Gewerkschaft GEW: Situation an rheinland-pfälzischen Kitas dramatisch

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Eine Praktikantin liest in einer Kita Kindern vor. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

MAINZ. Die Kitas in Rheinland-Pfalz sind nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) überlastet. Die Situation sei dramatisch, sagte am Mittwoch die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Kathrin Gröning, die selbst Erzieherin ist.

Bei der Umsetzung des neuen Kita-Gesetzes hätten sich die kommunalen Träger für eine «Sparvariante» entschieden, sagte Gröning. «Das ist der Grund, warum wir das Gesetz als gescheitert ansehen.» Die Gewerkschaft forderte, das Gesetz zu überarbeiten. Die Novellierung des Kita-Gesetzes müsse wieder von vorne angegangen werden.

«Ich bin sehr frustriert, weil ich dachte, das neue Kita-Gesetz setzt auf höhere Qualität», sagte die Kita-Leiterin Susanne Schillo-Kastenmeier aus Kusel. In ihrer Einrichtung lebten drei Viertel der Kinder in Armut – oft mit Fluchterfahrungen. Sie habe sich darauf verlassen, dass das neue Sozialraumbudget die weitere Beschäftigung von interkulturellen Fachkräften ermögliche. «Aber das hat sich als komplett anders dargestellt.»

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte zur Kritik der Gewerkschaft, das am 1. Juli 2021 in Kraft getretene Gesetz sei bislang an vielen Orten so umgesetzt worden, «wie wir uns das vorgestellt haben». So seien die Betreuungszeiten vor allem über Mittag an vielen Einrichtungen ausgeweitet worden, sagte Hubig der Deutschen Presse-Agentur. An anderen Orten gebe es noch Nachholbedarf. Dort werde die Umsetzung vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung eng unterstützt. «Diese Reform braucht Zeit, bis sie umgesetzt ist», sagte Hubig. «Wir haben einen Prozess in Gang gesetzt, der die Kita-Landschaft auch in Richtung der Elternbedürfnisse entwickelt.» (dpa)

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