Neuer Gedenkort auf dem Petrisberg erinnert an Kriegsgefangenenlager Stalag XII D

0
Schüler des HGT präsentieren bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Petrisberg die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Stalag XII D vor der ersten Stolperstein-Schwelle in Trier – im Beisein von Vertretern der Stadt und der Benediktinerabtei St. Matthias.
Die Schülergruppe aus der Jahrgangsstufe 11 hatte sich intensiv mit der Geschichte des früheren Kriegsgefangenenlagers befasst. Die wichtigsten Ergebnisse wurde im Beisein von Kulturdezernent Markus Nöhl (rechts) bei der Gedenkstunde auf dem Petrisberg präsentiert.Foto: Presseamt Trier

TRIER. Auf dem Trierer Petrisberg ist am Montag ein neuer Gedenkort zur Erinnerung an das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag XII D eröffnet worden. Dort, wo sich heute ein Parkplatz im Wissenschaftspark befindet, erinnert nun die erste Stolperstein-Schwelle des Künstlers Gunter Demnig in Trier an die Inhaftierung von bis zu 16.000 Kriegsgefangenen zwischen 1940 und 1945.

Stolperstein-Schwelle und Gedenkstele geplant

Die Stadt Trier plant ergänzend eine Gedenkstele mit historischen Informationen. Zur feierlichen Enthüllung präsentierten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des HGT ihre Forschungsergebnisse zum Lager. Die Gruppe hatte sich intensiv mit dem historischen Ort auseinandergesetzt – auch Kulturdezernent Markus Nöhl würdigte ihr Engagement.

Sartre als prominenter Gefangener im Stalag XII D

Berühmt wurde das Lager u. a. durch den französischen Philosophen Jean-Paul Sartre, der dort von August 1940 bis März 1941 inhaftiert war. Aufgrund einer Sehschwäche und seines Lehrerberufs war er – wie auch katholische Priester – von der Zwangsarbeit befreit. Mit Mitgefangenen führte er philosophische Gespräche, las Heideggers „Sein und Zeit“ und schrieb das Theaterstück „B. oder der Sohn des Donners“.

Die Benediktinerabtei St. Matthias spielte eine bedeutende Rolle, indem sie Literatur ins Lager brachte – ein Beitrag, der bis heute erinnert wird. Zur Gedenkfeier erschienen auch Prior Bruder Eucharius Wingenfeld und Bruder Athanasius Polag der Abtei.

Mahnung gegen das Vergessen

Monika Fuhr, Antisemitismusbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, betonte in ihrer Rede die Bedeutung der Erinnerungskultur:

„Die Stolpersteine geben Namen und Geschichten zurück – und sie mahnen uns, wachsam zu bleiben für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie.“

Markus Nöhl ergänzte:

„Die Verbrechen der NS-Zeit sind unfassbar. Das dezentrale Konzept der Stolpersteine schafft Nähe und Menschlichkeit.“

Weitere Stolperstein-Aktionen in Trier

Die Gedenkfeier war Teil eines umfassenden Stolperstein-Tages in Trier:

  • Sichelstraße (MPG): Erinnerung an jüdische Schülerinnen des Gymnasiums

  • Peter-Friedhofen-Straße: Gedenken an Euthanasieopfer der „T4-Aktion“

  • Unterstützt durch: Sparkasse Trier, Kulturverein Kürenz, Schülergruppen des HGT

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.