TRIER. Die Küche bleibt kalt – und das immer öfter: Ob Restaurant, Gaststätte oder Biergarten – in der Gastronomie in Trier gehören vielerorts „neue Öffnungszeiten“ zum Alltag. „Immer häufiger stehen Gäste vor verschlossenen Türen. Wer zum Essen rausfährt oder etwas trinken möchte, sollte sich besser vorher im Internet oder per Anruf erkundigen, ob das Lokal auch offen hat. Und vor allem, wie lange es warme Küche gibt“, rät Jerome Frantz von der Gastronomie-Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).
Viele Gaststätten und Restaurants hätten bereits einen zusätzlichen Ruhetag eingelegt. „Einige Häuser streichen den Mittagstisch komplett. Und oft schließt die Küche abends deutlich früher. Der Trend ist klar: Die Gastronomie kocht und bedient nur noch auf Sparflamme“, sagt Frantz. Der Geschäftsführer der NGG Trier schlägt „Küchen-Alarm“ für die Gastro-Szene. Der Grund liege auf der Hand: „Zu wenig Personal. Hotels, Restaurants, Gaststätten, Biergärten, Cafés, Caterings … – fast alle suchen händeringend Unterstützung“, so Jerome Frantz.
40 offene Stellen in Hotellerie und Gastronomie
Allein für Trier hat die Bundesagentur für Arbeit in der Hotellerie und Gastronomie aktuell 40 offene Stellen registriert. „Wer in der Küche klarkommt, kann sofort anfangen: 28 unbesetzte Jobs warten auf einen Küchen-Profi. Aber auch um den Nachwuchs macht sich das Gastgewerbe Sorgen: 10 Ausbildungsplätze sind immer noch frei. Für die Azubi-Suche läuft der Countdown. Und es sieht nicht gut aus. Denn eigentlich müssten die Verträge für das neue Ausbildungsjahr schon längst abgeschlossen sein“, sagt NGG-Geschäftsführer Frantz.
Gewerkschaft fordert „Gastro-Start-Lohn“
In der Gastro-Branche müsse sich einiges ändern: „Höhere Löhne und bessere Arbeitszeiten sind der Schlüssel für mehr Personal“, macht Jerome Frantz klar. Konkret peilt er dabei für die Zukunft einen „Gastro-Start-Lohn“ von 3.000 Euro brutto pro Monat für alle an, die in der Hotellerie und Gastronomie nach ihrer Ausbildung in einem Vollzeit-Job weiterarbeiten.
„Das muss die Branche hinbekommen. Denn wer seine Ausbildung in der Küche, im Service oder im Hotel abgeschlossen hat, braucht eine klare Perspektive. Egal, wo eine Köchin, ein Kellner oder eine Hotelfachfrau hingeht – egal, an welcher Hotelbar, an welcher Rezeption, bei welchem Caterer oder in welchem Biergarten es einen neuen Job gibt: Der faire Einstiegslohn liegt bei mindestens 3.000 Euro.“
Von fairen Löhnen seien viele Beschäftigte der Branche heute immer noch weit entfernt: „Tatsächlich schrammen Köche und Kellnerinnen in Trier ziemlich oft nah an der Mindestlohnkante von 12 Euro pro Stunde entlang. Ein Großteil der Gastro-Betriebe zahlt noch immer keinen Tariflohn. Das ist ein Unding, wenn man gute Leute sucht“, so Jerome Frantz.


















Harte Arbeit, schlechte Arbeitszeiten, gierige Wirte. Vielleicht sollten einige Spezialisten mal ihr Personal besser bezahlen. Das bewirkt Wunder und verleiht Flügel.
Ich habe selbst in Trier schon in einigen gastronomischen Betrieben gearbeitet und ich kann leider wirklich sagen, dass ich in keinen dieser Betriebe wieder zurückgehen würde.
Von Teildienst, kein Arbeitszeitkonto über das Selbstbesorgen von Brötchen für das Frühstück der Gäste (regelmäßig und nicht nur bei 5 Gästen!) bis hin zu weinend auf der vollen Terrasse im Sommer stehen, weil eine Kleinigkeit schiefglaufen war und einfach nichts mehr ging, war alles dabei.
Jetzt sagt manch Einer „Selbst schuld!“ (was bsetimmt zu einem Teil auch stimmen mag), aber was will man denn machen, wenn die Chefs unterm Strich größtenteils gleich sind und mehr oder weniger an einem Strang ziehen??
Es werden Leute gebraucht (bekanntermaßen findet man Gäste einfacher als gutes Personal) und jetzt ist doch der richtige Zeitpunkt, den Leuten das Richtige zu bieten, um sie zu bekommen.
Die Zeiten, in denen man das Personal (in welcher Abteilung in der Gastro auch immer) ausnutzen kann bis zum letzten sind Gott sei Dank vorbei.
Jetzt müssen sich die Betriebe um Personal bewerben und nicht mehr umgekehrt.
Klar, die Betriebe können sich das Geld auch nicht aus dem Ärmel schütteln – aber wer gutes Personal will, um Gäste zu bedienen, die das Personal bezahlen und wiederkommen sollen, muss verdammt nochmal umdenken und zwar sofort.
Und dann darf man auch nicht geizen mit Urlaubstagen, Arbeitskleidung und -zubehör (wie z.B. Geldbeutel) und anderen Extras, Mitarbeitermotivation usw.
Das Pferd läuft eben nicht mehr von selbst.
Wir leben in einer Zeit des Wandels. Auch in der Gastronomie – und nicht nur in Trier.
Jahrzehnte lange rücksichtslose und Branchenweite Ausbeutung. Handwerkskammern im Tiefschlaf mit den eigentlichen verantwortlichen für das Dilemma nun in den Vorsitz- Etagen. Ich selbst habe als zweifacher Handwerksmeister vor ca 10 Jahren unentgeltliche Hilfe angeboten. Ohne Reaktion von der HWK.
Jetzt bitte kein Jammern oder Staatshilfe Vorschläge
IHK u. HWK warum sollen die sich anstrengen, etwas für die Wirtschaft zu tun, die leben von Zwangsgeldern die sie über Erpressungen eintreiben. Schließlich ist der deutsche Kammerzwang weltweit einmalig und wird von schmierigen deutschen Politkern geschützt, die sich nach ihrem Ausscheiden aus politischen Ämtern Pöstchen von den Kammern besorgen lassen. Ich bin selbst kammergeschädigtes Zwangsmitglied und kenne einen Unternehmer im Kreis Trier Saarburg, er hat 5 Mitarbeiter (keine Ausbildungsberufler) er muss 4000 € jährlich an die HWK Trier zahlen. Ach ja die haben sich ein neues überdemensioniertes Verwaltungsgebäude bauen lassen, zum Preis von mal eben 42 Millionen €. Der größte Teil dieser Summe wurde vom dummen Steuerzahler gesponsert.