Trier: Stadtverwaltung schließt Proben-Bunker in Trier-Nord

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Der Hochbunker in der Karl-Grün-Straße in Trier-Nord stammt aus dem Jahr 1940. In den 23 Räumen im Bunker proben seit Mitte der 90er Jahre Musikbands. Foto: Stadt Trier

TRIER – Der Proben-Bunker in Trier-Nord (Ludger-Kern-Haus) ist von der Stadtverwaltung in dieser Woche mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Die Bauverwaltung musste eine Nutzungsuntersagung aussprechen, weil im Falle eines Brandes in dem Gebäude eine akute Gefahr für Menschen bestehen würde.

Die Verwaltung ist in Gesprächen mit dem Mieter, dem Musiknetzwerk Trier e.V., um möglichst schnell Ersatz für die probenden Bands zu finden.

Ein Bericht eines externen Sachverständigen, der Mitte Januar im Probenbunker war, hat zu einer weitergehenden Vor-Ort-Prüfung von Bauaufsicht und Feuerwehr geführt. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass eine 2008 im Treppenhaus eingebaute Lüftungsanlage für den Brandfall nicht den inzwischen geltenden Anforderungen an ein Sicherheitstreppenhaus entspricht. Ein solches Sicherheitstreppenhaus ist aber unbedingt erforderlich, da der fensterlose Bunker über keinen zweiten Rettungsweg verfügt. Im Falle eines Brandes bestünde deshalb akute Gefahr für Menschen, die sich im Gebäude befinden.

Eine dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe mit den Dezernenten Ralf Britten (zuständig für Feuerwehr und Bauaufsicht), Britta Weizenegger (zuständig für das Jugendamt, das Vertragspartner des Musiknetzwerks ist) und Markus Nöhl (zuständig für den Bereich Kultur) hat sich unmittelbar nach Bekanntwerden der nötigen Schließung auf die Suche nach Lösungen gemacht. Dabei scheint nach ersten Einschätzungen klar, dass eine brandschutztechnische Ertüchtigung des Bunkers nach den geltenden Richtlinien absehbar sehr teuer und kurzfristig nicht machbar sein wird. Die Verwaltung will das Musiknetzwerk, mit dem sie bisher sehr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet hat, deshalb dabei unterstützen, möglichst schnell Ersatzräumlichkeiten zu finden. „Gegenüber der Stadt gibt Uwe Kollmann, Vorsitzender des Musiknetzwerks e.V., im Gespräch an, dass er alles daransetzen wolle, die bestehenden Räume auch für die Zukunft nutzbar zu machen, beziehungsweise schnell Alternativen zu erarbeiten.“

Der Hochbunker in der Karl-Grün-Straße stammt aus dem Jahr 1940. Seit Mitte der 90er-Jahre dienen die 23 Räume als Probenräume für Bands der unterschiedlichsten Musikrichtungen. Das Gebäude ist denkmalgeschützt. Das Musiknetzwerk Trier e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Stärkung und Unterstützung der freien Musikszene. Dazu gehört die Vermittlung, Vermietung und Verwaltung von Proberäumen für 60 bis 80 Bands, darunter auch die Räume des Bunkers in Trier-Nord.

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