Trier: Pläne für sechs Standorte für Windenergie gebilligt

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Foto: dpa

TRIER – Der Ausbau der Erneuerbaren Energie in Trier wird konkret: Der Stadtrat hat die Pläne für die Ausweisung von sechs Standorten für Windenergie mit großer Mehrheit gebilligt.

Das berichtet die Trierer Rathaus Zeitung in ihrer neuesten Ausgabe vom Dienstag.

Damit geht der Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans in die Veröffentlichung. Außerdem werden Bebauungspläne für zwei weitere Photovoltaikanlagen aufgestellt.

Von den sechs Gebieten, die im Flächennutzungsplan für Windräder reserviert werden sollen, liegen drei in der Nähe des Ortsteils Herresthal, zwei im Wald oberhalb von Ehrang und Biewer und einer auf dem Gebiet des Ortsbezirks Tarforst. Insgesamt umfassen sie rund 109 Hektar – das entspricht circa 0,9 Prozent der Gesamtfläche von Trier. Damit leistet die Stadt ihren Beitrag, um das für die Region Trier bis 2026 vorgegebene Flächenziel von 1,4 Prozent zu erreichen.

Bei der Diskussion über die Beschlussvorlage im Umwelt- und Hauptausschuss hatte Baudezernent Dr. Thilo Becker erklärt: „Es gehört zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Stadt und Land, dass wir einen Teil der erneuerbaren Energie, die wir nutzen, auch selbst generieren. Der vor Ort erzeugte Strom erhöht unsere Versorgungssicherheit. Auch der finanzielle Aspekt für den städtischen Haushalt ist nicht zu verachten.“ Es gebe zahlreiche Modelle, wie die Einwohner von der Windkraftnutzung profitieren könnten, zum Beispiel durch eine Beteiligung an den Produktionsgesellschaften oder durch günstigere Stromtarife.

Der Stadtrat billigte den Entwurf zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans zum Thema Windkraft mit 43 Ja-Stimmen der CDU, SPD, Grünen, Linken, FDP und FRAKTION. Es gab fünf Gegenstimmen der Demokraten, Freien Wähler und des AfD-Einzelratsmitglieds sowie zwei Enthaltungen. Der Entwurf wird vom 2. Juli bis einschließlich 15. August unter www.trier.de/bekanntmachungen veröffentlicht und im Amt für Stadt- und Verkehrsplanung öffentlich ausgelegt. Alle Bürgerinnen und Bürger können in dieser Zeit eine Stellungnahme zu der Planung einreichen, zum Beispiel über ein Online-Formular.

Stimmen der Fraktionen

Emilie Poß (CDU) sprach von einem ergebnisoffenen Prozess im Hinblick auf die einzelnen Standorte und erhofft sich eine Vielzahl von Rückmeldungen aus der Bürgerschaft. Die Stadt könne die Verantwortung für den Ausbau der Windenergie nicht auf die ländlichen Gebiete abschieben, so Sabine Mock (SPD). Regional erzeugte Windenergie sei hocheffizient und verringere die Abhängigkeit von Energieimporten. Thorsten Kretzer (Grüne) freute sich, dass die Ausweisung von Windkraft-Standorten „endlich auf den Weg gebracht“ wird. „Seit 2017 wurde sehr viel diskutiert und abgewogen, zahlreiche Gutachten und Stellungnahmen sind in diese Vorlage eingeflossen.“

Mirco Kos (Demokraten) sprach von einem „rein symbolischen Beitrag“ zur Energiewende, der aber in Trier zu erhöhter Flächenkonkurrenz führe. Die Planung gehe zu Lasten der Naherholung und Biodiversität. Marco Berweiler (FW) wies darauf hin, dass es für die Stadt Trier keine rechtliche Verpflichtung für die Ausweisung der Flächen gebe. „Erneuerbare Energie ja, aber nur dort, wo der Nutzen größer ist als der Schaden.“

Planverfahren für zwei Freiflächen-Solarstromanlagen

Mit zwei weiteren Beschlüssen brachte der Stadtrat anschließend Planverfahren für Freiflächen-Solarstromanlagen auf den Weg. Eines der vorgesehenen Gebiete befindet sich in der Nähe des Campus II der Uni Trier und umfasst sechs Hektar. Das zweite liegt zwischen der Siedlung Domäne Avelsbach und Alt-Tarforst und ist knapp zehn Hektar groß.

(Quelle: Trierer Rathaus Zeitung /Ralph Kießling, Ausg. v. 01.07.25)

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