TRIER. Für den neuen Schulentwicklungsplan sind die künftigen Schülerzahlen eine zentrale Größe. Davon hängt ab, ob Gebäude vergrößert oder Einzugsgebiete verändert werden müssen. Aus einer Prognose bis 2040, die Demographie-Experte Professor Ralf E. Ulrich im Schulträgerausschuss vorstellte, geht hervor, dass bei den Trierer Zahlen keine dramatischen Ausschläge zu erwarten sind, es aber bei den Prognosen, die über einen Zeitraum von sechs Jahren hinausgehen, noch einige Unsicherheiten gibt.
Das berichtet die Trierer Rathaus Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe.
Diese Schwankungen haben nicht nur damit zu tun, dass sich die für die Einschulungen in sechs Jahren zentralen Geburtenzahlen schwierig prognostizieren lassen. Ein weiterer Faktor ist die „Schulbezirkstreue„, bei der es in den Bezirken signifikante Unterschiede gibt (siehe Karte). Dabei geht es um die Frage, ob die Eltern ihre Kinder in der Grundschule im Bezirk ihres Wohnorts anmelden oder einen anderen Standort bevorzugen. Die Ausstattung, der bauliche Zustand und das Image der Schule spielen eine Rolle, aber auch Eltern, die auf dem Weg zur Arbeit ihre Kinder vorbeibringen.
Manchmal liegt auch die Schule im Nachbarbezirk näher am Wohnort. Was das konkret heißt, zeigte Ulrich am Beispiel der Ambrosius-Grundschule mit Zahlen von 2018: Damals lebten in dem Bezirk 56 künftige Erstklässler, tatsächlich eingeschult wurden aber nur 36. Etwa ein Drittel der Kinder wurde also in einem anderen Bezirk unterrichtet.
Ein weiterer Faktor, der die Auslastung der Schulen beeinflusst, sind Neubaugebiete in dem Einzugsbereich. Ein Beispiel ist Tarforst, wo wegen der hohen Nachfrage das Gebäude zum zweiten Mal erweitert werden muss. Zudem wirken sich Umzüge von Familien aus, die neu nach Trier kommen oder die Stadt wieder verlassen.
Bei der Prognose der künftigen Grundschülerzahlen verwendete Ulrich Daten des städtischen Amts Stadt ForschungEntwicklung. Dabei ergaben sich mehrere Varianten, unter denen der Experte ein mittleres Szenario favorisiert. Demnach rechnet er mit keinem dramatischen Anstieg der Grundschulzahlen. Die Zahl der Erstklässler betrug vergangenes Jahr 802, für 2040 sind 799 prognostiziert (Details in der Tabelle oben links). Die Gesamtzahl aller unterrichteten Kinder an städtischen Grundschulen lag 2021 bei 3194, für 2040 geht Ulrich von einem leichten Rückgang auf 3168 aus.
Er wies im Schulträgerausschuss noch einmal darauf hin, dass die Zahlen für die nächsten Jahre relativ sicher sind und danach die Unsicherheit steigt: „Da ist nur ein Fahren auf Sicht mit nachträglichem Korrigieren möglich.“ Bei den weiterführenden Schulen stellt sich die Situation ähnlich wie bei den Grundschulen dar. Mehrere Ausschussmitglieder bedankten sich für die umfassende Aufbereitung des komplexen Themas. Das sei ein wichtiger Input für den neuen Schulentwicklungsplan.
(QUELLE: Rathaus Zeitung Trier / Petra Lohse)

















