“Liegen sehr gut im Rennen”: 17 von 37 Schulen in Trier sind komplett digitalisiert

0
Elektrikerin Maren Michel prüft einen Serverschrank in der Grundschule St. Matthias. Zu dem dortigen Sanierungsprojekt gehörte auch das Verlegen der Netzwerkkabel. Foto: Rathaus Zeitung Trier

TRIER. Der Stadtrat hat im Dezember 2019 die Medienentwicklungsplanung für die 37 städtischen Schulen beschlossen und so schon vor der Pandemie mit dem EDV-gestützten Distanzunterricht einen ehrgeizigen fünfjährigen Plan formuliert.

Das Amt für Schulen und Sport präsentiert eine Zwischenbilanz: Die Stadtverwaltung hat 17 Schulen durch Fördermittel des Digitalpakts komplett netzwerktechnisch saniert und liegt nach Aussage von Projektleiter Christian Slomka „sehr gut im Rennen.“ Die Bedingungen wurden genau analysiert und auf der Basis vorhandener Strukturen eine IT-Infrastruktur geplant und umgesetzt, die vielen Ansprüchen gerecht werden muss.

In der Medienentwicklungsplanung für 2020 bis 2024, die den Startschuss zur Digitalisierung gab, geht es um Planungs- und Realisierungsschritte zum Ausbau der digitalen Infrastruktur, Ausstattungsstandards mit Endgeräten (Laptops, PC´s, Tablets) und Präsentationstechnik sowie eine Administrations- und Supportstruktur.

Ziel ist, digitale Endgeräte und interne Netzwerkstrukturen in der Verwaltung und zur Betreuung der Schülerinnen und Schüler möglichst störungsfrei und effizient zu betreiben. Um diese anspruchsvolle Aufgabe kümmert sich federführend das Amt für Schulen und Sport, vor allem die neue Abteilung Schul-IT. Für die Schulen wurden EDV-Standards zur Beschaffung der IT- und Medienausstattungen unter Berücksichtigung der pädagogischen Erfordernisse definiert, die sich auf den Digitalpakt beziehen. Für jede Schule wurden Budgets ermittelt und mit den Leitungen für den Zeitraum bis 2024 festgelegt.

Die Medienentwicklungsplanung beschreibt, so Amtsleiter Hanno Weigel „einen komplexen Prozess, in dem die Anpassung an technische und gesellschaftliche Entwicklungen als dauerhafte Organisationsaufgabe begriffen und dargestellt wird.“ Grundlegende Faktoren sind die Definition der Aufgabe sowie der vorhandenen Kompetenzen und Verantwortlichkeiten plus die Ermittlung der verfügbaren und erforderlichen Ressourcen. Parallel unterzeichneten Bund und Länder die Verwaltungsvereinbarung für den Digitalpakt und wiesen den Kommunen Fördermittelt zu. Trier erhielt aus dem Digitalpakt Schule 1 rund 6,43 Millionen Euro, die für die Netzwerke eingesetzt werden.

Bei der gesamten Digitalisierung der städtischen Schulen gibt es folgende Schwerpunkte:

Sanierung der schulischen Infrastrukturen (LAN und WLAN): Eine funktionstüchtige und dokumentierte Netzwerkverkabelung jeder Schule ist die Voraussetzung für einen zeitgemäßen Unterricht und die Umsetzung des Digitalpakts. Auf der Grundlage des Medienentwicklungsplans sollen folgende Standars erreicht werden:

  • eine möglichst breitbandige Anbindung an das Internet für alle Standorte.
  • eine strukturierte Gebäudeverkabelung (LAN) für alle Räume, Freiarbeitsbereiche (Selbstlernzentren oder Bibliotheken), Mehrzweckräume (einschließlich Aula/Sporthalle) sowie alle Verwaltungsarbeitsplätze.
  • ein darauf aufbauendes kabelloses, flächendeckendes Netzwerk (W-LAN) für alle Räume und Arbeitsbereiche, Freiarbeitszonen sowie Aufenthaltsbereiche für Schüler in den Gebäuden.

Die Mitarbeiter der Gebäudewirtschaft, des Amtes für Schulen und Sport, ein externes Planungsbüro für technische Gebäudeausstattung sowie mehr als zehn Elektrikerbetriebe arbeiten, so Slomka, „seit dem Beschluss des Medienentwicklungsplans mit Hochdruck an der Umsetzung. Die Umsetzungsplanung wurde durch weitere Optimierungen und eine personelle Aufstockung nochmals um ein Jahr reduziert: Der Abschluss aller Projekte konnte so auf 2023 vorverlegt werden.“ Bei der Realisierung wurde darauf geachtet, die Lärm- und Staubbelastung möglichst gering zu halten. Besonders störende Arbeiten fanden möglichst nachmittags oder während der coronabedingten Schließungen statt.

Wartung und Support: Die IT-Strukturen der Schulen haben sich beim Ausbau der letzten Jahre sehr unterschiedlich entwickelt und verursachen hohe Kosten. Außerdem erfordern die immer komplexeren Sicherheitslösungen ausbaufähige, ausreichende Administrationsvorgaben. Wegen der Fortschritte bei Betriebssystemen, der Ausstattung und der Geschwindigkeit des Netzes sei es erforderlich, „eine schulübergreifende, standardisierte IT-Landschaft zu schaffen, damit Schülerinnen und Schüler möglichst überall die gleichen Lern- und Zugangsmöglichkeiten haben. Außerdem muss die technische Ausstattung gewartet werden, damit sie auch langfristig verfügbar ist“, so Weigel. Dafür müsse Personal bereitgestellt und feste Organisationsstrukturen geschaffen werden.

Mit der „Vereinbarung über die Arbeitsteilung bei der Bereitstellung, des Betriebs, der Wartung und des Supports von digitalen Lehr- und Lerninfrastrukturen an Schulen“ zwischen dem Land und dem Städtetag wurden zum 1. August 2021 der gesamte schulische EDV-Support und die Administration der digitalen Endgeräte sowie der IT-Landschaft der Stadt als Schulträger zugewiesen.

Dazu gehören unter anderem der Support, die Wartung und der Austausch von mehr als 3000 Geräten in den 37 Schulen und von über 2000 Geräten aus dem Sofortausstattungsprogramm. Um eine Aufgabe dieser Größe zu bewältigen, wurde die SchuI-IT- Abteilung technologisch und personell kontinuierlich ausgebaut. Seit 2020 konnten trotz Fachkräftemangels und pandemiebedingter Einschränkungen elf IT-Fachkräfte eingestellt werden. Weitere Besetzungen sind in Vorbereitung, um die zusätzlichen 2000 iPads aus dem Sofortausstattungsprogramm des Digitalpakts 2 verwaltungstechnisch zu managen. Um die große Zahl an Anfragen zu bewältigen, wurden eine EDV-Hotline sowie ein Ticketsystem für etabliert. Probleme werden erfasst, Anfragen nach Dringlichkeit bewertet und Lösungen dokumentiert.

Digitale Leihgeräte für Lehrer: Zu Jahresbeginn wurden dank einer Bundesförderung allen Lehrern an städtischen Schulen digitale Endgeräte zur Verfügung gestellt. Weigel erläutert: „Die Beschaffung, logistische Koordinierung und Einrichtung der Geräte stellte die IT-Abteilung des Schulamts in Zeiten pandemiebedingter Einschränkungen vor eine besondere Herausforderung, die mit der Unterstützung der Schulen im Januar erfolgreich abgeschlossen werden konnte.“ 1100 Notebooks und Tablets wurden an 37 Schulen übergeben und an die Lehrer ausgeliehen. Weigel: „Diese Geräte bleiben im Bestand der Schulen und sind ein weiterer bedeutender Schritt auf dem Weg zu einer digitalen Unterrichtsgestaltung.“

Vorheriger ArtikelEinzelhandel in Rheinland-Pfalz: Umsatzplus zu Jahresbeginn
Nächster ArtikelIn Hermeskeil ausgebüxt: Polizei sucht Tierhalter von freilaufenden Schafen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.