„Nie wieder Hiroshima“: 80 Jahre nach der Atombombe – eine stille Mahnung an die Welt

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Blick auf den Atompilz, fotografiert vom Boden aus während des Atombombenabwurfs auf Nagasaki am 9. August 1945. © epa Nagasaki Atomic Bomb Museum/dpa

HIROSHIMA. Am heutigen Morgen gedachten rund 55.000 Menschen im Peace Memorial Park dem verheerenden Atombombenabwurf auf Hiroshima vor 80 Jahren. Um 8:15 Uhr Ortszeit – dem Zeitpunkt des Einschlags – läutete die Friedensglocke. Zehntausende legten in Stille Blumen nieder, darunter Überlebende, Studierende, Regierungsvertreter und Gäste aus dem In- und Ausland.

Es war ein stilles, eindringliches Gedenken – vielleicht eines der letzten mit noch lebenden Zeitzeugen.

Die Geschichte: Der Morgen, der alles veränderte

Am 6. August 1945 warf der US-Bomber „Enola Gay“ die Uran-Atombombe mit dem Namen „Little Boy“ über Hiroshima ab. Die Explosion in 580 Metern Höhe forderte Zehntausende Menschenleben binnen Sekunden. Bis Ende 1945 stieg die Zahl der Opfer auf schätzungsweise 140.000.

Drei Tage später traf die Plutoniumbombe „Fat Man“ die Stadt Nagasaki. Kurz darauf kapitulierte das japanische Kaiserreich. Die Welt trat ein ins Atomzeitalter.

Hiroshima heute: Mahnung vor neuer nuklearer Bedrohung

Der Bürgermeister von Hiroshima, Kazumi Matsui, richtete bei der Gedenkfeier eindringliche Worte an die internationale Gemeinschaft. Er warnte vor zunehmender Aufrüstung und einer Welt, in der Atomwaffen wieder als sicherheitspolitisches Mittel gelten:

„Unsere Jugend, die Entscheider kommender Generationen, müssen erkennen, dass fehlgeleitete Entscheidungen bei Militärausgaben, nationaler Sicherheit und Atomwaffen unmenschliche Folgen haben.“

Überlebende warnen: „Uns bleibt nicht mehr viel Zeit“

Viele der Hibakusha, wie die Überlebenden genannt werden, sind heute über 90 Jahre alt. Der 94-jährige Minoru Suzuto sagte:

„In zehn oder 20 Jahren wird niemand mehr da sein, der diese schmerzhafte Erfahrung weitergeben kann.“

Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Organisation Nihon Hidankyo, eine NGO von Atombombenopfern, äußerte sich ebenfalls alarmiert:

„Wir sind einer größeren nuklearen Bedrohung ausgesetzt als je zuvor.“

Gedenken mit Symbolkraft

Im Zentrum des heutigen Gedenkens: Das zerstörte Gebäude der ehemaligen Industrie- und Handelskammer, heute weltbekannt als Atomic Bomb Dome – eine Gedenkstätte und Mahnmal zugleich.

Der Gedenktag soll nicht nur erinnern, sondern mahnen:
👉 Nie wieder Hiroshima. Nie wieder Atomkrieg.

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