Für viele Tiere überlebenswichtig: Immer mehr Grünbrücken entstehen in Rheinland-Pfalz

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Thomas Frey // dpa

REGION. Lebensräume von Wildtieren werden durch Straßen zunehmend zerschnitten. Über sogenannte Grünbrücken aber können sie Autobahnen & Co weiter gefahrlos queren. Rheinland-Pfalz baut sie fleißig.

Sie sind für viele Tiere in Rheinland-Pfalz überlebenswichtig: Grünbrücken oder Grünunterführungen, die Luchs, Wildkatze, Rotwild & Co die Möglichkeit zur Querung von Straßen geben. Landesweit gibt es bereits 15 Grünbrücken, zwei Landschaftstunnel und neun Unterführungen für Wildtiere, um Lebensräume zu vernetzen. Zudem seien 13 weitere Grünbrücken und sechs Unterführungen in Planung, teilte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz in Koblenz der Deutschen Presse-Agentur mit.

Auf sieben Grünbrücken in Rheinland-Pfalz gebe es derzeit ein Monitoring – heißt: diese Brücken sind mit Wildkameras ausgestattet, deren Daten regelmäßig ausgelesen und ausgewertet werden. Eine vorherige Untersuchung dokumentierte auf mehreren Grünbrücken insgesamt 16 Wildarten vom Hermelin über den Dachs bis zum Schwarzwild. Besonders stark frequentiert wurde demnach die Grünbrücke Wittlich über die A1: Dort wurden knapp 20 Individuen in 24 Stunden registriert.

Alle untersuchten Grünbrücken wurden von Wildkatzen gequert. Meist erfolgte von den Tieren die Annahme des Übergangs relativ schnell, hieß es in einer Untersuchung. Insofern könnten Grünbrücken «als ein taugliches Mittel zur Wiedervernetzung der Lebensräume der Wildkatze angesehen werden», hieß es in einer vom LBM beauftragten Studie (April 2019). Auch kleine Arten wie die Bechsteinfledermaus, die Mauereidechse oder Insekten profitierten. Rheinland-Pfalz zählt mit gut 42 Prozent Waldanteil zu den waldreichsten Bundesländern.

Die erste Grünbrücke im Land entstand in 2004 bei Dockweiler in der Eifel (B410). Es folgten weitere Brücken in der Eifel, im Pfälzerwald und an der Mosel. Zuletzt wurde das Bauwerk bei Stadtkyll-Schönfeld (B51) in 2019 fertiggestellt. Neue Grünbrücken sind geplant unter anderem in Hauenstein (B10), Oberkleinich (B50), dem Naturschutzgebiet Mainzer Sand (A643) und Waldmohr (A6).

Die Kosten für die Bauten variierten stark, teilte der LBM weiter mit. Für die Grünbrücke in Dreis-Brück lagen die Kosten demnach bei 750 000 Euro; Konz-Könen kostete rund 1,5 Millionen Euro und die Brücke in Walmersbach sechs Millionen Euro. Der Landschaftstunnel in Rengsdorf (B256) kostete 13 Millionen Euro.

«Grünbrücken sind generell für alle Tiere mit großen Raumansprüchen positiv, da mit einer sicheren Querungsmöglichkeit deren Tod durch den Straßenverkehr verhindert werden kann», teilte die LBM-Sprecherin mit. Um den Wechsel der Tiere zu dokumentieren, wird neben Wildkameras auch auf Spuren in einem eigenen aus Sand angelegten Spurstreifen in der Mitte gesetzt.

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