Großbrand im Trierer Hafen: So lief die große Lösch-Aktion (Bilder)

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Löscharbeiten am Dienstagmorgen. Foto: Stadt Trier

TRIER. Rund zwölf Stunden hat es gedauert, bis ein Großbrand in einem Trierer Industriebetrieb im Trierer Hafen in der Nacht zum Dienstag unter Kontrolle war. Nachlöscharbeiten werden voraussichtlich noch bis Dienstagmittag dauern. Zwei Feuerwehrleute wurden im Verlauf des Einsatzes leicht verletzt.

Der Brand im Lager eines Entsorgungsbetriebs erzeugt dunkle Rauchwolken. Foto: Feuerwehr Trier

Die erste Meldung aus dem Trierer Hafen ging am Montag um 15.46 Uhr in der integrierten Leitstelle ein, weitere Anrufe folgten, denn eine große, dunkle Rauchwolke war weithin bis ins Stadtgebiet sowie bis in die Dörfer des umliegenden Landkreises Trier-Saarburg zu sehen. In dem Industriebetrieb brannte ein etwa 20 Meter hoher Berg an Schrott, nach Angaben der Firma eine Menge von etwa 1500 Tonnen. Zur Brandbekämpfung wurden insgesamt über 200 Einsatzkräfte aus der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg alarmiert. Unterstützung kam vom THW zur Ausleuchtung der Einsatzstelle in der Nacht sowie von der Feuerwehr Ludwigshafen, die gegen 21.30 Uhr mit einen speziellen Teleskopkran mit 60 Meter hohem Ausleger eintraf. Damit ließen sich die Löscharbeiten direkt von oben über dem brennenden Schrottberg unterstützen.

Außerdem waren mehrere Drehleitern sowie Tanklöschfahrzeuge mit Wasserwerfern im Einsatz. Mit Baggern des Industriebetriebs wurden die brennenden Schrottberge auseinandergenommen, um besser löschen zu können. Der Einsatz konnte wegen der starken Rauchentwicklung teilweise nur unter Atemschutz erfolgen. Zeitweise wurden bis zu 16.000 Liter Löschwasser pro Minute auf den Brand abgegeben, um das Feuer einzudämmen. Das Löschwasser wurde vor Ort aufgefangen, um eine Verschmutzung der Mosel oder eine Überlastung der Kanalisation zu verhindern.

Dieses Livebild wird durch das Einsatzleitfahrzeug in den Stabsraum der Berufsfeuerwehr Trier übertragen. Foto: Stadt Trier

Bewohner verschiedener Trierer Stadtteile wurden im Laufe des späten Nachmittags aufgerufen, vorsichtshalber Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Warnungen wurden mit dem mobilen Warnsystem über die Warnapps Nina und Katwarn verteilt und am frühen Dienstagmorgen gegen 6 Uhr wieder aufgehoben. Außerdem wurde in Teilen der Stadt erstmals das neue Sirenenwarnsystem der Stadt in einem Ernstfall ausgelöst, um die Bürgerinnen und Bürger auf die mögliche Gefährdung aufmerksam zu machen. In den Stadtteilen im direkten Umfeld des Hafens wurde außerdem von freiwilligen Feuerwehren per Lautsprecherdurchsagen informiert.

Löscheinsatz der Feuerwehr am Trierer Hafen. Foto. Stadt Trier

Eine Gesundheitsgefahr für die Bürgerinnen und Bürger lag nach ersten Erkenntnissen zu keinem Zeitpunkt des Einsatzes vor. ABC-Messfahrzeuge aus dem Landkreis waren in verschiedenen Stadtteilen auch durch die gesamte Nacht hindurch unterwegs, weil sich der Wind und damit auch die Rauchsäule mehrfach drehte. Trotz der deutlich wahrnehmbaren Geruchsbelästigung konnten mit den Messgeräten der Feuerwehren keine Schadstoffe in der Luft nachgewiesen werden. Gegen 8.30 Uhr wurden auch die Warnungen vor Geruchsbelästigungen über die Warnapps aufgehoben.

Im Verlauf der Nacht waren 60 Einsatzkräfte vor Ort. Am Morgen wurde der Personaleinsatz reduziert, Nachlöscharbeiten werden bis zum Mittag dauern. Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Feuerwehrdezernent Ralf Britten informierten sich am Abend an der Einsatzstelle über die laufenden Löscharbeiten.

Luftaufnahme der Löscharbeiten am brennenden Metallschrottlager im Industriegebiet Trierer Hafen. Foto: Feuerwehr

Im Einsatz waren insgesamt weit über 200 Einsatzkräfte folgender Einheiten und Organisationen: Berufsfeuerwehr Trier verstärkt mit der Freischicht und dem Führungsstab, die Freiwilligen Feuerwehren aus Zewen, Ruwer, Olewig, Trier-Mitte, Ehrang, Pfalzel, Biewer, Irsch und Kürenz, ABC-Messkomponenten mit der Führungseinheit aus dem Landkreis Trier-Saarburg, Polizei und Wasserschutzpolizei. Technisches Hilfswerk mit den Ortsverbänden Trier, Hermeskeil und Wittlich, Arbeiter-Samariter-Bund und Deutsches Rotes Kreuz sowie die Stadtwerke Trier. (Quelle: Stadt Trier)

3 Kommentare

  1. Die Firma bzw ihr Besitzer scheffelt Millionen, jedes Jahr, und wieoft brennts dort?
    Einmal pro Jahr.
    Wenn Geruch in der Luft ist ist logischerweise auch Feinstaub, Dioxine usw in der Luft. Wenn man die entsprechenden Messgeräte nicht hat kann man den auch nicht messen.
    Wieso wird der Firma z.B. nicht zur Auflage gemacht, das Gelände mit einer grossräumigen Sprinkleranlage zu versehen oder den Schrottberg durch räumliche Trennung in kleinere aufzuteilen?
    Es ist ja nicht das Metall, das da brennt, sondern die Anhaftungen, Lacke Plastik, Gummi usw. und dabei entstehen Dioxine.
    Genau die gleiche Schlamperei wie damals beim Trierer Stahlwerk, Kontrollen wurden dort damals vorab angekündigt und dann während der Kontrollen nur schadstoffarmer Schrott eingeschmolzen und nachts qualmte es dann aus dem Schlot und die ganze Umgebung war mit weissem Staub überzogen.

  2. So wie bisher kann das dort nicht weiter gehen.

    Den Schrott im Freien in Verbindung mit Regen, dann setzen die Oxidationsprozesse ein und ….. Hochofenthemperaturen, da müsste mindestens eine Halle gebaut werden. Das würde dann zusätzlich die Geräuche dämmen. Für Pfalzel, Ruwer und Kenn ist das inzwischen mehr als eine Zumutung.

    Wo bleibt denn der lustige Straßenbemahler und Pollerbauer wenn man Ihn wirklich braucht?
    unser Dr. Thilo ?

    • Die Schwermetallwerte im Boden waren doch schon im Bereich Pfalzel vor ein paar Jahren weit über dem Grenzwert.
      Ja Herr Dr. Thilo und Herr Leibe, Frage an Sie beide:
      Das Geld der Bürger mit sprechenden Mülleimern und ähnlichem Quatsch aus dem Fenster schmeissen, skrupellos, können Sie.
      Konkrete Frage, Herr Leibe: Was gedenken Sie zum Schutz der Bürger in dieser Sache zu tun?
      Konkrete Frage, wir wollen eine konkrete Antwort

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