EISENBERG. Die aktuelle Datenauswertung für den Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt einen anhaltenden Rückgang bei der Zahl der Herzinfarkte in Rheinland-Pfalz. Gleichzeitig ist allerdings die Häufigkeit von Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck weiterhin verhältnismäßig hoch, die jeweils Risikofaktoren für die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit und das Auftreten von Herzinfarkten darstellen. Der Gesundheitsatlas Deutschland macht die aktuellen Entwicklungen für insgesamt 26 Erkrankungen bis auf Landkreis-Ebene transparent.
Die rheinland-pfälzische Datenlage
Nach den aktuellen Ergebnissen des Gesundheitsatlas wurden in den rheinland-pfälzischen Krankenhäusern im Jahr 2024 rund 9.600 Herzinfarktfälle dokumentiert. Dies entspricht einer Rate von 330 Fällen je 100.000 Personen ab dem 30. Lebensjahr. Im Jahr 2017 waren es noch 11.500 Fälle – eine Rate von 410 Fällen je 100.000 Personen. Somit hat sich die Zahl Herzinfarktfälle um etwa 1.900 reduziert. Das entspricht einem Minus von 17 Prozent seit 2017.
„Wir sehen einen klar positiven Trend. Dieser dürfte auf Lebensstiländerungen wie Rauchverzicht und einer verbesserten medizinischen Behandlung der Risiken für Herzinfarkte fußen. Allerdings besorgt uns die im Vergleich zu 2017 leicht negative Entwicklung bei Erkrankungen, die wichtige Risikofaktoren für das Auftreten von Herzinfarkten sind. So zeigt der Gesundheitsatlas einen Anstieg bei den Diabetes-Erkrankungen und bei Bluthochdruck“, sagt Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse. Den verantwortlichen Akteuren vor Ort, die an Maßnahmen zur Prävention dieser Erkrankungen arbeiten, biete der Gesundheitsatlas des WIdO eine verlässliche Datenbasis bis auf die Ebene der Kreise und kreisfreien Städte.
Unterschiede nach Altersgruppen und Geschlecht
Die Daten zur Herzinfarkthäufigkeit schlüsselt der Gesundheitsatlas auch nach Alter und Geschlecht auf. Die Auswertungen zeigen, dass die Herzinfarkt-Raten mit dem Alter stark ansteigen. Dabei gibt es einen deutlichen Geschlechterunterschied: In allen Altersgruppen sind Herzinfarkte bei Männern sehr viel häufiger dokumentiert als bei Frauen. So lag die Herzinfarkt-Rate in der Gruppe der 85- bis 89-Jährigen bei 1.300 je 100.000 Männer, während nur 780 je 100.000 Frauen betroffen waren. Für diese Unterschiede können nicht nur Lebensstilfaktoren oder biologische Faktoren verantwortlich sein, sondern auch Unterschiede in der Art und Intensität der Symptome. Diese führen oft dazu, dass ein Herzinfarkt bei Frauen nicht oder nicht rechtzeitig erkannt wird.
Hintergrund: Aktuelle Daten für 2024 zu 26 verschiedenen Erkrankungen
Die Website www.gesundheitsatlas-deutschland.de stellt Zahlen zu insgesamt 26 Erkrankungen dar, die jetzt aktualisiert und um das Datenjahr 2024 ergänzt worden sind. Die epidemiologischen Kennzahlen wurden ausgehend von den Krankenkassen-Routinedaten der mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten mit einem alters-, geschlechts- und morbiditätsadjustierenden Verfahren auf die gesamte Wohnbevölkerung in den Regionen Deutschlands hochgerechnet. Die Referenzzahlen für die zugrundeliegende Bevölkerung basieren auf dem aktuellen Zensus 2022 und den entsprechenden Bevölkerungsberechnungen des Statistischen Bundesamtes.
Zu den RLP-Daten: https://www.gesundheitsatlas-deutschland.de/erkrankung/herzinfarkt_akut?activeValueType=praevalence&activeLayerType=county&stateId=RP (Quelle: AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse)















