Einzelhandel kritisiert Landesregierung – Stress für die Tafeln

Seit Tagen gibt es keine Todesfälle. Die Zahl der Bestätigten Corona-Infektionen ist stabil. Doch das Virus und seine Auswirkungen machen vielen Leuten zu schaffen. Der Einzelhandel sieht sich benachteiligt.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Der Einzelhandel sieht in Rheinland-Pfalz bei der Frage der Sonntagsöffnung in der Corona-Krise eine «Wettbewerbsverzerrung» und kritisiert die Landesregierung. Die CDU sieht die Tafel durch die Krise schwer belastet. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen bleibt am Sonntag indes weitestgehend stabil.

EINZELHANDEL KRITISIERT LANDESREGIERUNG

Große Teile des Einzelhandels sind durch die Krise ohnehin schon schwer gebeutelt. Der Handelsverband Mitte kritisiert nun den Umgang der rheinland-pfälzischen Landesregierung bei Sonntagsöffnungszeiten. Hessen habe Einzelhändlern eine Öffnung an Sonntagen ermöglicht, sagte Präsident Jan Sebastian der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. In Rheinland-Pfalz sei das nicht so, hier seien nach wie vor wenige verkaufsoffene Sonntage nur in Verbindung mit Anlässen wie etwa Stadtfesten möglich. Doch die seien in diesem Jahr abgesagt, de facto seien keine verkaufsoffenen Sonntage machbar. «Das ist eine ganz klare Wettbewerbsverzerrung.» Im Ministerium sieht man das anders. Für das Ladenschlussrecht seien die Länder alleine zuständig, unterschiedliche Regelungen in grenznahen Gebieten ließen sich nicht vermeiden. Eine Übertragung der hessischen Regelung auf Rheinland-Pfalz werde aufgrund des verfassungsrechtlich gebotenen Sonntagsschutzes für rechtlich bedenklich gehalten.

FALLZAHLEN

Die Zahl der bestätigten Fälle von Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz nahm am Sonntag nur um eine Neuinfektion zu. Seit Beginn der Corona-Pandemie stieg die Zahl auf 6832 Fälle (Stand 10.20 Uhr), wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Mit oder an Covid-19 gestorben sind 231 Menschen. Seit Dienstag ist damit kein neuer Todesfall hinzu gekommen. Aktuell sind 159 Menschen im Bundesland mit dem Virus infiziert. Insgesamt 6442 Menschen gelten als genesen.

KEIN RISIKO MIT BÜCHERN

Wer sich in der Bücherei ein Buch ausleihen möchte, riskiert Experten zufolge nicht gleich eine Corona-Infektion. Es sei kein nachgewiesener Fall bekannt, bei dem sich Menschen durch Kontakt mit Gegenständen infiziert hätten, meint etwa das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). In Rheinland-Pfalz kommen Bücher meist nach ihrer Rückgabe zunächst etwa 72 Stunden lang in Quarantäne, wie Bibliotheken der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Erst danach stünden sie wieder zur Ausleihe bereit. «Unsere Medien werden nach der Rückgabe abgewaschen und am nächsten Tag ins Regal zurückgestellt – somit sind sie von außen keimfrei», sagte Ines Arnold von der Stadtbücherei Ludwigshafen.

STRESS FÜR DIE TAFELN

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christian Baldauf, sieht die Tafeln in der Corona-Krise stark belastet. «Die Arbeitsbelastung der Tafeln in Rheinland-Pfalz hat durch die Corona-Krise enorm zugenommen und stellt sie vor große Herausforderungen», teilte der CDU-Politiker nach einem Gespräch mit der Vorsitzenden des Verbandes der Tafeln Rheinland-Pfalz/Saarland, Sabine Altmeyer-Baumann, am Sonntag mit. Die Nachfrage nach den Angeboten steige. In Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es nach Angaben des Verbandes 65 Tafeln mit 101 Ausgabestellen. Mehr als 5500 Helfer unterstützten rund 72 000 Menschen.

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