Trierer Politologe Jun: Bundestrend bestimmte Europawahl im Saarland

Das Ergebnis der Europawahl im Saarland ist keine Überraschung. Es liegt voll im Bundestrend. Bis auf eine kleine Ausnahme, meint ein Politikexperte.

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Der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun steht in seinem Büro an der Universität Trier. Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild

TRIER/SAARBRÜCKEN. Das Ergebnis der Europawahl im Saarland spiegelt nach Aussage des Trierer Politikwissenschaftlers Uwe Jun die Stimmung gegenüber der Bundespolitik wider. «Die CDU profitiert eindeutig vom Bundestrend», sagte Jun am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Trier. «Die Saar-CDU hat den Rückenwind mitgenommen wie umgekehrt die Saar-SPD den Gegenwind aus Berlin auch hinnehmen musste.»

Deswegen müsse die SPD im Saarland zwar Rückgänge hinnehmen. Sie liege aber mit ihren rund 20 Prozent immer noch deutlich über dem Bundesschnitt. Die Bundespolitik habe auch «entscheidend darauf hingewirkt, dass die AfD im Saarland so stark geworden ist», sagte Jun. Insgesamt habe bei der Wahl «die Europapolitik wenig und die Landespolitik gar keine nennenswerte Rolle gespielt», sagte Jun.

Das überdurchschnittlich gute Abschneiden des Bündnises Sahra Wagenknecht BSW im Saarland führte Jun unter anderem darauf zurück, dass die Linke im Saarland schon immer stark und ein Teil von ihr heimatlos geworden sei. Dieser Teil sei Wagenknechts Ehemann Oskar Lafontaine gefolgt, der seit der Gründung des BSW Anfang des Jahres dort Mitglied ist. Wagenknecht und Lafontaine leben im saarländischen Merzig.

Die CDU ist bei der Europawahl im Saarland nach vorläufigem amtlichem Endergebnis klar stärkste Kraft geworden. Mit 29,3 Prozent der Stimmen holte sie aber 3,2 Prozentpunkte weniger als 2019. Die allein regierende SPD kam auf 20,5 Prozent (minus 2,6 Punkte), drittstärkste Partei wurde die AfD mit 15,7 Prozent (plus 6,0 Punkte).

Die Grünen rutschten deutlich ab auf 6,6 Prozent (minus 6,6 Prozent), die FDP holte 4,7 Prozent (plus 1,0). Die neue Partei BSW erreichte 7,9 Prozent und lag damit deutlich über dem Bundesergebnis. Die Wahlbeteiligung lag im Saarland bei 67,9 Prozent (plus 1,6 Punkte). (Quelle: dpa)

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