495.000 Euro für Heiligkreuz und Kürenz: Dreyer überreicht Förderbescheide

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Vor dem früheren Umspannwerk Heiligkreuz präsentiert Ministerpräsidentin Malu Dreyer (Mitte) den Förderbescheid, den sie OB Wolfram Leibe (3. v. l.) und Ortsvorsteher Hanspitt Weiler (4. v. r.) überreicht hat. Mit dabei sind Architektin Dorothee Hoffmann (2. v. r.), Mechthild Schneiders, Jörg Kämper und Klaus Wagner (v. r.) für den Ortsbeirat, Tom Steinicke, Hospitant im Rathaus (l.), und Projektmanagerin Sabine Borkam. Foto: Presseamt Stadt Trier

TRIER. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat Oberbürgermeister Wolfram Leibe und den Ortsvorstehern vier weitere Förderbescheide über insgesamt 495.000 Euro für umsetzungsreife Projekte in den „Stadtdörfern“ Heiligkreuz und Kürenz überreicht, wie die Stadt Trier mitteilt. „Mit dem Modellvorhaben ‚Stadtdörfer‘ hat die Landesregierung ein Entwicklungsinstrument für eigenständige Ortsteile von Städten geschaffen, die bisher weder von der Dorferneuerung noch von der Städtebauförderung profitieren konnten“, sagte die Ministerpräsidentin, die bereits im Januar drei Förderbescheide über 423.000 Euro für Projekte in Kernscheid und Kürenz überreicht hatte. „Die guten Ideen und die tatkräftige Zusammenarbeit sind bemerkenswert und zeigen deutlich, was gemeinsam alles erreicht werden kann, wenn sich viele engagierte Menschen zusammentun und in ihrem Stadtdorf für ihre Dorfgemeinschaft anpacken, ihre Vorschläge einbringen und sich engagieren“, so Dreyer.

OB Wolfram Leibe betonte bei der Übergabe der Bescheide: „Auch in einer Großstadt wie Trier sind die Stadtteile für viele Menschen identitätsstiftend, hier spielen sich große Teile des Vereins- und des sozialen Lebens ab. Deshalb sind wir der Landesregierung dankbar, dass das Stadtdörfer-Programm das Bedürfnis aufgenommen hat, solche Projekte auf der kommunalen Ebene bewegen zu können. In Heiligkreuz und Kürenz ist das gut angelegtes Geld für die Bürgerinnen und Bürger.“

In Heiligkreuz überreichte Dreyer einen Förderbescheid über 386.100 Euro. Dort soll das ehemalige Umspannwerk mitten im Stadtteil, das derzeit nicht genutzt wird, zu einer Bürgerbegegnungsstätte umgebaut werden. Dabei bleibt der ursprüngliche Charakter des in den 60er Jahren errichteten Gebäudes bestehen: Am Bauwerk selbst gibt es nur partielle Veränderungen und die davor aufgestellten Transformatoren werden im Sinn eines „Industriedenkmals“ erhalten. Die Finanzierung der Außenanlagen und die Ausstattung des Bürgerhauses sollen über eine Crowdfunding-Kampagne, die der Ortsbeirat und der Bürgerverein initiiert haben, finanziert und unter Einbeziehung von Akteurinnen und Akteuren aus dem Stadtteil soweit wie möglich in Eigenleistung realisiert werden. Hierzu gibt es breite Unterstützung im Stadtteil.

Ortsvorsteher Hanspitt Weiler berichtete, dass bereits rund 6000 Euro auf dem Konto des Bürgervereins zusammengekommen sind. Die Spendenaktion ist bis Dezember geplant. Derzeit laufen nach seinen Angaben auf die Gespräche mit den Heiligkreuzer Vereinen an, wie das Bürgerhaus künftig konkret genutzt werden könnte. Bei der Übergabe des Förderbescheids würdigte OB Wolfram Leibe den vielfältigen Einsatz der Heiligkreuzer und dankte den Stadtwerken, denen das Grundstück des Umspannwerks gehört, für ihre Unterstützung.

In Kürenz sollen unter anderem die Verkehrsflächen um die Domänen- und Nellstraße zu einer „Grünen Mitte“ aufgewertet werden, somit mehr Aufenthaltsqualität und Sicherheit geschaffen werden. Beim Projekt „Treffpunkte“ geht es um Sitzgruppen an öffentlichen Plätzen als Begegnungsorte vor allem für die ältere Generation. Vor allem im Wohngebiet Am Weidengraben gibt es in dieser Hinsicht bisher ein Defizit. Und mit der Kürenzer Traumschleife soll ein Rundwanderweg ausgewiesen werden, der die Ortsteile Alt-Kürenz, Neu-Kürenz und Petrisberg verbindet. Mit dem Schlosspark, der Orangerie, der Thiels-Burg, der Domäne Avelsbach, dem Turm Luxemburg, den Partnerschaftsgärten und dem Blick vom Petrisberg auf die Innenstadt weist der geplante Tourenverlauf viele interessante Wegmarken auf.

Bei einem Besuch der Orangerie im Schlosspark überreicht Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Förderbescheid für die Kürenzer Projekte an OB Wolfram Leibe (2. v. r.), Ortsvorsteher Ole Seidel (3. v. l.) und Projektmanagerin Sabine Borkam (l.). Bei Michael Marx, Stefan Lambert, Pascal Schubbe, Stefan Wilhelm und Wolfgang Brünicke (hinten, v. l.), den Vertretern des Ortsbeirats und des Orangerie-Fördervereins, ist die Freude groß. Foto: Presseamt Stadt Trier

2020 hatte der Stadtrat der Beteiligung von Trier an dem vom Innenministerium initiierten Modellvorhaben „Stadtdörfer“ in den Stadtteilen Kernscheid, Kürenz und Heiligkreuz zugestimmt. Der beantragte Rahmenförderbescheid über einen Zuschuss von 918.000 Euro wurde am 1. Dezember 2020 erteilt. Grundlage der Teilnahme waren Bürgerumfragen in den Stadtteilen sowie Workshops mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort, in denen sie sich an der Entwicklung einer Vision für ihre Stadtteile beteiligt und Zukunftsthemen identifiziert haben, die in Leuchtturm- oder Leitprojekte münden sollten. Die Bürgerbeteiligung und die Workshops der fanden im Juli/August 2020 statt. Aus den Ergebnissen entstanden die vom Stadtrat 2020 mit beschlossenen Leitbildentwürfe und Projektskizzen.

Nach der Erteilung des Rahmenförderbescheids wurde in den Ortsbeiräten und Arbeitsgruppen der Stadtteile entschieden, welche Leitprojekte aus den Projektskizzen von der Verwaltung auf ihre Realisierbarkeit geprüft und in konkrete Projekte überführt werden. Während in Heiligkreuz und Kernscheid die Wahl auf ein großes Projekt gefallen ist, wird in Kürenz dank der Fördermittel eine Reihe kleinerer Vorhaben umgesetzt. Mittlerweile hat das Land das Modellvorhaben in ein dauerhaftes Förderprogramm überführt. Beide schließen die Lücke zwischen der klassischen Städtebauförderung und der Dorferneuerung, so dass auch Ortsteile in den Genuss der Zuschüsse kommen, die in der bisherigen Förderstruktur nicht berücksichtigt werden konnten. Ziel ist insgesamt die Unterstützung und Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements vor Ort. Mit den am Montag übergebenen Förderzusagen sind nun alle beantragten Projekte aus dem „Stadtdörfer“-Modellvorhaben bewilligt.

Die Bescheide für die Bürgerbegegnungsstätte „Altes Schulmeisterhaus” in Kernscheid (264.283 Euro), die Aufwertung des Schlossparks Kürenz plus Wassergestaltung (108.000 Euro) und für den Nachbarschaftsgarten Petrisberg in Kürenz (50.400 Euro) wurden bereits Ende Januar von Dreyer an OB Leibe und die Ortsvorsteher übergeben. Hier sind die Baubeschlüsse für die Realisierung schon in Vorbereitung.

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