89% bewilligte Anträge
    2. Serbien – 0,2% bewilligte Anträge
    3. Eritrea – 51,9% bewilligte Anträge
    4. Afghanistan – 45,9% bewilligte Anträge
    5. Albanien – 2,3% bewilligte Anträge
    6. Somalia – 23,1% bewilligte Anträge
    7. Bosnien-Herzegowina – 0,3% bewilligte Anträge
    8. Mazedonien – 0,3% bewilligte Anträge
    9. Russische Föderation – 5,9% bewilligte Anträge
    10. Irak – 63,8% bewilligte Anträge

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