Experten: Corona belastet Kinder – Anfragen nach Therapieplätze nehmen deutlich zu

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Foto: dpa-Archiv

Keine Kindergeburtstage, weniger Kontakte, Schule zu Hause: Zu typischen Problemen im jungen Alter wie Ängsten und Mobbing kommen Corona-Belastungen, an die sich laut Experten viele Mädchen und Jungen nicht anpassen können.

Nach Mitteilung der Krankenkasse Barmer vom Donnerstag stieg bei ihren jungen Versicherten bis 24 Jahren 2020 die Zahl der Anträge auf Psychotherapie im Vergleich zum Vorjahr bundesweit um 6,3 Prozent auf 44 081. Vor allem im zweiten Halbjahr 2020 zogen die Zahlen an. In Rheinland-Pfalz geht die Krankenkasse nach eigenen Angaben von einem vergleichbaren Trend aus – die Zahlen seien noch nicht fürs Land berechnet worden.

Laut Barmer-Landesgeschäftsführerin Dunja Kleis können Lehrer psychische Probleme von Kindern beim digitalen Fernunterricht schwerer als in der Schule erkennen. Auch für Eltern kann es laut Kleis generell schwierig sein, «die Gemütslage ihres Kindes richtig zu deuten. Es ist manchmal ein schmaler Grat zwischen normaler kindlicher Angst und einer behandlungsbedürftigen Angststörung.» Gerade in der Pandemie sollten Eltern, Bezugspersonen, Kinder- und Jugendärzte sowie Psychotherapeuten möglichst eng zusammenarbeiten.

Auch die Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz, Sabine Maur, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, Corona belaste viele Jungen und Mädchen. «Dies betrifft insbesondere Kinder und Jugendliche, die vorher schon psychisch belastet waren, sowie solche, deren Familien über wenig soziale und finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten verfügen.» Die Anfragen nach Therapieplätzen und damit die Wartezeiten hätten deutlich zugenommen.

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