SAARBRÜCKEN. Der Handel steht vor großen Herausforderungen – angefangen von den Folgen der Corona-Pandemie über gestörte Lieferketten bis zu Energiekrise und Online-Handel. Ein neues Konzept soll helfen.
Die saarländische Landesregierung sucht nach Möglichkeiten, den örtlichen Einzelhandel mit einem eigenen Förderprogramm zu unterstützen. «Insbesondere die Kommunen werden in Sachen Citymanagement aber auch bei der konzeptionellen Entwicklung von Handelskonzepten sehr individuell Unterstützung brauchen», sagte Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) am Freitag.
Zurzeit hänge die gesamte Aktivität an örtlichen Handelsverbänden und an wenigen Einzelnen, die dies ehrenamtlich machen. Angesichts der Herausforderungen durch Corona-Pandemie, Lieferkettenprobleme und Kriegsfolgen sowie den Wettbewerb mit dem Online-Handel brauche es mehr professionelle Strukturen.
Maßnahmen für Politik, Wirtschaft und Kommunen sieht ein 300 Seiten starkes «Zukunftskonzept für den Handel im Saarland 2030» vor, das im Auftrag das Ministeriums und mit Unterstützung von IHK, Handelsverband Saarland und Saarländischem Städte- und Gemeindetag (SSGT) von der Cima GmbH erarbeitet wurde. «Das Konzept zeigt mit sieben Handlungsfeldern genau die richtigen Punkte auf», bilanzierte IHK-Geschäftsführer Carsten Meier. «Multifunktionalität der Innenstädte, dahin muss die Reise gehen.»
Erste «Impulsmaßnahmen» für das neue Zukunftskonzept wurden umgesetzt. Seit Freitag ist das Portal www.zukunfthandel.saarland online, das relevante Informationen für Einzelhändler, Kommunen, Gewerbevereine, Multiplikatoren sowie Kunden bereitstellen soll.
Darüber hinaus unterstützt das Wirtschaftsministerium mit 200.000 Euro die bei der IHK neu angesiedelte «Servicestelle Handel». Sie soll als zentraler Ansprechpartner für Einzelhandelsunternehmen, Gewerbevereine, Kommunen, Wirtschaftsförderer und Citymanager agieren und diese besser vernetzen.
Seit Februar ist im Ministerium zudem die «Stabsstelle Handel und Innenstadtentwicklung» eingerichtet, die das Zukunftskonzept weiter entwickeln und Projekte begleiten will.
Trotz aller Herausforderungen, speziell durch den Online-Handel, gebe es laut dem Geschäftsführer des Handelsverbandes Saarland, Fabian Schulz, auch Grund zur Zuversicht: «Ich glaube fest, dass der Handel eine Renaissance hat», sagte er. Gerade viele junge Menschen würden dies so sehen und beim Einkauf auch auf Nachhaltigkeit und Regionalität achten.
Wichtige Aufgabe für den Handel sei es auch, den demografischen Wandel zu meistern: «Bei den meisten Austritten, die wir momentan haben im Verband, gibt es immer den gleichen Satz: Geschäftsaufgabe mangels Nachfolger.» (dpa)













